Die Burg Tsuchiura (, Tsuchiura-jō) ist eine japanische Burg in der Stadt Tsuchiura in der Präfektur Ibaraki. In der Edo-Zeit residierten dort zuletzt die Tsuchiya als größere Fudai-Daimyō.

Burgherren in der Edo-Zeit Ab 1601 die Fujii-Matsudaira mit 35.000 Koku, ab 1618 die Nishio mit 20.000 Koku, ab 1649 die Kutsuki mit 30.000 Koku, ab 1669 die Tsuchiya mit 45.000 Koku, ab 1682 ein Zweig der Ōkōchi mit 22.000 Koku, ab 1687 wieder die Tsuchiya mit 65.000 Koku.

Geschichte In der Eikyō-Zeit (1429 bis 1441) soll Imaizumi Saburō, ein Vasall der Oda, in Tsuchiura eine Burg angelegt haben. In der Sengoku-Zeit soll dort Sugenoya Katsusada (), ebenfalls Vasall der Oda, residierte haben. Er fiel bei der Belagerung von Odawara im Jahr 1590.

Als Tokugawa Ieyasu dann das Kantō-Gebiet übernahm, kam Tsuchiura an seinen zweiten Sohn, Yūki Hideyasu (; 1574–1607), der allerdings nach der Schlacht von Sekigahara 1600 in die Provinz Echizen versetzt wurde. Es folgten als Burgherren die Fujii-Matsudaira und weitere Daimyō, bis schließlich die Tsuchiya die Burg wieder übernahmen und dort fast 200 Jahre bis zur Meiji-Restauration 1868 blieben. 1873 wurde die Burg abgerissen.

Die Burganlage mini|links|Burg Tsuchiura (Siehe Text): 1: Hommaru, 2: Ni-no-maru, 3: San-no-maru; K: Kaminuma; S: Shimonuma, H: Ōte-mon Die Burg Tsuchiura nutzte den Fluss Sakuragawa () und dessen Nebenflüsse sowie Feuchtgebiete nördlich am See Kasumigaura. Sie war eine durch ein fünffaches Grabensystem geschützte Niederungsburg (Hirajiro). Da die Anlage die Gestalt einer aus dem Meer auftauchenden Schildkröte hatte, wurde sie auch „Schildkröten-Burg“ () genannt.

Um den zentralen Bereich, dem Hommaru (; 1), wurden der zweite und dritte Burgbereich, das Ni-no-maru (; 2) und das San-no-maru (; 3) und weitere Bereiche angelegt. Dabei wurde von Flüssen und den Sümpfen Kaminuma (; K) und Shimonuma (; S) geschickt als Wassergräben () Gebrauch gemacht, sodass man von einer Wasserburg () sprechen kann. Nach Süden führte durch das Haupttor, das Ōte-mon (; H), die Fernstraße Edo-kaidō () nach Edo, nach Norden führte vom Tor [M] die Fernstraße Mito-kaidō () nach Mito. Die Burg besaß keinen Tenshu.

Die Anlage heute mini|Heutiger Zentralbereich der Burg (Siehe Text) mini|Rekonstruierter Higashi-yagura|linksZu Beginn der Meiji-Zeit war noch die Residenz des Daimyō im Hommaru erhalten, sie ging aber 1884, zusammen mit dem Ost-Wachturm (Yagura), dem Higashi-yagura (), verloren. Heute ist der ehemalige Hommaru und der Ni-no-maru ein öffentlicher Park mit der Bezeichnung Kijō-Kōen (). 1952 wurden die Reste der Burganlage mit dem Trommel-Tor (Mon), Taiko-yagura-mon (; A), welches das einzige Erhaltene seiner Art in Kantō ist, als Geschichtsspuren der Präfektur eingetragen.

1980 wurde das Kōrai-Tor, das Kōrai-mon (; C), wieder hergestellt. Weiter gibt es das Kasumi-Tor, das Kasumi-mon (; B), Wassergräben und Reste der Wallanlagen. 1991 wurde der Ost-Wachturm und 1998 der West-Wachturm, der Nishi-yagura (), in Holzkonstruktionsweise wieder hergestellt (Orange markiert). Im Hommaru befindet sich ein Schrein zu Ehren der Daimyō-Familie Tsuchiya, der Tsuchiura-jinja (; Torii-Symbol) und am Westrand außerhalb des Wassergrabens das städtische Museum (; M).

Bilder

Einzelnachweise

Literatur Sugai, Yasuo: Tsuchiura-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jinya. Tokoku-hen. Gakken, 2006. ISBN 978-4-05-604378-5, S. 100. Nishigaya, Yasuhiro (Hrsg.): Tsuchiura-jo. In: Nihon meijo zukan, Rikogaku-sha, 1993. ISBN 4-8445-3017-8.

Weblinks Offizielle Website der Stadt Tsuchiura zum heutigen Burgpark (englisch) Tsuchiura Kategorie:Bauwerk in der Präfektur Ibaraki Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Japan Tsuchiura Kategorie:Tsuchiura