Joachim Niklasch (* 12. Januar 1953) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart. In den 1970er und 1980er Jahren spielte er für den 1. FC Lokomotive Leipzig und den HFC Chemie in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball.
Sportliche Laufbahn Gemeinschafts-, Club- und Vereinsstationen Nachdem Joachim Niklasch 1970/71 mit der Juniorenoberligamannschaft des 1. FC Lokomotive Leipzig, dem er seit 1968 angehörte, DDR-Meister geworden war, setzte ihn Trainer Horst Scherbaum in der Saison 1972/73 als Vertretung für Stammtorwart Werner Friese in acht Punktspielen der Oberliga ein. Daneben bestritt Niklasch zwölf Spiele in der 2. Mannschaft in der zweitklassigen DDR-Liga.
1973/74 spielte Niklasch nur in der 2. Mannschaft, hatte danach aber 1974/75 seine erfolgreichste Oberligasaison, als der gelernte Elektromonteur Friese in dreizehn von 26 Oberligaspielen vertrat. Es folgte erneut eine Saison ohne Oberligaeinsatz, und da die 2. Mannschaft abgestiegen war, musste Niklasch in der drittklassigen Bezirksliga spielen. Sein vorläufig letztes Oberligaspiel für den 1. FC Lok bestritt er am 2. Spieltag der Saison 1976/77. Zum Abschluss der Saison wurde Niklasch mit der Nachwuchsoberligamannschaft des 1. FC Lok in dieser Liga Meister.
Nach der Winterpause wechselte Niklasch zum Oberligakonkurrenten Hallescher FC Chemie, wo er den etatmäßigen Torhüter Helmut Brade in vier Oberligaspielen vertrat. Da der HFC zur Saison 1977/78 mit Ulrich Kühn eine neue Nummer eins für das Tor verpflichtete, kam Niklasch bis zum November nur in drei Oberligaspielen zum Einsatz. Im November 1977 wurde er zu einem zwölfmonatigen Wehrdienst in die Nationale Volksarmee eingezogen.
Nach dem Ende seiner Armeezeit schloss sich Niklasch zur Spielzeit 1978/79 dem DDR-Ligisten BSG Aktivist Espenhain an. Dort wurde er als 2. Torwart nominiert, kam aber nicht zum Einsatz. Erst zur Saison 1980/81 wurde er wieder reaktiviert und in 13 der 22 DDR-Ligaspiele aufgeboten. Nach dieser Spielzeit stieg Espenhain in die Bezirksliga ab. Ab 1982/83 spielte Niklasch für den gerade aufgestiegenen DDR-Liga-Vertreter TSG Chemie Markkleeberg. Dort schaffte er es endlich, dauerhaft Stammtorwart zu werden. Bis 1987 war er stets in allen Punktspielen dabei.
Nachdem er 1987/88 23 Ligaspiele absolviert hatte, holte ihn der 1. FC Lokomotive Leipzig Anfang April nach 12 Jahren zurück, weil nach dem Ausfall des dritten Torwarts Maik Kischko Ersatz gebraucht wurde. Er kam aber in der Oberliga nur einmal am 24. Spieltag gegen den BFC Dynamo zum Einsatz, als er gegen den 1,75 Meter großen Stürmer Dieter Kühn als Torwart ausgetauscht wurde, damit der 1,80 Meter große eigentliche Torhüter René Müller mithelfen sollte, das Siegtor zu erzielen. Lok Leipzig und der BFC waren vor diesem Spieltag punktgleich, der BFC verfügte aber über das bessere Torverhältnis. Bei einem Sieg wäre Lok am BFC vorbeigezogen und hätte gute Chancen auf den ersten DDR-Meistertitel gehabt. In den verbleibenden Minuten konnte Lok aber kein Tor mehr erzielen und wurde am Ende der Saison Vizemeister.
Auch für die Saison 1988/89 führte der 1. FC Lok Leipzig Niklasch noch als dritten Torwart, er kam aber nicht in der Oberliga zum Einsatz. Stattdessen kehrte er zur TSG Markkleeberg zurück, wo er in der DDR-Liga von den 34 Punktspielen 21 Partien bestritt. Als sich die TSG wegen der Deutschen Wiedervereinigung 1990 in den 1. FC Markkleeberg umwandelte, gehörte Niklasch auch zur Saison 1990/91 wieder zum Aufgebot der 1. Mannschaft, die in der neu gebildeten auf dem ehemaligen Gebiet der DDR noch ein Jahr lang zweitklassigen NOFV-Liga antrat. Als 37-Jähriger absolvierte er noch acht Punktspiele. Danach verabschiedete er sich als Fußballtorwart vom höherklassigen Fußball. Später wurde er Torwart- und Co-Trainer bei der unterklassigen SG Taucha 99.
Auswahleinsätze Im Frühjahr 1972 wurde er in das Aufgebot der DDR-Nachwuchsnationalmannschaft berufen. Am 1. Mai dieses Jahres stand Niklasch beim 4:1-Erfolg gegen die ungarischen Altersgenossen in Thale im Tor der Ostdeutschen. Im März 1976 wurde er gegen Rumänien beim 1:0-Sieg in Schwedt noch einmal in einem Länderspiel der U-21-Auswahl eingesetzt.
Literatur Deutsches Sportecho: Jahrgänge 1971–1991. Andreas Baingo, Michael Horn: Die Geschichte der DDR-Oberliga. 2. Auflage. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-428-6, Seite 319 und 330. Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3, Seite 447. Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 355. Hanns Leske: Magneten für Lederbälle. Torhüter der DDR. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-368-4, Seite 167.
Weblinks
Kategorie:Fußballtorhüter (DDR) Kategorie:Fußballtorhüter (1. FC Lokomotive Leipzig) Kategorie:Fußballtorhüter (Hallescher FC) Kategorie:Fußballspieler (TSG Markkleeberg) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann