Die Parlamentswahl in Montenegro 2016 fand am 16. Oktober 2016 statt und waren die vierten seit der Unabhängigkeit Montenegros im Jahre 2006. Die regierende Demokratische Partei der Sozialisten Montenegros von Premier Milo Đukanović, der die montenegrinische Politik seit 1991 prägt, tritt für den raschen Beitritt des Landes zur NATO ein, während die oppositionelle Demokratische Front Montenegros unter Andrija Mandić diesen ablehnt. Der außenpolitische Kurs des Landes war eines der Hauptthemen im Wahlkampf, wobei es in den Monaten zuvor immer wieder zu teils gewaltsamen Protesten kam. Ein weiteres Hauptziel der Opposition ist es, den seit 25 Jahren in wechselnden Ämtern (Präsident/Premier) regierenden Đukanović abzulösen.
Auf Einladung der montenegrinischen Regierung entsandte die OSZE eine Beobachtergruppe, die den Ablauf der Wahlen beobachten soll.
Am Wahlsonntag kam es zu Festnahmen von 20 Personen, die laut Angaben der Staatsanwaltschaft einen Putsch gegen Premier Đukanović geplant hätten (siehe Putschversuch in Montenegro 2016). Zudem war das Internet in Teilen eingeschränkt.Der Standard: Festnahmen während der Wahl in Montenegro. Abgerufen am 16. Oktober 2016
Wahlsystem Die 81 Sitze im Parlament von Montenegro wurden in einem nationalen Verfahren gewählt. Es sind 41 Sitze für die Mehrheit ausreichend. Es gilt eine generelle Drei-Prozent-Hürde, die bei Parteien, die Minderheiten vertreten, welche im entsprechenden Gebiet maximal 15 % der Bevölkerung stellen, auf 0,7 Prozent sinkt.ipu.org
Wahlberechtigt waren etwa 530.000 von insgesamt 625.000 Einwohnern.Oslobodjenje.ba: Oko 530.000 Crnogoraca bira četvrti saziv parlamenta od nezavisnosti. Abgerufen am 16. Oktober 2016
Ergebnisse Die DPS von Premier Đukanović erzielte 41,1 % der abgegebenen Stimmen und 36 Mandate. Damit ist sie zwar weiter die stärkste Fraktion im Parlament, verfehlte jedoch klar die absolute Mehrheit. Die Demokratische Front erreichte 20,6 % und 18 Sitze, das zweite große Oppositionsbündnis Ključ („Schlüsselkoalition“) 10,7 % und 9 Sitze. Auch den Demokraten von Aleksa Bečić stehen mit 10,0 % der Stimmen 8 Sitze zu. Kleinere Parteien, darunter Vertreter der nationalen Minderheiten (Albaner/Bosniaken/Kroaten), erreichten zusammen 10 Sitze und könnten so entscheidend für die Koalitionsbildung sein.N1.rs: Rezultati izbora u Crnoj Gori: DPS-u najviše glasova. Abgerufen am 17. Oktober 2016
Im Ergebnis der Wahlen wurde die Regierung Marković gebildet.
ParteiStimmen%Sitze±Demokratische SozialistenDemokratska Partija Socijalista / Демократска партија социјалиста158.30141,42365Demokratische FrontDemokratski front / Демократски фронт77.49120,27182SchlüsselkoalitionKoalicija Ključ / Коалиција Кључ42.27111,0690Demokratisches MontenegroDemokratska Crna Gora / Демократска Црна Гора38.1839,998(neu) 8Sozialdemokratische Partei MontenegrosSocijaldemokratska Partija / Социјалдемократска партија 19.9975,2342Sozialdemokraten MontenegrosSocijaldemokrate Crne Gore / Социјалдемократе Црне Горе12.4473,262(neu) 2Bosniakische ParteiBošnjačka Stranka / Бошњачка странка12.2363,2021Positives MontenegroPozitivna Crna Gora / Позитивна Црна Гора5.0581,3207Entschiedene AlbanerАлбанци одлучнo / Shqiptarët të vendosur4.8391,2710Albanische Koalition3.3880,8900Kroatische BürgerinitiativeHrvatska građanska inicijativa / Хрватска грађанска иницијатива1.8010,4710Demokratische Allianz der Albaner1.5420,400(neu)Serbische Partei1.2100,320(neu)Bosnische Demokratische Gemeinschaft1.1400,300(neu)Alternatives Montenegro8770,230(neu)Partei der Rentner, der Behinderten und sozial Benachteiligten7740,2000Partei der serbischen RadikalenСтранка српских радикала / Stranka srpskih radikala6900,1800Ungültige/leere Stimmzettel5.519–––Gesamt387.764100810Registrierte Wähler / Wahlbeteiligung528.81773,33––Quelle: DIK
Siehe auch Geschichte Montenegros
Einzelnachweise
Montenegro #2016