Der , deutsch Platsch oder Platschberg, ist ein / hoher Berg der Windischen Bühel an der slowenisch-steirischen Grenze, mit gleichnamigem etwa hohem Pass.
Lage und Landschaft Der Platsch erhebt sich 2½ Kilometer südwestlich über den Grenzübergangs Spielfeld/Šentilj und den Ort Šentilj (St. Egidi/Ilgen).
Der Berg bildet die Grenze von Podigrac (Podigraz, Gemeinde Kungota) und Graßnitzberg, der Gipfel liegt im Gebiet von Kungota. Nordwärts fließen der Katzengrabenbach und der Oberggbach zum Spielfeldbach, südwärts der Plački potok (Platschbach), der zur Pesnica (Pössnitz) entwässert. Die Ortschaft Plač (Platsch) liegt etwas talauswärts.
Unweit nordöstlich liegt im Kamm der hohe Hochgraßnitzberg, westlich der Witscheinberg/Svečinski vrh mit /. Dorthin dazwischen befindet sich auf der österreichische Ort Zieregg (Cirnik), von wo ein Kamm nordwärts zum Graßnitzberg () führt. Zwischen Katzengrabenbach und Oberggbach liegt der Riedel von Obegg (). Südwärts streichen die Riedel von Vrtiče (bis ) und des Stara Gora pri Šentilju ().
Zwischen Zieregg und Platschberg befinden sich der Pass als Einsattelung, den die Straße quert, und etwas südlich davon der kleine lokale Grenzübergang Ehrenhausen–Platsch (Zieregg). Diese Straße bildet auch die Gemeindegrenze Straß zu Ehrenhausen (L660) und Katastralgrenze von Podigrac zu Ciringa (slowenisches Zieregg, R708).
Geschichte und Erschließung Am Plački vrh wurden Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung gefunden, wohl aus Spätbronzezeit und früher Eisenzeit.Andreja Žibrat Gašparič, Matej Dolenec: Ceramic petrography of pottery and clays from Novine (Hoarachkogel) and Plački vrh (Platsch). In: Matija Črešnar, Marko Mele, Karl Peitler, Manca Vinazza (Red.): Archäologische Biographie einer Landschaft an der steirisch-slowenischen Grenze. Ergebnisse des grenzübergreifenden Projekts BorderArch-Steiermark / Arheološka biografija krajine ob meji med avstrijsko Štajersko in Slovenijo. Rezultati čezmejnega projekta BorderArch-Steiermark (= Universalmuseum Joanneum, Archäologie & Münzkabinett: Schild von Steier, Beiheft 6/2015), Graz/Ljubljana 2015, ISBN 978-3-902095-69-5, S. 246–263 (Artikel online, researchgate.net; mit Inhalt des Hefts).
Über den Pass führte schon zur Römerzeit eine Hauptstraße vom Mur- ins Drautal, die Römerstraße Poetovio – Poedicum (Ptuj – Bruck an der Mur), vermutlich nordwärts über Graßnitzberg und Ewitsch nach Ehrenhausen; der heutige Übergang über Šentilj – Spielfeld dürfte wegen der ausgedehnten Auen in der Murebene unpassierbar gewesen sein, sodass die Straße ab Ad Vicesimum (Radkersburg) Mur-rechtsufrig verlief. Von der Straße leitet sich wohl auch der Name ab, er ist 1265 im landesfürstlichen Urbar als Plavers genannt, was deshalb zu ‚zahlen‘ für eine Maut stehen könnte. Chronik der ehemaligen Gemeinde Berghausen. ehrenhausen-gv.at (abgerufen am 26. Juli 2016). Diesen Verlauf nahm dann auch bis in die Neuzeit die Alte Poststraße. Noch 1822 wird der Pass als Eintrag Platsch in Carl Schmutz: Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark. Band 3 N–Se, Verlag Kienreich, 1822, S. 160 (). erwähnt. Heute verläuft hier die Platscher Straße (L660 ab der Grenzland Weinstraße L613 beim Ort Zieregg, dann slowenische R708 bis Kungota).
Der Pass bildete die Grenze der steirischen Gerichtsbezirke Marburg und Leibnitz, mit dem Vertrag von Saint Germain 1919 wurde er Staatsgrenze, Anfangs der Republik Österreich zum SHS-Staat, dann zu Jugoslawien, seit 1991 zu Slowenien. Seit dem EU-Beitritt Sloweniens 2004 ist der Pass wieder frei passierbar.
Im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa errichtete Österreich ab November 2015 beim Grenzübergang Spielfeld einen Grenzzaun, der über 3½ Kilometer herauf bis an den Grenzübergang am Platsch reichen sollte.Grenzzaun in Spielfeld soll bis Ende 2015 stehen. steiermark.ORF.at, 27. November 2015. Weil die Flüchtlingsströme verebbten, wurde das Bauwerk nur in der Kernzone im Sinne eines Leitsystems errichtet, es kam zu keinen illegalen Übertritten auf der Nebenroute am Platsch.
Der Gipfel gilt als besonders schöner Aussichtsberg mit Weitblick in die Südsteiermark und über den Raum Marburg. Am Gipfel des Platschberges steht eine 2000 erbaute Aussichtswarte, die jener auf dem Kreuzberg nachempfunden ist.Andreas Brudnjak: Aussichtswartenführer für die Steiermark. Band 3 Die 100 schönsten Aussichtswarten von Bad Aussee bis Bad Radkersburg – inklusive 24 Warten des Vulkanlandes. 1. Aufl., Kral-Verlag, Berndorf 2014, ISBN 978-3-99024-245-2, 40. Der Aussichtsturm am Placki vrh – Platsch, S. 182–185.Platsch Aussichtswarte. C. Rath auf steiermark360.com, 2. Februar 2016. Der Zugang liegt auf der slowenischen Seite, es führt eine kleine Straße dorthin.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Windische Bühel Kategorie:Gemeinde Kungota Kategorie:Straß in Steiermark Platsch Kategorie:Pass in Slowenien Kategorie:Wasserscheide Drau – Mur Kategorie:Verkehr im Einzugsgebiet Mur Kategorie:Geographie (Ehrenhausen an der Weinstraße) Kategorie:Grenze zwischen Österreich und Slowenien