mini Der Grünstirn-Lanzettschnabel (Doryfera ludovicae) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich über die Länder Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien erstreckt. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Grünstirn-Lanzettschnabel erreicht eine Körperlänge von 10,4 cm bei einem Gewicht von 5,7 g. Der gerade, leicht nach oben gebogene Schnabel ist 3,6 cm lang. Das Männchen hat einen grün glitzernden vorderen Oberkopf, der Rest des Oberkopfes ist rötlich kupferfarben. Der Rücken ist schwarzbronzegrün mit einer bläulichen Tönung am Bürzel. Die Unterseite ist rußig grau und nur vage grün gefärbt. Der abgerundete blauschwarze Schwanz ist an den äußeren Ecken nur leicht grau gepunktet. Die Färbung des Weibchens wirkt insgesamt trüber als beim Männchen mit einem bronzegrünen Oberkopf. In beiden Geschlechtern wirkt der Kopf bräunlich, was sich von der Farbe des vorderen Oberkopfs deutlich abhebt.Steven Leon Hilty u. a. (2002), S. 397.

Verhalten Oft sitzen Grünstirn-Lanzettschnäbel auf Ästen und richten den Schnabel nach oben. Meist fliegen sie in rascher Folge die Blüten der mittleren Straten nacheinander an, die sie dann regelmäßig immer wieder aufsuchen (Traplining). Gelegentlich führt sie die Futtersuche aber auch in die höheren Baumkronen. Sie bevorzugen dabei Gebüsch mit hängenden Blütenrohren wie Heidekrautgewächse und Misteln, vor denen sie schwirren, ohne sich festzuklammern. In Costa Rica wurde ein äußerst territoriales Verhalten im Kampf um die Nahrungsquellen beobachtet.Steven Leon Hilty u. a., S. 398.

Fortpflanzung Das kelchförmige Nest bauen Grünstirn-Lanzettschnäbel aus Farnschuppen, Moosen und Spinnweben, die sie an Wurzeln oder innerhalb von Moos an Felsvorsprüngen oder dunklen Schluchten bauen.

Lautäußerungen Bei der Nahrungssuche geben Grünstirn-Lanzettschnäbel zwei bis drei stoßweise piepsige, staccatoartige Laute von sich.

Verbreitung und Lebensraum Grünstirn-Lanzettschnäbel kommen nur vereinzelt in feuchten, moosigen Bergwäldern vor. In Venezuela findet man sie fast ausschließlich ca. 20 km von Mérida entfernt in Höhenlagen zwischen 1600 und 2200 Metern. In Kolumbien sind sie an allen drei Andenbergketten in Höhen zwischen 900 und 2700 Metern zu finden. Am häufigsten kommen sie im Nationalpark Cueva de los Guácharos vor.Steven Leon Hilty u. a. (1986), S. 258. In Ecuador findet man sie meist in Höhenlagen zwischen 1100 und 1700 Metern. Hier kommen sie in den Ost- und Westanden vor, allerdings im Westen nur südlich bis in die Provinz Cotopaxi.Robert Sterling Ridgely u. a., S. 340f. Lange wurde die Subspezies in Ecuador als Doryfera ludovicae rectirostris betrachtet, bis sie John Todd Zimmer 1950 als Synonym zur Nominatform klassifizierte.John Todd Zimmer, S. 3f. In Peru kommt sie in den Ostanden und deren Ausläufern in Höhen zwischen 800 und 2850 Metern vor.Thomas Scott Schulenberg, S. 230.

Unterarten mini|Verbreitungsgebiet des Grünstirn-Lanzettschnabels Von der Art sind bisher zwei Unterarten bekannt.IOC World Bird List Hummingbirds Doryfera ludovicae veraguensis , 1867Osbert Salvin, S. 154. – Diese Unterart kommt in Costa Rica und dem Westen Panamas vor. Der vordere Oberkopf ist deutlich dunkler, der Schnabel etwas länger und die Unterseite deutlich schwärzer als in der Nominatform.Osbert Salvin, S. 155. Doryfera ludovicae ludovicae ( & , 1847)Jules Bourcier u. a., S. 136. – Die Nominatform ist im Osten Panamas, in Kolumbien und dem Westen Venezuelas bis in den Nordwesten Boliviens verbreitet.

Doryfera rectirostris , 1861John Gould (1861), S. 71. und Doryfera ludovicae grisea , 1935Melbourne Armstrong Carriker Jr., S. 317. gelten heute als Synonyme für die Nominatform.

Etymologie und Forschungsgeschichte Jules Bourcier und Étienne Mulsant beschrieben den Grünstirn-Lanzettschnabel unter dem Namen Trochilus ludovicae. Das Typusexemplar stammte aus der Republik Neugranada. 1847 führte John Gould die Gattung Doryfera für den Grünstirn-Lanzettschnabel und den Blaustirn-Lanzettschnabel (Doryfera johannae (, 1847)) ein.John Gould (1847), S. 95.Trochilus Louise ist ein Synonym für Doryfera ludovicae, Trochilus (Doryfera) violifrons für Doryfera johannae. Dieser Name leitet sich von den griechischen Wörtern für „Speer“ und für „tragen“ ab.James A. Jobling, S. 139. Der Artname ludovicae ist Louise Geoffroy Saint-Hilaire (1809–1855) geb. Blacque-Belair gewidmet. Veraguensis bezieht sich auf die Provinz Veraguas, die Gegend, in der Enrique Arée das Typusexemplar gesammelt hatte.Osbert Salvin, S. 129. Rectirostris leitet sich von den lateinischen Wörtern rectus, regere für „gerade, gerade richten“ und -rostris, rostum für „-schnäblig, Schnabel“ ab.James A. Jobling, S. 331. Grisea stammt vom lateinischen griseum, griseus, grisius für „grau“ ab.James A. Jobling, S. 178.

Literatur

Weblinks

. Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Kolibris