Die Proexistenz, auch Pro-Existenz ( „für Dasein“), bezeichnet die grundlegende Haltung einer Person, für Gott und die Menschen zu leben. In der christlichen Theologie gilt diese Beschreibung besonders für Jesus Christus.

Proexistenz bedeutet demnach das von Gott aus Gnade geschenkte Leben für andere. Denn Gott selbst habe sich in Jesus Christus als „Gott für uns“ offenbart, indem er nach der Menschwerdung sein Leben als Sühnopfer am Kreuz hingegeben hat und von den Toten wieder auferstanden ist (), um so den infolge der Sünde auf sich selbst verkrümmten Menschen (homo incurvatus in se) von dessen Schuld zu erlösen (vgl. ).

Nach der Definition von Papst Benedikt XVI. beschreibt der Begriff Proexistenz aber auch allgemein das Leben als Christ und den damit verbundenen demütigen Einsatz für den Mitmenschen (Nächstenliebe) und das Gemeinwohl.

Siehe auch Zur Präexistenz siehe Präexistenzlehre.

Literatur Johannes A. Kudera: Die Proexistenz Jesu und das Ethos der Nachfolge: Von einem christologischen Grundbegriff zu seinen moraltheologischen Implikationen. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2015, ISBN 978-3-791727-37-0. Cordula Langner: Pro-Existenz Jesu: Das Jesus-Bild Heinz Schürmanns: Glaubenszeugnis der exegetischen Reflexion und Ausdruck seiner Jesus-Beziehung. LIT Verlag, Münster 2003, ISBN 978-3-825870-09-6.

Weblinks Andreas Wollbold: Aus Proexistenz leben. In memoriam Heinz Schürmann (1913–1999). Geist und Leben. Zeitschrift für christliche Spiritualität 73, Heft 3 Mai/Juni 2000, S. 225–232 (PDF; 0,2 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Christliche Theologie Kategorie:Christologie Kategorie:Glaube und Dogma (Christentum) Kategorie:Jesus