Der Gruonbach ist ein 5 Kilometer langer rechter Nebenfluss der Reuss mit der Einmündung in den Urnersee im Schweizer Kanton Uri.
Geographie Verlauf Der Gruonbach entspringt, als Hinterbach im Gruontal, einem tief ausgeräumten Erosionstal westlich der Hüenderegg und nördlich der Eggberge auf dem Gebiet der Gemeinde Flüelen. Er sammelt das Wasser kleiner Nebenbäche im Tal, vor allem des Bodmibachs, der von der hoch gelegenen Alp Schön Chulm unterhalb des Siwfass herabfliesst und aus mehreren Runsen das Wasser von den Steilhängen unterhalb des Rophaien aufnimmt. Im bewaldeten Talbereich Chalt Brunnen fliessen Quellbäche aus dem Nordhang unterhalb des Gruonbergs bzw. der Eggberge beim Weiler Gruonbergli in den Bach.Nebenbäche. Nach der engen Schlucht zwischen den Alpweiden Gibel und Unter Urmis erreicht der Gruonbach das östliche Ufer des Vierwaldstättersees, wo er nach den Eiszeiten mit dem Geschiebe einen grossen Schwemmfächer geschaffen hat, auf dem der Ortsteil Usserdorf von Flüelen liegt.
Einzugsgebiet Das 8,32 km² grosse Einzugsgebiet des Gruonbachs liegt in den Glarner Alpen und wird durch ihn über die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es grenzt im Norden und Nordosten an das Einzugsgebiet des Riemenstaldnerbachs, der über den Urnersee in die Reuss entwässert; im Südosten an das des Holdenbachs, der über die Schächen in die Reuss entwässert; und im Süden an das des Altdorfer Dorfbachs, der in den Urnersee mündet.
Das Einzugsgebiet besteht zu 57,2 % aus bestockter Fläche, zu 28,8 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,6 % aus Siedlungsfläche und zu 12,4 % aus unproduktiven Flächen.
Die Flächenverteilung
Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt , die minimale Höhe liegt bei und die maximale Höhe bei Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Gruonbach. Bundesamt für Umwelt (BAFU).
Zuflüsse Hinterbach (rechter Quellbach), 4,9 km, 0,99 km² Vorderbach (linker Quellbach), 1,5 km, 0,65 km² Guferlibach (links), 1,1 km Gruonberglibach (links), 0,3 km Berglital(bach) (links), 1,3 km Bodmibach (rechts), 2,6 km, 3,03 km² Ofenzug (links),1,4 km Gibelrunse (rechts), 0,5 km
Geologie Während an der Nordflanke des Gruontales von der Axenfluh am Vierwaldstättersee bis zum Rophaien eine mächtige, beispielhafte Schichtfolge von Kalkschuppen und -decken der gefalteten helvetischen Kalkalpen aufgeschlossen istRené Hantke: Tektonik der helvetischen Kalkalpen zwischen Obwalden und dem St. Galler Rheintal. In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1961, S. 1–210, S. 84 ff. (PDF; 14 MB)., zeigt der Südhang des Tales eine geologische Besonderheit. Die Kuppe auf dieser Seite des Tales bildet den letzten Rest eines bei der Entstehung der Alpen von Urflüssen am Rand eines Meeres angeschütteten Schuttfächers, der später zu einer kompakten Felsmasse verdichtet wurde. Das als Gruontal-Konglomerat bekannte Material gehört zu den markanten Leitgesteinen des ehemaligen Rhonegletschers und erlaubt durch sein Vorkommen in dessen Endmoränen die Bestimmung von historischen Gletscherständen.J. Schumacher: Zur Herkunft der Gerölle im Gruontalkonglomerat. In: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern. 1950, S. 40–45.
Hydrologie Bei der Mündung des Gruonbachs in den Urnersee beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 530 l/s. Sein Abflussregimetyp ist nival de transition Abrufbar unter , und seine AbflussvariabilitätDie Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert. beträgt 19.
Wasserkraft Der Kanton Uri prüft die Errichtung eines Kleinwasserkraftwerks am Gruonbach.Alpiq EcoPower AG: Kanton Uri. Projekte für Kleinwasserkraftwerke. Vorstudie. Bern 2009.
Naturgefahren Der Gruonbach bewirkt in seinem Gerinne eine kräftige Tiefen- und Seitenerosion und verursacht nach starken Niederschlägen immer wieder Hochwasser und schuttreiche Murgänge. Die Chronik von Johann Jacob Leu berichtet von der Zerstörung einer Ortschaft Wyler durch eine Überschwemmung des Bachs.Johann Jacob Leu: Allgemeines Helvetisches … Lexicon. Band 19. Zürich 1764, S. 490. Um weitere Schäden im Siedlungsbereich und an den Verkehrswegen am Seeufer, besonders der Gotthardbahn, zu verhindern, hat der Kanton Uri zusammen mit der Gotthardbahn-Gesellschaft im Gruontal seit dem 19. Jahrhundert Bachverbauungen durchgeführt. Im ganzen Gerinne oberhalb des Dorfes sind in Mauerwerk und teilweise mit Holz aus dem Gruonwald zahlreiche Wildbachsperren eingebaut und auf dem Schwemmkegel ist ein Ablenkbauwerk errichtet worden. (PDF). Das neue Bachbett liegt bei der Siedlung Rüti auf einer Galerie der Eisenbahnlinie (1882 Bau der alten Gruonbachgalerie, 1943 Bau der neuen Gruonbachgalerie für die Doppelspur Flüelen-Brunnen), während die Axenstrasse es mit einer Brücke überquert.
Tourismus Am Gruonbachstrand sind Einrichtungen für verschiedene Wassersportarten vorhanden. Der See ist an dieser Stelle besonders gut für das Wind- und Kitesurfen geeignet..
Siehe auch Liste der Nebenflüsse der Reuss
Literatur Max Oechslin: Der Gruonbach im Kanton Uri. 1935. Franz Steinegger u. a.: Broschüre Gruontal. 2023 (PDF).
Weblinks Ortsplan Flüelen
Einzelnachweise
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