mini|hochkant|Eugenie Munk: Bildnis Eugenie Breithut-Munk (* 12. Juli 1866 in Wien als Eugenia Munk; † 21. Juli 1915 ebenda) war eine österreichische Malerin und Grafikerin. Sie fertigte Porträts- und Genrebilder, figürliche Zeichnungen sowie Radierungen und gehört zu den Exlibris-KünstlerinnenManfred Neureiter (Hrsg.): Lexikon der Exlibriskünstler (M.,Gr,.Z.), 4., überarbeitete, erweiterte und korrigierte Auflage, Berlin 2016, ISBN 978-3-86460-394-5, S. 467. des Jugendstils.
Leben und Werk mini|hochkant|Motiv: Mädchen mit Blumenstrauß mini|hochkant|Frau mit Linzer Goldhaube (1904) mini|hochkant|Kindertanz (1905) mini|hochkant|Das Segel, im Jahr 1904 bei der XX. Ausstellung der Wiener Secession ausgestellt Eugenie Munk wurde am 12. Juli 1866Ihr Geburtsjahr wird in der Literatur häufig falsch mit 1867 angegeben. in Wien als Tochter des jüdischen Kaufmanns Leopold Munk und seiner Ehefrau Johanna Munk (geb. Höniger) geboren.Geburtsbuch für die israelitische Kultusgemeinde in Wien, Eintrag Nr. 2501 vom 12. Juli 1866 für Eugenia Munk (Digitalisat auf familysearch.org), eingesehen am 22. Juni 2026. Sie erlernte das Zeichnen an der Allgemeinen Zeichenschule für Frauen und Mädchen von Franz Pönninger, war Schülerin der Wiener Kunstgewerbeschule des K. K. Österreichischen Museums unter anderen von Karl Karger und später von Alois Delug. Sie ging nach München an die Damenakademie und wurde dort unter der Gründerin Bertha von Tarnóczy Studentin von Ludwig Schmid-Reutte. Mit einem Stipendium konnte sie Studienreisen nach Paris und London machen. 1892 stellte sie zum ersten Mal in Paris in der österreichischen Abteilung der „Exposition des arts de la femme“ aus. Ab 1900 lebte sie freischaffend in Wien.
Im Jahre 1901 war Eugenie Munk Mitbegründerin der von Olga Wisinger-Florian im Jahre 1900 initiierten Gruppe der Acht Künstlerinnen, die bestrebt war, die Arbeiten von Künstlerinnen der Öffentlichkeit zugängig zu machen.Artikel: Acht Künstlerinnen und ihre Gäste, Der Bund. 1. Jg., Nr. 3 (1906). Zu den Gründerinnen der Gruppe gehörten außer Munk und Wisinger-Florian noch Marie Egner, Marianne von Eschenburg (1856–1937), Susanne Granitsch (1869–1946), Marie Müller (1847–1935), Teresa Feodorowna Ries (1866–1956) und Bertha von Tarnóczy. Die Gruppe der Acht Künstlerinnen stellte in ein- bis zweijährigen Abständen von 1900 bis 1909 im Kunstsalon Pisko in Wien aus. Zu diesen Ausstellungen luden sie weitere Künstlerinnen als Gäste ein, wie beispielsweise Josefine Swoboda (1861–1924)Biografie Josefine Swoboda (1861–1924), auf biographien.ac.at, abgerufen am 1. August 2016., Marie Arnsburg und Hermine von Janda.Acht Künstlerinnen und ihre Gäste (Ausstellung im Salon Pisko), Neues Frauenleben. 14. Jg., Nr. 1 (1902). Der im Jahr 1895 von Gustav Pisko (1866–1911) gegründete Kunstsalon, zuerst Parkring 2, Wien I., ab 1906 in Wien III., Lothringerstraße 14, war einer der wichtigsten Kunstsalons im Wien des Fin de Siècle. Tatsächlich zählten die „acht“ ordentlichen Mitglieder im spätkaiserlichen Österreich zu den bekanntesten und erfolgreichsten Künstlerinnen.Anton Hirsch: Die bildenden Künstlerinnen der Neuzeit, Ferdinand Enke, Stuttgart 1905, S. 75–96. Im Jahr 1906 waren die „Eight Lady Artists of Vienna“ auf einer Ausstellung im Londoner Earl’s Court vertreten.Imp. Royal Austrian exhibition: London, Earl’s Court, 1906, Notice: Eight Lady Artists of Vienna, S. 109–117; Eugenie Breithut-Munk: Street in Emden und Street in Amsterdam (Watercolour) – for sale, S. 113.
