Joachim Conrad (* 16. Oktober 1961 in Saarbrücken) ist ein deutscher Theologe und Hochschullehrer, evangelisch-lutherischer Pfarrer,Rüdiger Schloz (Verantw.): Kirchliche Arbeit Alpirsbach … Organisation / Vorstand / … Prof. Dr. Joachim Conrad, Vizepräses auf der Seite kaalpirsbach.de (zuletzt abgerufen am 9. August 2016). Sachbuchautor und Herausgeber.Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek.
Leben Joachim Conrad wurde am 16. Oktober 1961 in Saarbrücken als drittes Kind der Eheleute Adolf Jakob Conrad (1929–1999) und Wilma Luise geb. Herrmann (1934–2013) geboren. Mit seinen Schwestern Irmhild (* 1957) und Sigrid (1960–2013) wuchs er im Saarbrücker Stadtteil Gersweiler auf. Nach seinem Abitur am Saarbrücker Ludwigsgymnasium im Jahre 1981 studierte er bis 1986 Theologie, zunächst in seiner Geburtsstadt an der Universität des Saarlandes, dann in Wuppertal an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, in Heidelberg an der Ruprecht-Karls-Universität sowie in Bonn an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Sein erstes Theologisches Examen legte er 1986 ab, sein zweites 1988. Mit seinem Engagement bei der Gründung des Heimatkundlichen Vereins Gersweiler 1983 und seinem Eintritt in den Historischen Verein für die Saargegend 1987 wurden Weichen für sein landeskundliches Interesse gestellt.Peter Schwarz: Der Pfarrer als Chronist. In: Sonntagsgruß. Evangelisches Wochenblatt an der Saar 4/1996, 21. Januar 1996, S. 3.
Beruf Nach seinem Vikariat in Dudweiler 1986 bis 1988 wechselte Conrad als Pastor im Hilfsdienst ins saarländische Kölln (Püttlingen, Köllerbach, Walpershofen) im Köllertal, wo er in der spätgotischen Martinskirche (Köllerbach) am 24. September 1988 durch Synodalassessor Hartmut Richter ordiniert wurde. Er absolvierte 1994 eine Klinische Seelsorgeausbildung und arbeitete seitdem nebenamtlich bis 2009 als Krankenhausseelsorger am Knappschaftskrankenhaus Püttlingen. Art. Der sich um die Seelen sorgt. Ein Tag an der Seite des Püttlinger Pfarrers und Buchautors Joachim Conrad ist an Abwechslung kaum zu überbieten, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 175, 5. Juli 2008, S. A2. Ebenfalls ab 1994 ging Conrad bis 2005 einem Lehrauftrag an der Püttlinger Krankenpflegeschule Andreas Ruffing (Verantw.): Krankenpflegeschule auf der Seite kksaar.de, zuletzt abgerufen am 9. August 2016. für Ethik und Anthropologie nach.
Seit seinem Weggang von Dudweiler ist Joachim Conrad in Kölln geblieben und leitet seit 1996 mit einer ganz kurzen Unterbrechung die Geschicke der Gemeinde. Die Martinskirche, eines der bedeutendsten Baudenkmäler mit dem größten gotischen Deckengemälde des Landes, Art. Bröckelnder Verputz. Die evangelische Kirchengemeinde Kölln kämpft um den Erhalt des spätgotischen Deckengemäldes, in: Sonntagsgruß. Evangelisches Wochenblatt an der Saar Nr. 10, 3. März 2002, S. 5; Art. Schätze waren lange verborgen. Martinskirche Kölln glänzt mit dem größten gotischen Deckengemälde im Saarland, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 154, 6. Juli 2013, S. C2. Anmerkungen zur Geschichte und Sanierung der Martinskirche in Püttlingen-Köllerbach, in: Baudenkmalpflege 2005–2014, hrsg. vom Landesdenkmalamt im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes durch Reinhard Schneider und Gregor Scherf (= Denkmalpflege im Saarland, Bd. 5), Saarbrücken 2015, S. 177–188. wurde in sieben Bauabschnitten saniert, ebenso die mittelalterliche Kirchhofmauer. Art. Zwiesprache mit dem Leben. Die Grabsteine auf dem historischen Friedhof rings um die Martinskirche in Köllerbach wurden restauriert und inventarisiert. Sie berichten von Schicksalen aus einer schweren Zeit, in: Sonntagsgruß. Evangelisches Wochenblatt an der Saar, Nr. 48 vom 25. November 2001, S. 3. Im Jahre 2020 wurde das dreiteilige Stahlgeläut von 1907 durch ein vierteiliges Bronzegeläut ersetzt. Art. 113 Jahre Missklang vom Kirchturm beendet, in: Saarbrücker Zeitung, 10. Juni 