mini|Cerithium columna, juvenil, Réunion Die Nadelschnecken (Cerithiidae), auch Hornschnecken oder Seenadeln, sind eine Familie mariner Schnecken, die etwa 185 rezente Arten in ungefähr 24 anerkannten Gattungen umfasst.

Merkmale Die Cerithiidae sind kleine bis mittelgroße Schnecken und erreichen Gehäuselängen zwischen 3 mm (Bittium alternatum) und 15 cm (Cerithium nodulosum). Ihre turmförmigen, festschaligen Gehäuse weisen ein hohes, kegelförmiges Gewinde mit zahlreichen Umgängen auf und sind meist mit zahlreichen Knoten, Rippen oder Reifen besetzt. Die kleine Gehäusemündung hat an ihrer Basis einen leicht kurvigen Rand oder auch einen Siphonalkanal. Das dünne, hornige Operculum hat wenige Windungen und ist meist graun gefärbt.

Die bandförmige (taenioglosse) Radula hat in jeder Reihe sieben Zähne. Beiderseits jedes der einzeln stehenden Rachiszähne stehen je ein rhomboidaler Lateralzahn und zwei lange, hakenförmige Marginalzähne.

Die Schnecken sind getrenntgeschlechtlich. Die Weibchen legen die Eier in gallertigen spiraligen Schnüren ab. Es schlüpfen frei schwimmende Veliger-Larven, die später zu fertigen Schnecken metamorphosieren.

Ökologie und Verbreitung Nadelschnecken sind weltweit in Meeren im Flachwasser auf sandigen Untergründen und Korallenriffen mit Sand und Algen oder auch Fels zu finden. Sie sind in warmen und gemäßigten Zonen, insbesondere aber in den Tropen verbreitet. In der Nordsee ist die etwa 0,5 bis 1,5 cm große Genetzte Nadelschnecke (Bittium reticulatum) häufig. Einzelne Arten der Unterfamilie Bittiinae erreichen auch größere Wassertiefen. Wenige Arten treten in Mangrovenwäldern auf.

Die Nadelschnecken ernähren sich von mikroskopischen Algen und Detritus, die sie mit ihrer Radula vom Substrat abschaben.

Fossilien Die Gattung Cerithium ist seit der Trias belegt. Zahlreiche Arten dieser Familie dienen als Leitfossilien des marinen Tertiärs.

Taxonomie und Systematik Die Familie Cerithiidae wird nach Bouchet und Rocroi (2005) in drei Unterfamilien und etwa 24 Gattungen unterteilt. Die meisten Arten – etwa 84 – werden derzeit in die Typusgattung Cerithium gestellt, die in warmen Meeren weltweit vertreten ist.

Die anerkannten Gattungen der Familie Cerithiidae verteilen sich folgendermaßen auf die drei Unterfamilien:

Alabininae Dall, 1927 Alabina Dall, 1902

Bittiinae Cossmann, 1906 Argyropeza Melvill & Standen, 1901 Bittiolum Cossmann, 1906 Bittium Gray, 1847 Cacozeliana Strand, 1928 Cassiella Gofas, 1987 Cerithidium Monterosato, 1884 Ittibittium Houbrick, 1993 Lirobittium Bartsch, 1911 Neostylidium Doweld, 2013 Pictorium Strong & Bouchet, 2013 Varicopeza Gröndel, 1976 Zebittium Finlay, 1926

Cerithiinae Fleming, 1822 Cerithioclava Bruguière, 1789 Cerithium Bruguière, 1789 Clavocerithium Cossmann, 1920 Clypeomorus Jousseaume, 1888 Colina H. Adams & A. Adams, 1854 Fastigiella Reeve 1848 Gourmya Bayle, 1884 Liocerithium Tryon, 1887 Pseudovertagus Vignal, 1904 Rhinoclavis Swainson, 1840 Royella Iredale, 1912

Literatur Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi: Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47: 239–283, Ann Arbor 2005 ISSN 0076-2997 K. Bandel (2006): Families of the Cerithioidea and related superfamilies (Palaeo-Caenogastropoda; Mollusca) from the Triassic to the Recent characterized by protoconch morphology - including the description of new taxa. Freiberger Forschungshefte C 511, S. 59–138.

Weblinks

Fischhaus Zepkow: Familie Cerithiidae Cerithiidae. Lexikon der Biologie Des Beechey, Senior Fellow, Australian Museum: Family Cerithiidae – Ceriths or Creepers (Seashells of New South Wales) Gattungen

Kategorie:Cerithioidea (Überfamilie)