Inzwischen zum evangelischen Glauben konvertiert, heiratete Eugenie Munk am 21. März 1905 den österreichischen Bildhauer und Medailleur Peter BreithutDatenbank Österreich Evangelisch-Lutherische Kirchenbücher 1783–1991; Trauungsbuch 1905 Wien A. B., Eintrag Nr. 389 vom 21. März 1905 (Digitalisat auf familysearch.org), eingesehen am 22. Juni 2026. und führte fortan den Ehenamen Breithut-Munk.
1908 wohnte Breithut-Munk in Wien VI. in der Magdalenenstraße 39Provisorischer Katalog der Kunstschau Wien 1908, S. 91. und nahm an der Kunstschau am Heumarkt, mit Gustav Klimt als Präsident des Ausstellungskomitees und unter der Gesamtplanung von Josef Hoffmann, teil. Sie hatte in den vorhergehenden Jahren oftmals an Ausstellungen im Wiener Künstlerhaus und mit der Wiener Secession im Wiener Secessionsgebäude teilgenommen.
Eine ihrer Schülerinnen war die Österreicherin Elisabeth Jung (1884–1942).Julie M. Johnson: The Memory Factory: The Forgotten Women Artists of Vienna 1900. West Lafayette 2012, ISBN 978-1-55753-613-6, S. 382 (englisch). (Digitalisat) Google Books
Eugenie Breithut-Munk starb nach langer schwerer Krankheit wenige Tage nach Vollendung ihres 49. Lebensjahres am 21. Juli 1915 in Wien und wurde am 24. Juli in Pfaffstätten beigesetzt.
Werke (Auswahl) Allegorie zu „Keramik“ und „Erzgießerei“, 1893, Wandmalerei, Museum für angewandte Kunst, Wien Vor dem Fenster, 1895 Exlibris Agnes Guttmann, London, 1900 Flämisches Interior, 1904 Exlibris Rudolf Fischer (Professor), Innsbruck, 1900K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg: Deutsche und österreichische Bibliothekzeichen Exlibris, Julius Hoffmann, Stuttgart 1901, S. 471: Exlibris Agnes Guttmann, London, und Professor Rudolf Fischer, Innsbruck, 1900 Kindertanz, 1905, Belvedere Winterpalais, Wiendigital.belvedere.at: Straße in Wien, 1906XXVII. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession Wien, Saal VII., Eugenie Breithut-Munk: Straße in Wien, 1906 Straße in Emden, 1906 Straße in Amsterdam, 1906 Österreichische Bauern, 1908Österreichische Bauern, Eugenie Breithut-Munk, Kunstschau Wien 1908, Raum 12 Ophelia, Öl auf Leinwand, 1909Kunstsalon Pisko: Versteigerung von Gemälden alter und moderner Meister aus dem Besitze des Herrn Dr. L....g O....l, Wien, 1909, S. 6
Literatur Marianne Baumgärtner: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (1885–1938). Böhlau, Wien 2015, ISBN 978-3-205-79702-9, S. 338. Heinrich Fuchs: Breithut-Munk, Eugenie. In: Die Österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts. Bd. 1, Selbstverlag, Wien 1972, K 45. Elisabeth Hülmbauer (Bearb.): Kunst des 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 19. Jahrhunderts, Bd. 1: A–E, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1992, S. 122.
Weblinks
Eugenie Munk, auf RKD
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Maler (Wien) Kategorie:Grafiker (Wien) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1866 Kategorie:Gestorben 1915 Kategorie:Frau