mini|Thomas Edward Penard (1878–1938) Thomas Edward Penard (* 7. Mai 1878 in Paramaribo, Suriname; † 27. Oktober 1936 in Cambridge, Massachusetts) war ein surinamisch-US-amerikanischer Elektroingenieur und Ornithologe.

Leben und Wirken Penard war der zweite Sohn des Händlers Frederik Paul Penard (1834–ca. 1908) und Philippina (1850–1926) geb. Salomons, die dieser im Jahre 1875 heiratete. Seine Brüder Frederik Paul Penard (1876–1909) und Arthur Philip Penard (1880–1932) waren ebenfalls Ornithologen und schrieben das zweibändige Werk De Vogels van Guyana. Thomas Edward kam als Dreizehnjähriger in die Vereinigten Staaten und besuchte zunächst die öffentliche Schule in Everett. 1896 wechselte er auf das Massachusetts Institute of Technology, das er 1900 mit dem Bachelor of Science in Elektrotechnik abschloss. Er begann seine erste Arbeitsstelle als Konstrukteur bei der Edison Electric Illuminating Company in Boston, mit der er in seinem gesamten Leben verbunden blieb. 1931 war er dort stellvertretender Leiter der Abteilung Anlagenbau. Er half als Ausbilder an der Abendschule der Northeastern University und war dort für einige Zeit Dekan der Abendschule. 1905 heiratete er Sabrina Grant, mit der er einen Sohn namens Frederick hatte.James Lee Peters, S. 232.

Ornithologie Penard hatte schon in früher Kindheit ein Interesse an der Vogelwelt und legte sich eine Sammlung surinamischer Vögel zu. Trotzdem publizierte er erst im Jahr 1918 seine ersten taxonomischen Artikel über die Ornis des tropischen Amerikas und insbesondere Surinams. Auch wenn er nie ein formelles Training in ornithologischer Systematik erhalten hatte, erkannte er schnell mit Hilfe seines Mentors Outram Bangs (1863–1932) die Prinzipien der Taxonomie. Zwischen 1918 und 1927, oft zusammen mit Bangs, publizierte er über 30 ornithologische Artikel. Zusätzlich besuchte er mehrere Monate seine alte Heimat Surinam und erweiterte seine Sammlung um ca. 2.000 Bälge. 1919 wurde er gewähltes Mitglied der American Ornithologists’ Union (AOU). Seine Arbeit und seine Gesundheit führten dazu, dass er seine Zusammenarbeit mit Bangs und seine ornithologischen Arbeiten schließlich aufgab. So verkaufte er seine Sammlung 1930 an das Museum of Comparative Zoology. Auch wenn er nicht mehr publizierte, verlor er nicht das Interesse an der Ornithologie und forschte auf diesem Gebiet weiter, sofern es seine Zeit zuließ. Postum erschien von Penard eine Biografie über den Ornithologen Frédéric de Lafresnaye, über den bis dahin trotz seiner zahlreichen Publikationen nur wenig bekannt war.Thomas Edward Penard (1945).

Folklore und andere Interessen Neben der Ornithologie beschäftigte sich Penard mit der Folklore Surinams. Zusammen mit seinem Bruder Arthur Philip publizierte er zwischen 1917 und 1929 mehrere Artikel in Journal of American Folklore und De West Indische Gids. Ein weiteres Interessengebiet Penards war die Philatelie. Außerdem legte er sich eine enorme Bibliothek naturwissenschaftlicher Bücher zu, die auch einige sehr seltene Werke enthielt. Penard besaß eine wertvolle Sammlung surinamischer Gegenstände. Die Bibliothek wurde nach seinem Tod vereinzelt.François Haverschmidt, S. 59.

Mitgliedschaften Penard war Mitglied der Freimaurerer Mount Lebanon Lodge of Masons, des American Institute of Electrical Engineers, des Boston Engineers' Club sowie einiger Philatelie-Gesellschaften. Neben der AOU stand er mit dem Nuttall Ornithological Club, New England Zoölogical Club und der Boston Society of Natural History in Verbindung.

Dedikationsnamen Outram Bangs und Thomas Barbour widmeten ihm 1922 Jacamerops aureus penardi, eine Unterart des Riesenglanzvogels.Outram Bangs u. a. (1922), S. 200. Wem Picumnus penardiFrederik Paul Penard u. a., S. 559., ein Synonym für Picumnus exilis buffonii , 1845, gewidmet ist, kann nicht klar beantwortet werden. Das Typusexemplar wurde von einem der Penard-Brüder an Philip Lutley Sclater zur Analyse geschickt, der es mit einem Etikett mit diesem Namen versah und zurücksendete. Sclater selbst hat den Namen nie publiziert und wahrscheinlich später erkannt, dass es sich um ein Synonym handelte. Sehr wahrscheinlich ist es aber Arthur Philip Penard gewidmet, der den Balg gesammelt hat.Outram Bangs u. a. (1918), S. 59. Auch Poecilotriccus fumifrons penardi, eine Unterart des Graustirn-Todityranns, die Carl Eduard Hellmayr 1905 beschrieb, hat keine eindeutige Widmung, doch wurde der Balg im gleichen Zeitraum wie Picumnus penardi gesammelt.Carl Eduard Hellmayr, S. 200.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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