Hornstorf ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Neuburg mit Sitz in der Gemeinde Neuburg verwaltet.
Geografie Die Gemeinde Hornstorf grenzt im Westen an die Hansestadt Wismar und ist etwa fünf Kilometer von der Wismarer Bucht entfernt. Weitere Nachbargemeinden von Hornstorf sind Krusenhagen im Norden, Neuburg im Nordosten, Benz im Osten, Zurow im Südosten sowie Lübow im Süden.
Zu Hornstorf gehören die Ortsteile Kritzow, Rohlstorf und Rüggow.
Geschichte 1282 wurde Hornstorf (damals als Hornestorp) erstmals in einer Urkunde erwähnt. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde Rüggow mit dem Amt Neukloster, der Herrschaft Wismar und dem mecklenburgischen Teil der Insel Poel schwedisch. Erst 1903, einhundert Jahre nach dem Malmöer Pfandvertrag von 1803, verzichtete Schweden auf die Einlösung dieses Vertrages, und die Ortschaft fiel wieder an Mecklenburg. 1883 bekam die Gemeinde mit der Strecke Wismar–Rostock einen Bahnanschluss. Vier Jahre später folgte eine Zweigstrecke nach Karow über Neukloster und Goldberg ab, die inzwischen stillgelegt ist. Hornstorf war einige Generationen seit 1848 Sitz der mecklenburgischen Adelsfamilie von Both. Hornstorf war Sitz eines Majorats. Die Familie wurde zuletzt durch Oberforstmeister Christian von Both und dann durch seine Tochter Charlotte von Both (1800–1853) vertreten. Sie heiratete den Kammerherrn Otto von der Lühe. Und so wechselte die Besitzerfamilie. Die Nachfahren ihres Sohnes Karl von der Lühe (1832–1919) konnten das Gut Hornstorf nicht mehr halten, das Gut ging dann in die Aufsiedlung. Der so genannte Resthof mit 527 ha gehörte dann um 1928 schon der Mecklenburgischen Landgesellschaft GmbH mit Sitz in Schwerin. Die typischen Bauernhöfe an der Schwedenschanze entstanden in der Zeit der Aufsiedlung der 1930er Jahre.
Kritzow: 1314 bestätigte Fürst Heinrich von Mecklenburg den Verkauf des Dorfes Kritzow und einiger Äcker zu Rüggow an das Zisterzienser-Kloster Cismar und überließ diesem das damit neu entstehende Eigentumsrecht und mehrere andere Herrlichkeiten. Das Gut Kritzow besaß Louise Allwardt mit Wohnsitz im Gutshaus Kritzowburg. Diese Begüterung stand unter Aufsicht des Administrators K. Hoffmann. Der Besitz hatte einen Umfang von 425 ha. Am 1. Juli 1950 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Kritzow eingegliedert.
Rohlstorf: Rohlstorf gehörte zeitweise zu einem Familienfideikommiss. Besitzerin war Ottilie von Oertzen, geborene von der Lühe (1863–1947), Schwerin. Sie war mit dem Gutsbesitzer Arndt von Oertzen-Lübbersdorf auf Briggow verheiratet. Als Nutznießer galt ihr Vater, der Rittmeister a. D. Adolf von der Lühe (1860–1934) auf Kalsow. Als Gutsverwalter agierte Oberinspektor Arthur Maaß aus Hornstorf. Gut Rohlstorf hatte einen Umfang von 288 ha, größtenteils Ackerflächen.
Rüggow: Rüggow bestand ein 167 ha Landgut, welches um 1900 dem Rittergutsbesitzer Walter Dreßler gehörte. Dann folgte der Hauptmann a. D. Karl von der Lühe. 1922 wurde seine Ehefrau Elisabeth, geborene Freiin von Rotenhan-Buchwald, die Gutsherrin. Rüggow war bis zur Wende Militärstandort. Dort war das Funkaufklärungszentrum Nord (FuAZ Nord) der NVA stationiert.