2020. Martinskirche und Friedhof sind eingebettet in den Pfarrer-Rug-Park, Art. Ein Park zum Wohlfühlen. Pfarrer-Rug-Park: Ein Ort der Entspannung und für Veranstaltungen, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 109, 12. Mai 2010, S. C5. den das ev. Pfarrhaus, das ev. Gemeindehaus und katholisches Schwesternhaus umgeben. Am Jugendstilpfarrhaus, Baujahr 1909, wurde das Fachwerk wieder freigelegt; Art. Köllerbach ist um ein Denkmal reicher. Das evangelische Pfarrhaus von 1909 ist unter Denkmalschutz gestellt worden, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 195, 22. August 2012, S. C2. das barocke Gemeindehaus, Baujahr 1741, erhielt sein historisches Aussehen zurück. Art. Ein Haus als lebendiges Stück Geschichte, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, 7. Dezember 2013, S. C2. Sogar der 12 m tiefe Brunnen im Pfarrhof wurde wieder erneuert. Art. Gemeindefest mit neuem alten Brunnen, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 199, 28. August 2013, S. C1. Dafür erhielt die Kirchengemeinde im Jahr 2016 den Landesdenkmalpflegepreis. In der Würdigung heißt es: „Viele haben hierzu beigetragen, aber mein Lob wäre unvollständig, ohne hier ausdrücklich auf den Pfarrer der Martinskirche hinzuweisen, auf Pfarrer Prof. Dr. Joachim Conrad. Umfang und Qualität der Inwertsetzungen wurden wesentlich durch ihn zur denkmalpflegerischen Werthaltung, was er durch zahlreiche wissenschaftliche Beiträge Art. Dieses Buch setzt neue Maßstäbe, in: Köllertaler Anzeiger 1, 6. Januar 2000, S. 10; Art. Ein Kleinod der Kunstgeschichte, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Saarbrücken 4, 6. Januar 2000, S. L3. zum Bau und seiner Geschichte eindrucksvoll unterstreicht.“ Zitiert nach Art. Alte Mauern im neuen Glanz. Saarländischer Denkmalpflegepreis geht an die evangelische Kirchengemeinde Kölln, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 267, 16. November 2016, S. C3. 2002 wurde Joachim Conrad maßgeblicher Mitbegründer und erster Präses der Stiftung Ev. Martinskirche zu Kölln. Art. Kuratorium und Beirat sind prominent besetzt, in: Köllertaler Anzeiger 32, 7. August 2002, S. 2. Unzählige Konzerte, Buchvorstellungen und Ausstellungen hat er in der Kirche organisiert, u. a. auch die 775-Jahr-Feier 775 Jahre Evangelische Martinskirche zu Kölln 1223–1998. Vorträge und Programme aus dem Festjahr nebst einem Vortrag zur 30. Wiederkehr der Stadterhebung Püttlingens, hrsg. von Joachim Conrad (= Beiträge zur Geschichte des Köllertals, Bd. 8), Püttlingen 1999. der ersten urkundlichen Erwähnung 1998 und die 400-Jahr-Feier der Renaissancekanzel Art. 400 Jahre Kanzel in der Martinskirche Kölln, in: Köllertaler Anzeiger 7, 27. Januar 2000, S. 10 im Jahre 2000.
Joachim Conrad sorgte als Vorsitzender des Presbyteriums dafür, dass am 20. April 1998 ein neuer Kindergarten in Walpershofen gebaut wurde. Die neue Orgel der Fa. Mayer, Heusweiler, wurde am 24. Juli 2005 in der ev. Kirche in Walpershofen in Dienst gestellt. Lobet Gott in seinem Heiligtum. Gedenkheft zur Einweihung der neuen Orgel in Walpershofen (= Veröffentlichungen des Presbyteriums der Kirchengemeinde Kölln, Bd. 7), Püttlingen 2005. Die Kirche selbst wurde im Jahr 2020 innen vollständig saniert. Art. Ein Mosaik heißt Besucher hier willkommen, in: Saarbrücker Zeitung, 27. März 2021. Im Jahre 2018/19 wurde das Gemeindehaus in Walpershofen saniert; ins Souterrain zog das Evangelische Zentralarchiv Saar ein.Art. Mehr als ein Aufbewahrungsort, in: Unsere Kirche, 25. August 2019. Die Fenster des ehemaligen Gemeindezentrum Püttlingen, die am Erntedankfest 1993 nach Conrads Entwürfen mit den Motiven „Abraham im Hain von Mamre“ und „Emmaus“ von Ralf Krömer grafisch umgesetzt und in Metz-Woippy erstellt worden waren, schmücken heute das Foyer des Gemeindehauses. Joachim Conrad / Margund Braun / Ralf Krömer: Gott ist gegenwärtig. Die biblischen Fenstermotive im evangelischen Gemeindezentrum Püttlingen, Saarbrücken 1993.
