Lembras (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Lembrasiens und Lembrasiennes genannt.
Lembras liegt an der Via Lemovicensis, einem der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich. mini|Die Seyze zwischen Lembras und Lamonzie-Montastruc mini|Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)
Geografie Lembras liegt etwa 37 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 55 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa fünf Kilometer nordöstlich vom Zentrum von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet grenzt unmittelbar an Bergerac im Südwesten des Départements. Es liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Caudeau, der es im Süden begrenzt, und von den Flüsschen Seyze, Tortefeyssole und Ruisseau du Vert sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lembras liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine nach Norden hin waldreiche, gewellte Hügellandschaft auf, die vom breiten Tal des Caudeau begrenzt wird. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im äußersten Nordwesten mit Höhe in der Nähe des Lieu-dits Pinceguerre an der Grenze zu den Nachbargemeinden Eyraud-Crempse-Maurens und Queyssac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit Höhe beim Austritt des Caudeau aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum mit der Ortskirche liegt in Hanglage erhöht oberhalb des Tals des Ruisseau du Vert auf etwa Höhe.
Im Jahr 2006 verteilte sich das Land auf kommunaler Ebene wie folgt: 45,2 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 44,3 % Wälder oder naturnahe Gebiete und 11,1 % künstlich angelegte Flächen.
Umgeben wird Lembras von den sechs Nachbargemeinden:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Lembras werden als mild und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Lembras sind bemerkenswert, da es auch im trockensten Monat Niederschlag gibt. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in dieser Region unter Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Lembras beträgt 13,6 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,8 °C, die höchste im Juli und August mit jeweils 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 852 mm.
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Lembras Natürliche Risiken manifestieren sich in Lembras neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Aufgrund der starken Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Lembras einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa vier Fünftel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 2005, 2011 und 2017 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Lembras besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Ein technologisches Risiko bildet ein verschmutzter oder potenziell verschmutzter Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Aufgrund früherer Abfallablagerungen oder des Eindringens von Schadstoffen stellt er eine potenzielle Verschmutzung dar, die möglicherweise eine Belästigung oder ein dauerhaftes Risiko für Menschen oder die Umwelt bildet. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle.
Etymologie und Geschichte Die heutige Form des Namens des Dorfes ist im 12. Jahrhundert in einem Kirchenregister belegt. Danach erschien die latinisierte Schreibweise Lembraco im Jahre 1373 in den Schriften. Er steht für einen gallorömischen Personennamen Lamprus, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Lamprusacum, Landgut des Lamprus). Der Name ist im antiken Italien gut belegt. Es gab beispielsweise einen Musiker namens Lamprus.Siehe Tanet, Hordé, Seite 199
Der Orden der Brüder vom Hospital des Heiligen Johannes von Jerusalem, später der Malteserorden, stellte Lembras unter den Schutz des Heiligen Johannes des Täufers. Er errichtete eine Festung am Lieu-dit La Ribeyrie.
Im Jahr 1113 stand dort eine befestigte Burg mit drei Mauern, deren Bug vom heutigen Cyrano-Turm gebildet wurde. Um 1198 ließ Richard Löwenherz, König von England und Herzog von Aquitanien, diese Festung abreißen. Der Turm steht jedoch noch heute an der Kreuzung der Straßen nach Queyssac und zum Lieu-dit Les Greloux und zeugt von der fernen Vergangenheit der Gemeinde. Die Anwesenheit der Merowinger in Lembras wird auch durch mehrere Gräber belegt, die in diesem Gebiet von La Ribeyrie entdeckt wurden.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste Sehenswürdigkeiten Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste Cyrano-Turm aus dem 15. Jahrhundert
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Schule mit 144 Schülerinnen und Schülern in sechs Klassen im Jahr 2024.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 469 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lembras erwerbstätig, entsprechend 72,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (74,5 %) höher war als bei den Frauen (69,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 41 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (53). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,7 % (2016) auf 8,8 % (2022). Allerdings stieg die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen in diesem Zeitraum von 15,1 % auf 56,5 %.
Branchen und Betriebe Der Bereich mit den meisten Beschäftigten (40,8 %) war Ende 2024 der Sektor Handel, Transport und diverse Dienstleistungen.
104 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lembras wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien65,8 %Baugewerbe2019,2 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2524,0 %Information und Kommunikation11,0 %Finanzen und Versicherungen32,9 %Immobilien87,7 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1918,3 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln1110,6 %Andere Dienstleistungen1110,6 %Gesamt104 mini|Weinberg bei Lembras Landwirtschaft Lembras liegt in den Zonen geschützter Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge, Côtes de Bergerac blanc und rouge, Rosette und Pécharmant.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau, Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 22 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 4 im Jahr 2020, ein Rückgang von 81,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 264 Hektar im Jahre 1988 auf 74 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb erhöhte sich von 12 Hektar auf 18,4 Hektar.
Fernwanderwege Durch das Gemeindegebiet von Lembras verläuft der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis ähnelt.
Außerdem verläuft der Fernwanderweg GR 361 von Abjat-sur-Bandiat nach Bergerac durch das westliche Gemeindegebiet.
Verkehr Die Nationalstraße N 21, die Périgueux mit Bergerac verbindet, durchquert das östliche Gebiet der Gemeinde. Die Departementsstraße D 936E1 zweigt von dieser am Lieu-dit La Ribeyrie ab, durchquert das Zentrum und führt nach Bergerac. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Regionalbusse zweier Linien im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Lembras mit Périgueux und mit Bergerac.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeinde im Département Dordogne Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ort am Jakobsweg (Via Lemovicensis) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert