mini|Gustav von Hombergk zu Vach um 1850 Gustav Wilhelm Georg von Hombergk zu Vach (* 5. März 1823 in Darmstadt; † 8. Juni 1884 in MainzStadtarchiv Mainz: Sterbeurkunde 646/1884 des Standesamts Mainz vom 8. Juni 1884.) war ein deutscher Gendarmerieoffizier im Großherzoglich Hessischen Gendarmeriekorps, Kommandant der Gendarmeriedivision Starkenburg von 1854 bis 1857, der Gendarmeriedivision Oberhessen von 1857 bis 1867 und der Gendarmeriedivision Rheinhessen von 1867 bis 1884, zuletzt im Rang eines Oberstleutnants.

Abstammung Hombergk entstammte dem hessischen Bürgergeschlecht Hombergk. Einer seiner Vorfahren wurde vom Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel 1596 mit dem Dorf Vach, dem heutigen Kleinvach, belehnt. Seither nannte sich die ein Zweig der Familie Hombergk zu Vach. Diese Linie erhielt 1718 den Reichsadel, der 1780 und im Jahr 1825 zuletzt Hombergks Vater bestätigt wurde. Die Familie stellte insbesondere Beamte und Gelehrte, aber auch Offiziere.

Familie und Privates Hombergks Eltern waren der spätere Großherzoglich Hessische Präsident des Hofgerichts der Provinz Starkenburg in Darmstadt, Friedrich Christian Gustav von Hombergk zu Vach, und seine Ehefrau Johannette Sophie, geb. Lehr. Hombergk heiratete am 18. Oktober 1848 in Darmstadt Auguste Christiane Luise Ernestine Emmerling und nach deren Tod in zweiter Ehe am 14. August 1865 in Gießen Julie Valentine Henriette Franziska Wernher. Aus erster Ehe hatte er einen Sohn und drei Töchter, aus zweiter Ehe eine Tochter.

Nach dem frühen Tod zweier Halbbrüder besaß er zusammen mit einem weiteren Halbbruder, dem Major Eduard Karl Ernst Albrecht von Hombergk zu Vach, den Fideikommiss Kleinvach bei Bad Sooden-Allendorf. Beide unterhielten aus den Einnahmen ihre Offiziershaushalte.

Karriere bei Militär und Gendarmerie Hombergks Offizierskarriere begann im Großherzoglich Hessischen Garde-Chevaulegers-Regiment, in dem er zuletzt als Rittmeister diente. Im Jahr 1854 wurde er ins ebenfalls militärisch organisierte Großherzoglich Hessische Gendarmeriekorps versetzt. Im Jahr 1867 erfolgte seine Beförderung zum Major und vier Jahre später zum Oberstleutnant. Im Gendarmeriekorps wurde Hombergk von 1854 bis 1857 als Kommandant der Gendarmeriedivision Starkenburg eingesetzt. Die gleiche Funktion hatte er von 1857 bis 1867 bei der Gendarmeriedivision Oberhessen und von 1867 bis 1884 bei der Gendarmeriedivision (ab 1872 Gendarmeriedistrikt) Rheinhessen.

Kriegseinsatz Während der Badischen Revolution nahm Hombergk als Offizier das Großherzoglich Hessischen Garde-Chevaulegers-Regiment an der Niederschlagung des Aufstands im Jahr 1849 teil.

Während des Deutschen Krieges von 1866, in dem das Großherzogtum auf süddeutscher Seite kämpfte, wurde Hombergk im Hauptquartier des VIII. Bundeskorps als Kommandant der Feldgendarmerie eingesetzt.Walter Rosenwald: Die Herzoglich-Nassauische Brigade im Feldzug 1866. Unter Berücksichtigung von Feldtruppen aus Kurhessen, Hessen-Darmstadt, Baden, Württemberg und Österreich (= Guntram Müller-Schellenberg, Peter Wacker (Hrsg.): Das herzoglich-nassauische Militär 1806–1866. Band 3). Schellenberg, Taunusstein 1983, ISBN 978-3-922027-98-0. Diese Einheit operierte zwischen Frankfurt am Main und Würzburg.

Auszeichnungen 1849: Großherzoglich Badische Militär-Gedächtnis-Medaille ohne Jahr: Ritter II. Klasse des Kaiserlich Russischen Annenordens 1872: Ritter I. Klasse des Großherzoglich Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen

Literatur Fritz Beck: Geschichte des Großherzoglich Hessischen Gendarmeriekorps 1763–1905. Aufgrund offizieller Aktenstücke entworfen und zusammengestellt. Verlag H. Hohmann, Darmstadt 1905. Wilhelm Otten: Eine Chronik des Dorfes Kleinvach zusammengestellt anläßlich der 400 Jahrfeier der St. Michaelis-Kirche. In: 400 Jahre St. Michael Kleinvach. Verlag des Kirchenvorstandes [Bad Sooden-Allendorf] 1998, S. 28–55. Digitalisat Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B, 32. Jg. 1940. Justus Perthes, Gotha 1940. Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 5. Jg. 1911. Justus Perthes, Gotha 1911. Digitalisat Walter Rosenwald: Die Herzoglich-Nassauische Brigade im Feldzug 1866. Unter Berücksichtigung von Feldtruppen aus Kurhessen, Hessen-Darmstadt, Baden, Württemberg und Österreich (= Guntram Müller-Schellenberg, Peter Wacker (Hrsg.): Das herzoglich-nassauische Militär 1806–1866. Band 3). Schellenberg, Taunusstein 1983, ISBN 978-3-922027-98-0.

Einzelnachweise

Kategorie:Oberstleutnant Kategorie:Polizist (Hessen) Kategorie:Person (Großherzogtum Hessen) Kategorie:Person (Rheinhessen) Kategorie:Person (Mainz) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1884 Kategorie:Mann