mini|Laudenbach in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts) mini|Blick zur Kirche
Laudenbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.
Geografie Lage Laudenbach liegt direkt am westlichen Ufer des bayerischen Untermains zwischen Miltenberg und Obernburg und grenzt an den Odenwald. An das Straßenverkehrsnetz ist der Ort gut über die Bundesstraße 469 angeschlossen, das Zentrum des Rhein-Main-Gebietes kann per Auto und Bahn schnell erreicht werden.
Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit am Berg „Auf der Höhe“, südlich von Laudenbach, der niedrigste liegt im Main auf .
Gemeindegliederung Außer dem Kirchdorf Laudenbach gibt es keine weiteren Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Laudenbach. Sie hat eine Fläche von 4,932 km² und ist in 1483 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3325,93 m² haben.
Nachbargemeinden Die Gemarkung von Laudenbach stößt nördlich (mainabwärts) an die Nachbargemeinde Klingenberg am Main, mit dem Ortsteil Trennfurt und auf der anderen Mainseite an die Wüstung Grubingen, östlich an den Main und die Gemarkung von Großheubach, mainaufwärts (südlich) an Kleinheubach und im Westen an das Bundesland Hessen mit Michelstadt und der Gemarkung des Ortsteiles Vielbrunn. Mit dem Odenwald ist Laudenbach über eine Kreisstraße und die Weiler Brunnthal und Bremhof verbunden.
Name Etymologie Seinen Namen hat Laudenbach vom gleichnamigen Laudenbach, der im Ort in den Main mündet.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1133 Lůtenbach 1144 Lutenbach 1212 Ludenbach 1248 Lůtinbach 1252 Lutinbach 1291 Lutenbach 1315 Laudenbach 1542 Lautenbach 1625 Laudenbach
Ortsneckname Waren die Breitendieler die „Hasenbäuerli“, so waren die Laudenbacher die „Kröpfer“. Eine besonders beliebte Haustaubenrasse bei den Taubenzüchtern waren die Brünner Kröpfer. Später kamen dann die Reisetauben hinzu, man bildete Schlaggemeinschaften und erzielte Preise, Auszeichnungen und Trophäen. Den Spitznamen bzw. Ortsnecknamen hatten die „Laudenbacher Kröpfer“ schon lange von ihren Nachbarorten erhalten.Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer. Lkr. Miltenberg 2003.
Geschichte Seit 1315 war Laudenbach im Besitz der Reichsfreiherren von Fechenbach. Im Zuge der Neugliederung Deutschlands unter Napoleon kam der Ort 1810 zum Großherzogtum Hessen. Mit Vertrag vom 29. Januar 1817 gelangte Laudenbach zusammen mit den Orten Umpfenbach, Windischbuchen und Reichartshausen im Tausch gegen Dorndiel, Mosbach und Radheim vom Großherzogtum Hessen an das Königreich Bayern. Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Laudenbach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Laudenbach war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.
Eingemeindungen Der zu Vielbrunn (Stadtteil von Michelstadt) gehörende, aber näher zu Laudenbach liegende, Weiler Brunnthal in Hessen, wird von Laudenbach aus mitverwaltet.
Einwohnerentwicklung Es gibt eine leichte Zunahme der Einwohnerzahl in den letzten Jahren, die vor allem auf die Erschließung neuer Baugebiete (z. B. Sommerberg II, Bocksberg) zurückzuführen ist.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1249 auf 1454 um 205 Einwohner bzw. um 16,4 %. Quelle: BayLfStat
Die Einwohnerzahlen seit 2018 sind recht konstant: +StichtagEinwohnerzahl31. Dezember 2019146131. Dezember 2020142931. Dezember 2021148331. Dezember 2022150031. Dezember 2023153831. Dezember 2024147131. Dezember 20251462
Politik Bürgermeister Stefan Distler (Die Unabhängigen) ist seit 1. Mai 2020 Erster BürgermeisterErgebnis auf der Gemeinde-Homepage, abgerufen am 23. Juni 2020 und wurde 2026 wieder in dieses Amt gewählt. Dessen Vorgänger war Bernd Klein (Freie Wähler), im Amt von Mai 2008 bis April 2020.
