Hatzfeld (Eder) ist eine Stadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geografie Geografische Lage Hatzfeld liegt im westlichen Hessen nordwestlich von Marburg und nördlich der Sackpfeife im Tal der Eder.
Nachbargemeinden Hatzfeld grenzt im Norden und Osten an die Stadt Battenberg (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Süden an die Stadt Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Stadt Bad Berleburg (im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).
Stadtgliederung Hatzfeld gliedert sich in die Stadtteile Biebighausen, Eifa, Hatzfeld, Holzhausen und Reddighausen.
Zur Gemarkung der Kernstadt Hatzfeld gehören die Siedlungen, Gehöfte und Gehöftgruppen Ebenfeld, Ederlust, Mühle Elsoff, Lindenhof, Hof Rhoda, Hof Schafhort und Oberndorf.
Geschichte Ortsgeschichte Das Geschlecht derer von Hatzfeld wird um 1138 als de Hepisvelt erstmals urkundlich erwähnt. Wie die benachbarten Grafen von Battenberg war es während des hohen und späten Mittelalters überwiegend als mainzischer Parteigänger in die hessisch-mainzischen Auseinandersetzungen involviert. 1282 wird seine (heute weitgehend verfallene) Burg Hatzfeld erwähnt, zu deren Füßen ab 1340 eine Siedlung errichtet wurde, die die Stadtrechte nach Frankfurter Vorbild durch König Ludwig dem Bayer erhielt und deren Ummauerung laut Burgfriedensvertrag mit der der Burg verbunden war. Ihr stand zunächst ein stadtherrlicher Schultheiß, spätestens ab 1405 ein sechs- bzw. später achtköpfiger Rat mit einem Bürgermeister vor. Da sich der Rat wie in vielen anderen Städten im Laufe der Zeit anscheinend von der Stadtgemeinde entfernte, wurden vor 1594 zwei Unterbürgermeister als Vertreter der Bürgerschaft eingesetzt. Nach dem Aussterben der hessischen Linie derer von Hatzfeld fielen Stadt und Herrschaft 1570 zuerst zur Hälfte, 1588 bzw. 1772 schließlich ganz an das Haus Hessen, dem die Herren von Hatzfeld bereits 1311 ihre Burg zu Lehen aufgetragen hatten.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Hatzfeld:
1866 kam Hatzfeld als Teil des hessen-darmstädtischen Hinterlandes zu Preußen und verlor gemäß preußischem Recht 1885 die Stadtrechte. Nach der Auflösung Preußens erlangte Hatzfeld die Bezeichnung „Stadt“ wieder zurück: Im November 1950 wurde der Gemeinde Hatzfeld durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ verliehen.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis eingegliedert: Zum 1. April 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Holzhausen/Eder; zum 1. Juli 1971 kam Biebighausen hinzu. Eifa und Reddighausen folgten am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hatzfeld angehört(e):
um 1282: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Hatzfeld mit Immunitätsgericht um 1400 und später: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft der Familie von Hatzfeld ab 1570: Heiliges Römisches Reich, je zur Hälfte Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg, und Familie von Hatzfeld ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Battenberg und Familie von Hatzfeld (ab 1602 nur noch )Die Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (1772 und 1776 durch Kauf alle Anteile), Oberfürstentum Hessen, Amt Battenberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Battenberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BattenbergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Hatzfeld 3078 Einwohner. Darunter waren 62 (2,0 %) Ausländer, von denen 44 aus dem EU-Ausland, 12 aus anderen europäischen Ländern und 6 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 4,1 %.) Nach dem Lebensalter waren 535 Einwohner unter 18 Jahren, 1221 zwischen 18 und 49, 699 zwischen 50 und 64 und 625 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1307 Haushalten. Davon waren 398 Singlehaushalte, 347 Paare ohne Kinder und 443 Paare mit Kindern, sowie 99 Alleinerziehende und 20 Wohngemeinschaften. In 281 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 829 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1577: 96 Haushaltungen • 1712: 65 Haushaltungen • 1806: 686 Einwohner, 120 Häuser • 1829: 946 Einwohner, 140 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 946 evangelische, ein katholischer Einwohner • 1885: 956 evangelische, 4 katholische Einwohner • 