Barenton ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Manche in der Region Normandie. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Avranches und zum Kanton Le Mortainais. Die Einwohner werden Barentonnais genannt.

Geographie Barenton liegt etwa 40 Kilometer ostsüdöstlich des Stadtzentrums von Avranches. Die Gemeinde gehört zum Regionalen Naturpark Normandie-Maine. Umgeben wird Barenton von den Nachbargemeinden Ger im Norden und Nordosten, Saint-Georges-de-Rouelley im Osten, Saint-Cyr-du-Bailleul im Süden, Saint-Jean-du-Corail im Westen sowie Saint-Clément-Rancoudray im Nordwesten.

Geschichte Das Internierungslager für Nomades in Barenton Eine in Frankreich lange Zeit verdrängte Geschichte war die der Ausgrenzung jener Menschen, die hier als Nomaden (Nomades), Zigeuner (Tsiganes) oder Manouches bezeichnet wurden und werden.Nomades, Tsiganes und Manouches sind im Französischen auch aktuell benutzte Begriffe für Menschen, die im Deutschen zumeist als Sinti und Roma bezeichnet werden. Siehe hierzu auch: Marie-Christine Hubert: Frankreich auf der Website des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Diese Ausgrenzung begann spätestens mit einem Gesetz von 1912, dem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen weitere Verwaltungsmaßnahmen zur Reglementierung des Alltagslebens und zur Überwachung folgten.Henriette Asséo: Une mémoire française: Les Tsiganes pendant la Seconde Guerre mondiale, 1939-1946. Zu der Historikerin Henriette Asséo siehe den gleichlautenden Artikel in der französischsprachigen Wikipédia: :fr:Henriette Asséo.

Am 6. April 1940 verfügte Albert Lebrun, der Präsident der französischen Republik, in einem Dekret die Isolierung von Nomaden an besonderen Orten unter Polizeiaufsicht.Ouest-France: Des Tziganes internés dans un camp à Montsûrs, ouest-france.fr, 27. Mai 2014 Begründet wurde dies mit einem angeblichen Risiko, das in Kriegszeiten von „Nomaden“ ausgehe. Im Zuge des Vorrückens der deutschen Wehrmacht kam es dann in der zweiten Hälfte des Jahres 1940 zur Zwangsvertreibung der Sinti und Roma aus dem Elsass, und am 4. Oktober 1940 ordnete der Oberbefehlshaber des Heeres schließlich die zwangsweise „Überführung“ von Sinti und Roma in „Sammellager“ an.Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: Entstehung des Lagers Saliers

In der Folge wurden in Frankreich etwa 30 Zentren geschaffen, von denen 25 ausschließlich für Sinti und Roma reserviert waren.Einen Überblick über die Chronologie dieser Lager gibt Marie-Christine Hubert: Eines der kleinsten unter ihnen war die „Cité de la Mine“ in Barenton. Hier wurden auf Initiative des Unterpräfekten der Avranches ab dem 11. April 1941 ein Sammellager für etwa dreißig Sinti und Roma eröffnet, die sich zuvor auf dem Festplatz von Gavray aufgehalten hatten.AJPN - anonymes, Justes et persécutés durant la période nazie dans les communes de France (AJPN - Namenlose, Gerechte und Verfolgte während der NS-Zeit in den Gemeinden Frankreichs): Cité de le Mine durant la Seconde Guerre mondiale

Das Sinti- und Roma-Lager in Barenton war das kleinste in Frankreich.Denis Peschanski: Les camps français d’internement (1938-1946) - Doctorat d’Etat. Histoire. Univer-sité Panthéon-Sorbonne - Paris I, 2000, S. 337 (Online1 oder Online2) Es lag abseits der Straße von Barenton nach Rancoudray und befand sich in einem großen Backsteingebäude, das zum Abriss vorgesehen war. Das Gelände war mit Stacheldraht umzäunt.

Am 8. Oktober 1942 wurde das Lager in Barenton geschlossen. Die 36 Insassen (12 Männer, sechs Frauen und 18 Kinder) wurden in das Internierungslager für Nichtsesshafte in Montreuil-Bellay verlegt.

Das Lager in Barenton war lange Zeit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Erst am 11. Oktober 2008 konnte dann im „forêt de la Lande“ ein Gedenkstein zur Erinnerung an das Lager eingeweiht werden. Er trägt die Inschrift:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2018Einwohner 1672 1598 1452 1547 1437 1348 1293 1171 Quellen: Cassini und INSEE Sehenswürdigkeiten Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem 19. Jahrhundert Kapelle Notre-Dame-de-Bonté in Montéglise aus dem 16./17. Jahrhundert, Monument historique

Gemeindepartnerschaft Mit der deutschen Gemeinde Puderbach in Rheinland-Pfalz besteht seit 1970 eine Partnerschaft.

Persönlichkeiten Guillaume Postel (1510–1581), Humanist und Universalgelehrter Catherine Théot (1716–1794), Mystikerin

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Normandie