Wissenschaft und Lehre Während seines Vikariates studierte Joachim Conrad von 1986 bis 1988 interessehalber Geschichte in Saarbrücken, jedoch ohne Abschluss. Während er in den Jahren von 1993 bis 2002 einem Lehrauftrag „[…] für Liturgik und Hymnologie in den regionalen C-Kursen“ nachging, Karsten Neuschwender: Ein großes Pensum, in: Sonntagsgruß. Evangelisches Wochenblatt an der Saar 22 (1996); Art. Mit Brief und Siegel zum Kirchenmusiker bestellt, in: Köllertaler Anzeiger 24, 1. April 1999, S. 7. promovierte er 1994 an der Universität Heidelberg zum Thema Richard Gölz (1887–1975). Der Gottesdienst im Spiegel seines Lebens. Art. Joachim Conrad promovierte über Richard Gölz, in: Köllertaler Anzeiger, 18. Jg. Nr. 67, 10. März 1994. Im selben Jahr wurde er von der Theologischen Fakultät Marburg mit dem Hans-Werner Surkau-Preis ausgezeichnet. Dirk Klapperich: Preis der Marburger Surkau-Stiftung für Doktorarbeit über Richard Gölz, in: Oberhessische Presse vom 3. November 1994; Ottmar Bredel: Saarbrücker Theologe von Stiftung geehrt, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Saarbrücken, Nr. 278, 1. Dezember 1994.
Er übernahm ab 1998 und bis 2011 einen Lehrauftrag für Liturgik, Hymnologie, Kirchenkunde und Kirchenrecht an der Hochschule für Musik Saar und habilitierte sich währenddessen im Jahr 2001 an der Universität Heidelberg über „Die Himmelfahrt Christi“. 1998 übernahm Conrad die Aufgaben eines Ständigen Beraters des Jahrbuchs für Liturgie und Hymnologie. Von 1998 bis 2001 absolvierte er eine Ausbildung zum Coach in „Liturgischer Präsenz“ bei Thomas Kabel. Art. Der Gottesdienst und seine Inszenierung, in: Der Gottesdienst und seine Musik, Bd. 2 (= Enzyklopädie der Kirchenmusik, Bd. 4/2), hrsg. von Matthias Schneider / Wolfgang Bretschneider / Günther Massenkeil, Bd. 4, Regensburg 2014, S. 269–273. Als Conrad von 2002 bis 2005 einen Lehrauftrag für Praktische Theologie an der Universität Heidelberg wahrnahm, bot er für Studierende zahlreiche praxisnahe Kurse an.
Am 6. November 2004 wurde Joachim Conrad nach Saarbrücken umhabilitiert und übernahm Lehrveranstaltungen in Kirchengeschichte und Regionalgeschichte. Am 3. März 2010 erfolgte seine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor.Art. Anerkennung für Pfarrer Conrad. Köllertaler Seelsorger wird außerplanmäßiger Professor, in: Saarbrücker Zeitung. Ausgabe Köllertal, Nr. 81, 8. April 2010, S. C1. Seine zahlreichen Veröffentlichungen wurden in einer Bibliografie Anne Katharina Pfeifer/Steffen M. Luba (Hrsg.): „Des vielen Büchermachens ist kein Ende“ (Koh. 12,12). Eine Bibliographie (= Veröffentlichungen des Presbyteriums der Kirchengemeinde Kölln, Bd. 9), Püttlingen 2006. publiziert. Zu seinem 50. Geburtstag fand ein wissenschaftliches Symposion über „Martin von Tours“ in Uhrmachershaus in Püttlingen statt. Martin von Tours – Krieger – Bischof – Heiliger. Kolloquium zum 50. Geburtstag von Prof. Dr. theol. Joachim Conrad (= Universitätsreden, 96), hrsg. von der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2013. Zum 60. Geburtstag veröffentlichten seine Doktoranden eine 600 Seiten starke Anthologie mit 28 Beiträgen in der Reihe „Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend“.Torben Burkart / Heiko Forstmann / Andreas Ganster (Hrsg.): „…sol anhalten mit lesen, ermahnen, mit lehren“. Eine Anthologie mit Beiträgen zur evangelischen Kirchengeschichte an der Saar zum 60. Geburtstag von Joachim Conrad (= Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend, Bd. 2), Saarbrücken 2021.
Joachim Conrad ist verantwortlich für vier kleine Reihen: 1.) Quellen zu Geschichte des Köllertals (bislang 9 Bände), 2.) Veröffentlichungen aus dem evangelischen Pfarrarchiv Gersweiler (bislang 3 Bände), 3.) Veröffentlichungen des Presbyteriums der Kirchengemeinde Kölln (bislang 10 Bände) und 4.) Beiträge zur evangelischen Kirchengeschichte der Saargegend (bislang 10 Bände). Seine Bibliografie weist (Stand 2025) 20 Monografien, 50 Editionen, 5 Bibliografien, 228 Aufsätze, 224 Lexikonartikel, 22 Festschriften und 134 Miscellen aus.
Kirchliche Arbeit Alpirsbach