1987: 2852 evangelische (= 87,2 %), 285 katholische (= 8,7 %), 135 sonstige (= 4,1 %) Einwohner • 2011: 2461 evangelische (= 80,0 %), 206 katholische (= 6,7 %), 411 sonstige (= 13,4 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hatzfeld (Eder) erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Hatzfeld (Eder) 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BLH Bürgerliste Hatzfeld 23,8 4 25,5 4 28,1 7 15,9 4 11,3 3 15,5 4 BLR Bürgerliste Reddighausen 19,8 3 24,5 4 26,7 6 24,3 6 24,7 6 22,0 5 13,3 2 15,7 2 10,1 2 11,2 3 15,4 3 17,4 4 BLHolz Bürgerliste Holzhausen 14,8 2 14,7 2 13,2 3 14,3 3 12,7 3 13.3 3 10,8 2 11,8 2 13,8 3 19,6 4 19,2 4 21,6 5 BLE Bürgerliste Eifa 9,9 1 7,7 1 8,1 2 8,0 2 9,2 2 5,0 1 – – – – – – 6,8 1 7,4 2 5,2 1 Gesamt 100,0 15 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 63,3 59,7 58,7 61,6 58,5 63,0
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Hatzfeld neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2013 der parteiunabhängige Dirk Junker. Er wurde als Nachfolger von Uwe Ermisch (SPD), der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 18. November 2012 in einer Stichwahl bei 77,1 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,2 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, jeweils ohne Gegenkandidaten, zuletzt im November 2024.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 3. November 2024 in Hatzfeld
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Hatzfeld (Eder), seit 1997; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2012 und die von 2018 sind nicht aufbereitet 2013–2031 Dirk JunkerHNA, 17. Oktober 2018: Bürgermeisterwahl in Hatzfeld: Dirk Junker im Interview - HNA, 3. November 2024: Bürgermeisterwahl in Hatzfeld: Dirk Junker wiedergewählt 1989–2013 Uwe Ermisch (SPD)HNA, 2012: Fünf Bewerber um Ermischs Nachfolge: „Am 30. April 2013 endet die vierte Amtszeit des Hatzfelder Bürgermeisters Uwe Ermisch (SPD). Er stellt sich nicht mehr zur Wahl. … Seit 40 Jahren ist Hatzfeld SPD-regiert: Uwe Ermisch ist seit 1989 Chef im Rathaus und damit dienstältester Bürgermeister im Landkreis, sein Vorgänger war Horst Strott.“ 1974–1989 Horst Strott (SPD)HNA, August 2014: Ulla Wiegand ist die „gute Seele“ des Rathauses: „und sich an den 1. August 1974 erinnert. … Ulla Wiegand trat damals die Lehrstelle zur Verwaltungsangestellten an …. Der damalige Bürgermeister Horst Strott sei noch ein Ausbilder der „alten Schule“ gewesen.“ - Er wechselte 1989 als Bürgermeister nach Diemelstadt
Wappen und Flagge
Städtepartnerschaft Die Stadt Hatzfeld unterhält seit 1979 partnerschaftliche Beziehungen zu Cloyes-sur-le-Loir im Département Eure-et-Loir in Frankreich.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Stadtkirche St. Johannes Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Johannes ist ein verschieferter Fachwerkbau aus dem 14. Jahrhundert. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, doch wird die Emmauskapelle in einer Urkunde von 1379 als „alte“ Kirche bezeichnet, so dass zu dieser Zeit bereits die neue Kirche St. Johannes existiert haben muss. Sie wurde von dem Adelsgeschlecht derer „von Hatzfeldt“ im Stil einer gotischen Fachwerkkirche auf halber Höhe des Burgberges in der seit 1340 mit Stadtrecht versehenen „Talsiedlung“ erbaut. Im Chorraum, über dem Altar hängend, befindet sich ein spätgotisches Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist die zweitälteste Kirche des Ortes.
Emmauskapelle Die Emmauskapelle in Hatzfeld (Eder) ist das älteste der drei Hatzfelder Gotteshäuser. Als dreischiffige spätromanische Pfeilerbasilika mit wehrhaftem Westturm im 12. Jahrhundert erbaut, war sie dem Heiligen Cyriacus geweiht. Sie gehörte zum befestigten „Großen Hof zu Nieder-Hatzfeld“ – bis zur Anlage der Burg im späten 12. Jahrhundert war dies der Stammsitz der Herren von Hatzfeld. Mit dem Bau der ummauerten Stadt Mitte des 14. Jahrhunderts erlosch die Siedlung an dieser Stelle. Seit dieser Zeit wird die Kapelle als Begräbniskirche der Bürger von Hatzfeld genutzt. Der Hatzfelder Orgelbauer Johann Christian Rindt schuf 1706 eine Orgel mit sieben Registern für die Stadtkirche, die 1868 in die Emmauskapelle überführt wurde. Das bedeutende Instrument ist eine der ältesten Orgeln in Hessen.
Katholische Kirche St. Hubertus