Wilhelm Wagner (* 2. September 1875 in Rudolstadt; † 1953Kurzbiografie in der Bestandsbeschreibung zum Nachlass Wilhelm Wagner beim Stadtarchiv Rudolstadt auf www.archive-in-thueringen.de (Als Quelle für die Kurzbiografie wird auf die Publikation von Maria-Luise Krohn aus 2003 verwiesen, vgl. Literatur.) in Berlin) war ein deutscher Architekt, kommunaler Baubeamter und Fachschullehrer, der in verschiedenen deutschen Städten und Regionen wirkte.
Leben mini|Ehemalige Städtische Oberrealschule am König-Friedrich-Platz, Glogau Nach dem Schulbesuch studierte Wagner Architektur an der Technischen Hochschule Braunschweig und an der Technischen Hochschule München. Seit dem Studium gehörte er der Braunschweiger Burschenschaft Alemannia und der Münchener Burschenschaft Arminia an.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 522. Er arbeitete – wohl während seines Referendariats – im Atelier von Franz Schwechten in Berlin. Auch bei der Hochbaudeputation in Stettin und den Kreisbauinspektionen Potsdam und Köln soll er tätig gewesen sein.
Wagner bestand 1903 das Zweite Staatsexamen, kurz nach der anschließenden Ernennung zum Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) schied er aber vorübergehend aus dem preußischen Staatsdienst aus. Er bekam Anstellungen als Lehrer an der Herzoglich Braunschweigischen Baugewerkschule Holzminden und an der Kölner Gewerbefachschule. An eine kurze Tätigkeit als Hochschulassistent bei Johannes Vollmer an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg schlossen sich Anstellungen in den kommunalen Bauverwaltungen von Naumburg (Saale), Gelsenkirchen (1904–1906) und Glogau an. Als Stadtbaurat in Glogau war er nebenamtlich als Preisrichter bei verschiedenen Architektenwettbewerben im Bereich Niederschlesiens tätig und erhielt Ende 1911 oder Anfang 1912 den preußischen Kronen-Orden IV. Klasse.
1914 wurde er zum Direktor der 2. Handwerkerschule Berlin, der späteren Städtischen Kunst- und Handwerkerschule ernannt. In diesem Amt wurde ihm später der Professoren-Titel verliehen.
In den 1920er Jahren waren Wagners Bauten vom Expressionismus und von der Neuen Sachlichkeit geprägt, vorrangig unter Verwendung von Klinkern für die Fassaden; als gestalterische Elemente kamen Zahnschnitte, Zickzackbänder, Lisenen, Maßwerkbrüstungen oder Zinnenkränze am oberen Fassadenabschluss zum Einsatz.
1930 wurde er aus unbekannten Gründen zwangspensioniert, ohne dass eine spätere anderweitige Berufsausübung zu belegen wäre.
Im Stadtarchiv Rudolstadt ist ein Nachlass-Bestand Wagners erhalten, der persönliche Dokumente, Architekturzeichnungen, Stadt- und siedlungsplanerische Entwürfe sowie Fotos – insgesamt über 400 Dokumente – enthält.
Bauten und Entwürfe 1903: Wettbewerbsentwurf (Motto „Hochzeitstag“) für ein Deutsches Künstlerheim in Rom im Schinkel-Wettbewerb (prämiert mit dem 1. Preis)Entwurf zum Deutschen Künstlerheim in Rom im Schinkelwettbewerb im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin 1908–1909: Städtische Realschule am König-Friedrich-Platz in GlogauHanna Nogossek: Annäherungen. Ansichten von Glogau. Marburg (Lahn) 1997. 1907–1914: Stadterweiterungs-Planungen für Glogau (nach der Beseitigung der Festungsanlagen) 1910–1911: Kreishaus in Glogau 1910–1911: Grabmal des Sägewerksbesitzers Franz Schlobach auf dem Südfriedhof in LeipzigKunstwerke des Monats 2012, August 2012: Die Grabmalanlage des Sägewerksbesitzers Franz Schlobach, auf den Seiten der Paul-Benndorf-Gesellschaft zu Leipzig e. V., zuletzt abgerufen am 11. Juli 2026 um 1912: Entwurf für ein Corpshaus der Burschenschaft Alemannia in BraunschweigW. Wagner: Neuere Baukunst in Schlesien. In: Architektonische Rundschau. Jahrgang 1913, S. 49 (Abbildung, Haus der Burschenschaft Alemania, digi.ub.uni-heidelberg.de, und Tafel 169 digi.ub.uni-heidelberg.de). vor 1915: Offizierskasino in Glogau fertiggestellt 1916: evangelische Erlöserkirche in Grünberg (nach 1945 Kościół pw. Najświętszego Zbawiciela) 1923–1928: Bahnhof Wandlitzsee und Strandbad in Wandlitz 1925–1926: Rathaus in Neuenhagen bei Berlin (als Kombination von Verwaltungsgebäude und Wasserturm)Matthias Noell: Das Turmrathaus in Neuenhagen bei Berlin. Ein Zweckbau zwischen traditioneller Symbolik und aktueller Architekturdiskussion. In: Christina Hübener (Hrsg.): Preußische Verwaltungen und ihre Bauten 1800–1945. Potsdam 2001, S. 129–138 (= Einzelveröffentlichungen der Brandenburgischen Historischen Kommission e. V., Band 4.); Textbeitrag einzeln (PDF; 9 MB).
Literatur
Maria-Luise Krohn: Wilhelm Wagner, Architekt. In: Rudolstadt & die Jubiläen 2003. Rudolstadt 2003, S. 6 f. (Info-Heft Nr. 12 der Stadtverwaltung Rudolstadt).
Einzelnachweise
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