Gemeinderat Die Kommunalwahlen am 8. März 2026 in Bayern ergaben folgendes Ergebnis für die Gemeinde Laudenbach: +ParteiAnteil der SitzeCSU3FW5DU4Gesamt12
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler
Schloss Laudenbach mini|Schloss Laudenbach Über 600 Jahre waren die Reichsfreiherren von Fechenbach Orts- und später Schlossherren. Die Witwe des Feldmarschall-Leutnants Reichart von Fechenbach, Josepha geb. von Eyb, ließ das heutige Barockschloss zwischen 1717 und 1747 erbauen. Das Hauptgebäude besteht aus zwei rechtwinklig zusammenstoßenden zweigeschossigen Flügeln. Die Schlosskapelle ließ 1755 der spätere Titularbischof von Taenarum Johann Philipp Karl von Fechenbach errichten. Der Schlosskomplex liegt in einem malerischen Park mit seltenen Bäumen. Von 1923 bis 2001 war das Schloss als Erbe im Besitz der Freiherren von und zu Aufseß. 2002 erwarb Aloys-Konstantin Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg aus Kleinheubach das Schloss als Wohnsitz für seinen Sohn, Erbprinz Carl Friedrich (1966–2010), dessen Familie es bis heute bewohnt.
Parks Schlosspark Laudenbach
Naturdenkmäler Mammutbaum im Schlosspark
Musik Musikverein Harmonie Sängerlust Laudenbach INTAKT – der Chor
Vereine In der Gemeinde gibt es folgende Vereine/Organisationen: Freiwillige Feuerwehr Heimat- und Geschichtsverein Turnverein Angelsportverein ASV Laudenbach am Maintalradweg Motorradclub Fußballverein Kickers 1949 Laudenbach Bogenschützenverein Obst- und Gartenbauverein Laudenbach
Regelmäßige Veranstaltungen Kindergartenfest im Sommer Mainuferfest des Fußballvereins im Sommer Johannisfeuer des Gesangvereins Maifeier des Musikvereins Anlassfahrt und Abschlussfahrt des Motorradclubs Theaterveranstaltung der Theater Truppe Laudenbach seit mittlerweile weit über 40 Jahren. Meist im April/Mai
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Haltepunkt Laudenbach (b Kleinheubach) liegt an der Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg. Am östlichen Ortsrand von Laudenbach verläuft die Bundesstraße 469 und die Kreisstraße MIL 3 führt Richtung Westen in den Odenwald nach Vielbrunn. Der nächste Autobahnanschluss 57 (Kreuz Stockstadt am Main) der Bundesautobahn 3 ist über die B 469 ca. 31 km entfernt.
Radfernwege Durch den Ort entlang des Mains führen folgende Radwanderwege: Der Deutsche Limes-Radweg führt von Bad Hönningen durch Westerwald, Taunus und Odenwald zum 818 Kilometer entfernten Regensburg und orientiert sich dabei am historischen Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes. Der Main-Radweg führt von den beiden Quellen des Mains entlang des Flusses bis zu dessen Mündung in den Rhein bei Mainz. Er hat eine Gesamtlänge von etwa 600 Kilometern. Die D-Route D5 (Saar-Mosel-Main) führt über 1.021 Kilometer von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze. Der 225 km lange 3-Länder-Radweg führt als Rundweg durch das Dreiländereck von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Entlang von Mümling, Neckar und Main erkundet die Route den Odenwald.
Öffentliche Einrichtungen Die Kindertagesstätte Karolusheim.
Bildung Grund- und Hauptschule innerhalb des Schulverbands Kleinheubach/Laudenbach/Rüdenau
Söhne und Töchter der Gemeinde Franz Ignatz Uhrig (* 1. März 1820 in Laudenbach; † 9. Februar 1861 in St. Louis), Brauer und Gastronom in St. Louis Franz Joseph Uhrig (* 2. Juli 1808 in Laudenbach; † 2. Juli 1874), älterer Bruder von Ignatz, Transportunternehmer, Brauer und Gastronom in St. Louis
Literatur
Weblinks
Gemeinde Laudenbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Miltenberg Kategorie:Ort am Main Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Miltenberg