Kreosol (nicht zu verwechseln mit Kresol) ist eine aromatische Verbindung. Man kann es als Methylderivat des Guajacols oder als Methoxyderivat des p-Kresols ansehen. Es ist ein Isomer zum Isokreosol, von dem es sich nur durch die Stellung der Methoxygruppe unterscheidet.
Vorkommen Kreosol findet sich hauptsächlich in Holzteerkreosot und in Holzteeren, den größten Gehalt besitzt Buchenholz, es entsteht aber auch neben Guajacol bei der trockenen Destillation des Guajakharzes und bildet eine dem Guajacol ähnliche Flüssigkeit, sowie im Pinoresinol.Emil Abderhalden: Biochemisches Handlexikon. 1. Band, 1. Hälfte, Springer-Verlag, 1911, ISBN 978-3-642-51328-2, S. 645. Es findet sich auch in Vanilleschoten,Daphna Havkin-Frenkel, Faith C. Belanger: Handbook of Vanilla Science and Technology. John Wiley & Sons, 2010, ISBN 978-1-4443-2937-7. Ylang-Ylang (Cananga odorata), Echten Jasmin (Jasminum officinale), im Zedrachbaum (Melia azedarach) und im Pinus elliottii sowie im Stech-Wacholder (Juniperus oxycedrus)Marina Bährle-Rapp: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-71095-0, S. 293. und Tabak,Alan Rodgman, Thomas A. Perfetti: The Chemical Components of Tobacco and Tobacco Smoke. CRC Press, 2013, ISBN 978-1-4200-7884-8, S. 556. sowie vielen weiteren Nahrungsmitteln und Pflanzen.
Darstellung Kreosol kann aus Vanillin mit Zinkpulver und Salzsäure reduziert werden. Es entsteht auch durch den thermischen Abbau von Ferulasäure.Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. Springer-Verlag, 1987, ISBN 978-3-662-08308-6, S. 297. Durch Etherspaltung entsteht 3,4-Dihydroxytoluol.
Eigenschaften Kreosol ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit süßem, würzigem, leicht vanilleartigem Geruch.
Der pKs-Wert von 10,28 unterscheidet sich praktisch nicht vom p-Kresol mit 10,26;CRC Handbook of Tables for Organic Compound Identification. Third Edition, 1984, ISBN 0-8493-0303-6. die zusätzliche Methoxygruppe hat also praktisch keinen Einfluss.
Verwendung Kreosol ist ein Repellent gegen Tsetsefliegen.Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft. 2. Auflage. Springer-Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-07310-7, S. 67. Es wird für Haarwachstumspräparate und Augenlotionen verwendet, es ist ein Antiseptikum und Desinfektionsmittel. Weiter wird es als Herbizid, in Waschmitteln und als Textilscheuermittel verwendet.Ruth Winter: A Consumer's Dictionary of Household, Yard and Office Chemicals. iUniverse, 2007, ISBN 978-0-595-44948-4, S. 118.
Einzelnachweise
Kategorie:Alkylphenol Kategorie:Methoxyphenol Kategorie:Aromastoff (EU) Kategorie:Futtermittelzusatzstoff (EU)