1933–1945 mini|Stolperstein am Gemeindehaus Hornstorf Ein am Gemeindehaus in Hornstorf 2025 verlegter Stolperstein wider das Vergessen gilt der am 17. Juli 1924 in Hornstorf geborenen und in Rohlstorf aufgewachsenen Ilse Zietz, verheiratete Heinrich. Im Alter von 14 Jahren rebellierte sie gegen einen ihr aufgezwungenen Lebensweg, der überhaupt nicht ihren Vorstellungen entsprach. Ihr hilfloses Aufbegehren durch Verweigerung klassifizierte man als arbeitsscheu. Für die Nationalsozialisten galt sie damit als asoziales Subjekt, eine Gefahr für die Volksgemeinschaft. Aus Sicht der Nazis folgerichtig, durchlief Ilse dann das Gefängnis in Wismar, das Landesarbeitshaus Güstrow sowie das Konzentrationslager Ravensbrück. Kurz bevor die Rote Armee das Lager 1945 befreite, entkam Ilse nur knapp den Todesmärschen, da man sie schwer an Typhus erkrankt dem sicheren Tod geweiht sah.Biografien und Interviews, Uwe Hansen / 2026, Projekt-Biografien zu Ilse Heinrich sowie Video-Interviews. (PDF)
Politik Wappen
Flagge Die Flagge der Gemeinde Hornstorf ist gleichmäßig längsgestreift von Gold (Gelb) und Rot. In der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des gelben und des roten Streifens übergreifend, das Wappen der Gemeinde.
Dienstsiegel Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE HORNSTORF • LANDKREIS NORDWESTMECKLENBURG“.Hauptsatzung Hornstorf §1 Abs. 1-7 Hauptsatzung Gemeinde Hornstorf vom 14. November 2024, downloadbare PDF
Kultur Lokale Vereine und Gruppierungen des Sports und der Kultur sowie engagierte Bürger organisieren ein breites Freizeitangebot in der Gemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr Hornstorf steht als Partner bei der Ausgestaltung von Veranstaltungen zur Seite.
Der Förderverein der Gemeinde Hornstorf e.V. engagiert sich für die Förderung von Kunst und Kultur in der Gemeinde.Über uns, auf hornstorf-mv.de, abgerufen am 6. Juli 2026
Fördervereine Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Hornstorf Förderverein Gemeinde Hornstorf e.V. Förderverein Kirche (siehe auch unter Weblinks) Freizeit und Sport Stand: Juni 2026 Aerobic Drums Alive Gymnastik Freibeuter Wismar Rugby Club Landfrauen SV Hornstorf Tischtennis Yoga / Kinderyoga Zumba
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Dorfkirche St. Laurentius mini|hochkant|Innenraum der Laurentiuskirche
Die im gotischen Stil erbaute Dorfkirche St. Laurentius ist das älteste Gebäude in dem Ort. Erstmals wurde die Backsteinkirche 1327 erwähnt. Die Kirche dürfte jedoch etwas älter sein, vermutlich wie der 55 Jahre zuvor erwähnte Ort Hornstorf. Der schlichte quadratische Westturm der evangelischen Dorfkirche wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts angebaut.
Wirtschaft und Verkehr Bedeutend für die Gemeinde war zunächst das 34 Hektar große Gewerbegebiet nahe dem Autobahnkreuz Wismar. Hier haben sich viele Unternehmen angesiedelt, die mehrere hundert Arbeitsplätze schufen.
Großgewerbegebiet Wismar-Hornstorf
Dabei handelt es sich um eine Fläche von etwa 160 Hektar im Osten von Wismar am Autobahnkreuz Wismar, wo die A20 die A14 kreuzt und das Ende der A14 darstellt. Die Verlängerung der A14 Richtung Norden (Wismars Osttangente) führt zum Seehafen und zum Holzindustriegebiet von Wismar. Im westlichen Wismarer Bereich stehen 48 Hektar zur gewerblichen Nutzung und im östlichen Hornstorfer Teil 45 Hektar zu gewerblicher und 15 Hektar zu industrieller Nutzung zur Verfügung. Am 29. August 2026 wurde im Beisein des Wirtschaftsministers Dr. Wolfgang Blanck der Großgewerbestandort für den Verkehr freigegeben. Die Vermarktung läuft aktuell (seit Juli 2026).| Direkt zur Flächenvermarktung des gesamten Gewerbegebiets 2026 Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg mbH
Verkehrsanbindung
Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 105. In der Nähe des Ortsteils Kritzow liegt das Autobahnkreuz Wismar; hier kreuzt die Ost-West-Autobahn A20 die A14.
Am Haltepunkt Hornstorf an der Bahnstrecke Wismar–Rostock hält stündlich die Linie RB 11 der Relation Wismar – Rostock – Tessin. Über die NAHBUS NWM GmbH besteht vom Ortsteil Kritzow aus außerdem eine Direktverbindung zum Bahnhof Blankenberg an der Strecke Rostock–Schwerin(–Hamburg).Liniennetz Gesamtverkehr, auf nahbus.de
Persönlichkeiten Adolf Lüben (* 1863 in Kritzow; † 1951 in Grevesmühlen), Politiker, Amtshauptmann und Abgeordneter
Einzelnachweise
Weblinks
Hornstorf auf der Website des Amts Neuburg Förderverein Gemeinde Hornstorf OrtsApp Hornstorf
Kategorie:Ort im Landkreis Nordwestmecklenburg