Kupferberg ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Mit etwa 1050 Einwohnern ist sie eine der kleinsten Städte Deutschlands.
Geographie Lage Kupferberg liegt zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge.
Gemeindegliederung Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dörnhof (Weiler) Kupferberg (Hauptort) Schallerhof (Einöde) Schmölz (Weiler) Unterbirkenhof (Weiler)
Die Einöden Kreuzermühle und Straßenwirtshaus zählen zum Gemeindeteil Kupferberg, Kreuzermühle ist mittlerweile zur Wüstung geworden.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Kupferberg. Sie hat eine Fläche von 8,285 km² und ist in 1534 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5401 m² haben.
Geschichte mini|Kupferberg Der Ort wurde im Jahr 1313 als „de Monte Cupri“ erstmals urkundlich erwähnt. Er wurde nach dem Berg benannt, in dem es Kupferadern gab.Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 125. Der Bamberger Bischof Heinrich II. von Sternberg verlieh im Jahr 1326 die Stadtrechte. Damals lebten dort über 3000 Menschen. Im Bergbau waren rund 1700 Bergknappen beschäftigt. In Kupferberg wurden zeitweise Kupfergehalte von 15 % gefördert, was auch heute noch als eine der herausragenden Kupfer-Mineralisierungen in Europa gilt.
Der Name der nahegelegenen mittelalterlichen Wüstung Gorasde wird ebenfalls auf Berg bezogen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kupferberg aus 127 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der Rat von Kupferberg. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Stadtsteinach: Oberamtshaus, Amtsschreiberhaus, Amtsbotenhaus, Bergamtshaus, 4 Häuser; die Stadt Kupferberg: Rathaus, Stadtkämmerei, Fronveste, 3 Torhäuser, Brauhaus, Hirtenhaus, 2 Wirtshäuser, Schmiede, Badstube, 91 Häuser; die Pfarrei Kupferberg: Kirche, 2 Häuser; die Mittelmesse Kupferberg: 1 Haus; die Frühmesse Kupferberg: 1 Gütlein; die Schule: 1 Schulhaus; das Spital Kupferberg: Hofstatt, Mühle, 1 Gut, 1 Gütlein, 3 Häuser; J. P. Raulino in Bamberg: Vitriolbergwerk St. Martin und Concordia mit 5 Häusern.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1802 gehörte Kupferberg zum Herzogtum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Kupferberg gebildet. Zu diesem gehörten Drahtmühle, Erlenmühle, Ludwigschorgast und Unterbirkenhof. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Kupferberg, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach. Ein Jahr später entstand der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Ludwigschorgast, zu dem bzw. zu der Drahtmühle und Erlenmühle gehörten. Am 1. Oktober 1840 wurde Kupferberg an das Landgericht Stadtsteinach und dem Rentamt Stadtsteinach überwiesen, 1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt. Ab 1862 gehörte Kupferberg zum Bezirksamt Stadtsteinach, 1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach, 1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt. Seit dem 1. Juli 1972 gehört Kupferberg zum Landkreis Kulmbach.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1150 auf 1049 um 101 bzw. um 8,8 %. Am 31. Dezember 1996 hatte Kupferberg 1214 Einwohner.
Gemeinde Kupferberg Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2021Einwohner 705 930 895 855 899 872 851 868 845 849 837 822 777 785 826 844 898 898 1155 1177 1083 1131 1148 1070 1032 1030 1047HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 136 125 136 136 132 169 200 302 358 370Quelle
Ort Kupferberg Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 705 835 853 827 804 825 1149 1062 1073 1100Häuser 134 132 133 129 166 197 290Quelle
Politik Stadtrat und Bürgermeister Der Stadtrat hat 12 Mitglieder. Zusätzlich gehört ihm der Erste Bürgermeister an. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde folgendes Ergebnis erreicht: Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) – 5 Sitze (Stimmenanteil 40,2 %) Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – 2 Sitze (18,9 %) Unabhängige Kupferberger Wähler UKW e. V. – 5 Sitze (40,9 %)
Bürgermeister ist seit 2020 Harald Michel (Unabhängige Kupferberger Wähler). Er wurde im ersten Wahlgang mit 59,6 % der gültigen Stimmen gewählt und konnte sich gegen seinen Mitbewerber Karl Schott von der CSU durchsetzen.Stadt Kupferberg: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des ersten Bürgermeisters am 15. März 2020 (PDF; 367 kB) Vorgänger war ab 2016 Alfred Kolenda (Unabhängige Kupferberger Wähler), ab 2014 amtierte Hans Joachim Hösch (CSU), der am 15. September 2015 nach langer Krankheit starb. Dessen Vorgänger war Herbert Opel (CSU/Freie Bürger).
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-gelb.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Bergbaumuseum Kupferberg, Vermittlung der Kupferberger Bergbaugeschichte
Baudenkmäler
St. Katharina (Kupferberg), Krankenhauskapelle St. Vitus (Kupferberg), Stadtpfarrkirche Sebastian-Kapelle zu Kupferberg, 1824 neu errichtet
Bodendenkmäler
Turmhügel Schlössle
Naturdenkmäler Der 589 Meter hohe Magnetberg Peterleinstein zwischen Kupferberg und Marktleugast ragt markant aus dem Wald heraus. Eine Besonderheit sind seltene Pflanzen, die dort zu finden sind. Der Berg besteht aus grünlichem Serpentinit, einem sehr basischen Gestein, auf dem nur karge Vegetation gedeiht, außerdem ist es magnetisch.PDF
Verkehr Die Bundesstraße 289 führt an Ludwigschorgast vorbei zur Bundesstraße 303 (2,3 km südwestlich) bzw. an Mannsflur vorbei nach Marktleugast (5,2 km nordöstlich). Die Kreisstraße KU 20 führt an Birkenhof vorbei nach Neufang (2,7 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verbinden mit Streichenreuth (1,6 km nordöstlich) und mit Dörnhof (1,4 km östlich). Eine Anliegerstraße führt nach Unterbirkenhof (0,9 km südlich).
Söhne und Töchter der Stadt
Gottfried Joseph Gabriel Findel (1828–1905), freimaurerischer Schriftsteller. Peter Zeidler genannt Hofmann (1525–1593), Handelsmann für Juwelen mit weitreichenden Geschäftsverbindungen. Sascha Opel (1972- ), Investor, Verleger und ehemaliger Chefredakteur "Der Aktionär"
Literatur
Weblinks
Stadt Kupferberg
Weitere Informationen zur Geschichte des Kupferberger Positivs
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Stadt in Bayern Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1326 Kategorie:Ersterwähnung 1313 Kategorie:Gemeindegründung 1811
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach