mini|Julia Ducournau (2025) Julia Ducournau (* 18. November 1983 in ParisJulia Ducournau bei torinofilmlab.it, abgerufen am 22. Juli 2016 bei semainedelacritique.com, abgerufen am 22. Juli 2016) ist eine französische Regisseurin und Drehbuchautorin.
Leben Ducournau schloss 2008 ihr Studium an der Pariser Filmhochschule La Fémis ab. Sie arbeitete bei ihren Filmproduktionen als Story Editor und Script Consultant. 2011 drehte sie ihren ersten Kurzfilm Junior. Für diesen arbeitete sie mit der Schauspielerin Garance Marillier zusammen. Junior wurde bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2012 mit dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet. Ihr Horrorfilm Raw, erneut mit Garance Marillier in der Hauptrolle, feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes 2016.„Grave“: Gespräch mit Julia Ducournau bei cinema.arte.tv, abgerufen am 22. Juli 2016
2021 stellte Ducournau mit Titane ihren zweiten Spielfilm fertig. Für das Fantasy-Drama mit Vincent Lindon und Agathe Rousselle in den Hauptrollen erhielt sie die Goldene Palme beim 74. Filmfestival von Cannes.Tweet. In: twitter.com (abgerufen am 17. Juli 2021).
Im Jahr 2025 wurde auch ihr dritter Spielfilm Alpha in den Hauptwettbewerb des 78. Filmfestivals von Cannes eingeladen. Im selben Jahr wurde sie beim Filmfestival von Venedig als Jurypräsidentin der Sektion Orizzonti ausgewählt.The International Juries of the 82nd Venice Film Festival. In: labiennale.org, 18. Juli 2025 (abgerufen am 18. Juli 2025). Alpha ist im Le Havre der 1980er-Jahre angesiedelt und erzählt von einer 13-jährigen Titelfigur, die vor dem Hintergrund einer von einem rätselhaften Virus geprägten gesellschaftlichen Krise aufwächst. Im Zentrum des Films stehen neben Alpha auch ihre Mutter und ihr drogensüchtiger Onkel Amin, deren Beziehungen Ducournau als eng miteinander verwoben beschrieben hat.
Wirken Ducournau beschreibt die Entstehung ihrer Filme als langwierigen Prozess, der von einzelnen Bildern ausgeht und bei dem Lektüren, Museumsbesuche und Musik zu einem emotionalen Geflecht verbunden werden. Sie entwickelt ihre Stoffe wesentlich über die Figuren und deren Beziehungen zueinander. Für Alpha verknüpfte sie Motive von Pandemie, familiärem Trauma und sozialer Ausgrenzung mit Anspielungen auf die AIDS-Krise der 1980er- und 1990er-Jahre. Die im Film verwendete Metapher eines Virus, das Infizierte allmählich in Marmor verwandelt, verstand Ducournau als Versuch, ausgegrenzten und beschämten Kranken Würde und etwas Sakrales zurückzugeben. Zugleich deutete sie den Marmor als Symbol des Todes, den sie als Ende jeder Mutation begreift. Ducournau fühlt sich besonders in Erzählräumen wohl, die sich zeitlich und räumlich nicht vollständig festlegen lassen und dadurch eine allgemeinere Beziehung des Publikums zu ihren Filmen ermöglichen. Den Körper begreift sie als zentralen Ort menschlicher Erfahrung und sozialer Begegnung; die Darstellung körperlicher Transformationen soll nach ihrem Verständnis Scham durchbrechen und Empathie erzeugen, insbesondere mit Blick auf weibliche Körper.
Filmografie (Auswahl) 2011: Junior (Kurzfilm) 2012: Mange (Fernsehfilm, Co-Regie) 2016: Raw (Grave) 2020: Servant (Fernsehserie, 3 Episoden der 2. Staffel) 2021: Titane 2024: The New Look (Fernsehserie, 2 Episoden) 2025: Alpha
Auszeichnungen Internationale Filmfestspiele von Cannes 2021: Auszeichnung mit der Goldenen Palme (Titane) 2025: Nominierung für die Goldene Palme (Alpha)
Interviews 2021: Ich habe nichts übrig für Schubladendenken (Interview mit Parick Heidmann). in: epd Film 10/21: S. 67
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Fernsehregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau