mini|Tanya Tucker (2020) Tanya Denise Tucker (* 10. Oktober 1958 in Seminole, Texas) ist eine US-amerikanische Country-Sängerin, die in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren zu den zehn erfolgreichsten Sängerinnen ihres Genres gehörte. Seit 1972 brachte sie es auf annähernd 70 Hits in den Country-Charts, darunter zehn Nummer-eins-Erfolge. Dazu gehört Lizzie and the Rainman, ihr einziger Top-40-Hit in den amerikanischen Pop-Charts. 1991 wurde sie als „Sängerin des Jahres“ mit der bedeutendsten Auszeichnung der Country-Szene, dem CMA-Award geehrt.Joel Whitburn: Top Country Songs 1944-2005, 2005, Seiten 390-1 + 585, ISBN 0-89820-165-9 Der Musikzeitschrift Rolling Stone wählte Tucker bei den 100 größten Country-Sängern aller Zeiten auf Platz 67.

Anfänge Tucker begeisterte sich schon in frühester Kindheit für Musik. Gemeinsam mit ihrem Vater besuchte sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit Country-Konzerte. Einige Male gelangte sie sogar auf die Bühne, um mit dem Star ein Duett zu singen. Zusammen mit ihrer Schwester La Costa Tucker, die später ebenfalls eine erfolgreiche Country-Sängerin wurde, gründete sie eine Band, die Country Westeners. 1969 siedelte die Familie nach Las Vegas um. Tucker bespielte ein Demo-Band, das auf Umwegen in die Hände von Billy Sherrill gelangte, dem einflussreichen CBS-Manager. 1972 wurde sie im Alter von dreizehn Jahren vom Columbia-Label unter Vertrag genommen.

Karriere Bereits die erste Single, Delta Dawn, schaffte es 1972 in die Country-Top-10. Das gleichnamige Album war ebenfalls erfolgreich. Love Is The Answer erreichte 1973 fast den Spitzenplatz. Im gleichen Jahr gelang ihr mit What’s Your Mama’s Name der erste Nummer-1-Hit, und die Academy of Country Music zeichnete sie als „Newcomerin des Jahres“ aus. Die Country-Musik hatte einen Kinderstar. Noch im gleichen Jahr hatte sie mit Blood Red And Going Down den zweiten Top-Hit, gefolgt 1974 von dem kontroversen Would You Lay With Me (In a Field of Stone).

1975 wechselte Tucker zum MCA-Label, wo sie an die vergangenen Erfolge anknüpfen konnte. Bis Ende des Jahrzehnts wurden drei Nummer-1-Hits und mehrere Top-10-Platzierungen erreicht. Einige Male gelang sogar der Einzug in die Pop-Hitparaden. Gelegentlich übernahm sie kleinere Filmrollen. 1978 wurde ein Image-Wechsel durchgeführt: Aus dem Kinderstar wurde ein sexy Twen. Eine Affäre mit Glen Campbell und das aufreizende Cover ihres neuen Albums T.N.T. waren Ausdruck des Wandels. Sie erhielt noch einmal eine goldene Schallplatte, aber die Verkaufszahlen brachen in den nächsten Jahren massiv ein. Auch ein Wechsel des Labels vermochte den Abwärtstrend nicht aufzuhalten. Hinzu kamen Alkohol- und Drogenprobleme.

Nach einer Entziehungskur im Betty Ford Center versuchte Tucker 1986 beim Capitol-Label einen Neuanfang. Bereits die erste Single erreichte Platz drei der Country-Charts. Ihr nächster Song, Just Another Love, schaffte es sogar an die Spitze. Nach zehn Jahren hatte sie damit erneut einen Nummer-1-Hit. Ihre Erfolgssträhne hielt auch in den nächsten Jahren an. Das Album What Do I Do With Me wurde mit Platin ausgezeichnet. 1991 gewann sie den begehrten CMA Award „Country-Sängerin des Jahres“. Erst gegen Ende des Jahrzehnts ließen die Verkaufszahlen nach. Tanya Tucker ist weiter aktiv.

Nach einer längeren Pause erschien 2009 das Album My Turn. Darauf enthalten sind ausschließlich Coverversionen bekannter Country-Klassiker, die im Original von Männern aufgenommen wurden. Zu den Stargästen zählen Rhonda Vincent und Jim Lauderdale.

Im August 2017 veröffentlichte sie mit Forever Loving You eine Tribut-Single an den kurz zuvor an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung verstorbenen Glen Campbell. In einer Pressemitteilung erklärte Tucker, dass ihre Beziehung und die anschließende Trennung zwar schwierig gewesen seien, sie sich aber später versöhnt hätten. Der Tod von Campbell gehe ihr sehr nahe.

Im August 2019 erschien mit While I’m Livin’ Tuckers 25. Studioalbum. Produziert wurde es von Brandi Carlile und Shooter Jennings. Enthalten ist unter anderem eine Coverversion des Miranda-Lambert-Hits The House That Built Me. Der Rolling Stone wählte es in seiner Jahresbilanz zum „besten Country- und Americana-Album 2019“. Auch das Entertainmentmagazin Variety zählte es zu den besten Country-Alben des Jahres und reihte als Fazit sogar bei den besten des Jahrzehnts ein. Außerdem erhielt Tucker für das Album bei den Grammy Awards 2020, nach zehn Nominierungen in den Jahrzehnten zuvor, ihre erste Auszeichnung, für das Country-Album des Jahres. Der Song Bring Me Flowers Now wurde zusätzlich zum Country-Song des Jahres gewählt. Tucker präsentierte das Lied gemeinsam mit Brandi Carlile live im Rahmen der Verleihungszeremonie.

Diskografie

Studioalben

Livealben

Weitere Livealben 2005: Live at Billy Bob’s Texas

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1978: Tanya Tucker’s Greatest Hits 1982: The Best of Tanya Tucker 1994: Tanya Tucker 1996: Love Songs 2000: 20 Greatest Hits 2000: 20th Century Masters: The Millennium Collection 2006: 16 Biggest Hits 2014: Icon

Singles

Weitere Singles 1975: Traveling Salesman 1976: Ain’t That a Shame 1976: Pride of Franklin County 1976: Hello, Mr. Sunshine 1976: Short Cut 1977: A Rock ’n’ Roll Girl from Alaska 1979: Lover Goodbye 1979: Lay Back in the Arms of Someone 1980: Better Late Than Never 1982: Somebody Buy This Cowgirl a Beer 2009: Love’s Gonna Live Here (mit Jim Lauderdale) 2011: Merry Christmas Wherever You Are 2017: Forever Loving You 2019: The Wheels of Laredo 2019: Hard Luck 2019: The House That Built Me 2019: The Winner’s Game

Singles als Gastmusikerin

Videoalben 1990: Tanya Tucker Live 1991: Tanya Tucker 1992: Video Hits 1993: Country Workout 2002: Video Hits and More 2005: Live at Billy Bob’s Texas 2008: In Concert

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1979: für das Album TNT 1979: für das Album Greatest Hits 1994: für das Album Soon 1994: für das Album Greatest Hits 1990–1992Platin-Schallplatte

1993: für das Album Can’t Run from Yourself 1994: für das Album What Do I Do with Me

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Country-Sänger Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Frau