Der Bronzekiebitz (Vanellus chilensis) ist mit einer Körperlänge von 37 bis 38 Zentimetern ein sehr großer Vertreter der Familie der Regenpfeifer.

Aussehen mini|links|hochkant|Kopf und Brust des Bronzekiebitzes Diese Vögel haben ein graues Kopfgefieder, der Rücken ist grau, grün oder braun gehalten. Der Bauch ist weiß, die Brust, der Schwanz und die Federn der Kopfhaube sind schwarz gefärbt. Der Schnabel und die Beine sind rot. Auffällig sind die beiden Sporne an den Flügeln, die ein Überbleibsel der Daumenkralle darstellen. Charakteristisch sind des Weiteren der lange schwarze Streifen am Kopf bis zur Brust und die braunen Stellen an den Schultern. Die Flügel sind an der Oberseite grau und unten weiß und an den Flügelspitzen schwarz. Der Bereich um die Augen ist rötlich.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet (grün) des Bronzekiebitz Die Art kommt in weiten Teilen Südamerikas – und in jüngerer Zeit auch zunehmend bis Mittelamerika – vornehmlich in Savannen, Feuchtwiesen und Lagunengebieten vor, hat sich mittlerweile aber auch auf landwirtschaftlich genutzten und bewohnten Flächen verbreitet und dringt teils sogar bis in die Innenstädte vor.

Lebensweise Die Tiere ziehen das ganze Jahr in kleinen bis mittelgroßen Gruppen auf der Suche nach Würmern, Insekten und deren Larven durch die Landschaft. Sie sind laut und schreckhaft und stoßen beim kleinsten Anzeichen von Gefahr einen grellen Warnruf aus. Bei Störungen fliegen sie auf und kreisen über längere Zeit kreischend über ihrem Futterplatz. Sie sind sowohl tagsüber wie auch bei Dunkelheit aktiv.

Fortpflanzung Ihre bräunlichen Eier, meist vier Stück, legen sie in flache Erdmulden. Die Brutdauer beträgt 18 bis 38 Tage. Bei der Brut verteidigen sie ihr Nest sehr aggressiv gegen jegliche Störung. Die Jungen verlassen sofort nach dem Schlupf das Nest und werden von beiden Eltern noch bis zu einem Monat lang versorgt.

Gefährdung Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und der Tatsache, dass für diese Art keinerlei Gefährdungen bekannt sind, stuft die IUCN diese Art als nicht gefährdet ein (Least Concern).

Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt: Vanellus chilensis cayennensis (, 1789)Johann Friedrich Gmelin (1789), S. 706. kommt von Nicaragua über das nördliche Südamerika nördlich des Amazonas und dem nördlichen Amazonas-Regenwald vor. Vanellus chilensis lampronotus (, 1827)Johann Georg Wagler (1827), S. 74. ist verbreitet vom Rio Madeira bis zentral Argentinien verbreitet. Vanellus chilensis fretensis (, 1934)Pierce Brodkorb (1934), S. 12. kommt vom südlichen Chile und südlichen Argentinien bis Kap Hoorn vor. Vanellus chilensis chilensis (, 1782)Juan Ignacio Molina (1782), S. 258–260. ist im Chile und westlichen zentralen Argentinien verbreitet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Bronzekiebitzes erfolgte 1782 durch Juan Ignacio Molina unter dem wissenschaftlichen Namen Hamatopus palliatus. Als Verbreitungsgebiet gab er Chile an. 1760 führte Mathurin-Jacques Brisson die neue Gattung Vanellus ein.Mathurin-Jacques Brisson (1760), Band 1 S. 48 & an 5 S. 94. Dieser Name hat seinen Ursprung in . Der Artname chilensis bezieht sich auf das Land Chile. Cayennensis hat mit Cayenne ebenfalls einen Bezug auf das Verbreitungsgebiet. Lampronotus ist ein Wortgebilde aus und . Fretensis leitet sich von ab. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay acht Bälge, gesammelt durch Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973), Michael Mathias Kiefer (1902–1980) und Hans Krieg (1888–1970) in Zanja Moroti, Puerto Casado, Nueva Germania und dem Bergland des Río Apa, zur Verfügung. Außerdem sah er die Art in Ytanu durch John James Dalgleish, am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 150., in Waikthlatingmayalwa im Gran Chaco, in ConcepciónJohn Graham Kerr (1901), S. 235. durch John Graham KerrJohn Graham Kerr (1901), S. 233. und in Sapucai durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 67, oft nachgewiesen in der Literatur. Zusätzlich erwähnte Laubmann Aguapeazó del terutero ó tetéuFélix de Azara (1805), S. 264–270. von Félix de Azara als Nachweis für das Land. Laubmann selbst nannte die Unterart Belonopterus cayennensis lampronotus als verbreitet in Paraguay. Außerdem erwähnte er Vanellus occidentalis , 1874James Edmund Harting (1874), S. 451., heute ein Synonym zur Nominatform.Alfred Laubmann (1939), S. 87–88. Weiter Synonyme sind Vanellus grisescens , 1896Josef Prokop Pražák (1896), S. 23., Belonopterus cayennensis molina , 1921Percy Roycroft Lowe (1921), S. 111. und Belonopterus cayennensis intermedius , 1926.Jan Sztolcman (1926), S. 203.

Sonstiges Der Bronzekiebitz ist Nationalvogel Uruguays und wird dort Tero genannt. Der Spitzname der uruguayischen Rugby-Nationalmannschaft Los Teros leitet sich vom Bronzekiebitz ab und die Unión de Rugby del Uruguay trägt den Bronzekiebitz im Wappen.

Weblinks

Bronzekiebitz auf Briefmarken

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Regenpfeifer