Die Liste der Kinos in Berlin-Wilhelmsruh gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Ortsteil Wilhelmsruh existiert haben und noch existieren.
__NOTOC__ Name/Lage Adresse BestandBerliner Telefonbuch 1941, S. 448 (Buchstabe L: Lichtspieltheater) BeschreibungUrania-LichtspieleRosenthaler LichtspielhausRo-Li(Rosenthal-Lichtspiele) ()Tollerstraße 191924–1960Die Angabe von 1919 als Gründungsjahr in den Kino-Adressbüchern seit 1925 belegt wohl, dass im Saal der Gaststätte schon vor 1924 kinematographische Vorstellungen gegeben wurden.Die Kronprinzenstraße 15/16Bei der Umbenennung 1951 der Kronprinzen- in Tollerstraße wurden die Grundstücke von Hufeisen- auf wechselseitig umgestellt. Dadurch wurde das Haus Kronprinzenstraße 15 zur Tollerstraße 19. (Ecke Walderseestraße: seit 1951: Garibaldistraße) gehörte bis zur Bezirksreform 1938 zum Ortsteil Rosenthal (Wilhelmsruh) im Verwaltungsbezirk Reinickendorf. 1924 eröffnete Emma Schenk das Rosenthaler Lichtspielhaus (Ro-Li) neben der Gaststätte 'Feldschlößchen' (Kronprinzenstraße 15-16) mit 298 Sitzplätzen. Mit wechselnden Betreibern: E. Prinz und H. Bongard (1925), von Paul Kreutzberg wird 1928 bis 1932 das Ro-Li (mit und ohne Zusatz: Rosenthaler Lichtspiele) geführt. Die Platzkapazität lag zwischen 200 und 330, gespielt wurde Freitag bis Montag, ab 1927 täglich. Es gab eine Bühne: 4,5 m × 5,5 m und eine Kapelle von ein bis drei Mann sorgte für musikalische Untermalung. Die Angabe im Kino-Adressbuch von 1919 als Gründungsjahr spricht, dafür das im Saal der Gaststätte schon vorher kinematographische Vorstellungen gegeben wurden. 1932 richtete Paul Kreutzberg die Möglichkeit zum Abspielen von Tonfilmen ein (mechanische Musikeinrichtung) und gibt 271 Plätze an.
1933 wird „Kleinke & Michalski“ der Inhaber der neubenannten „Urania-Lichtspiele“ mit 300 Besucherplätze. Die Adresse wird zu Hausnummer 15 in Berlin-Rosenthal, ab 1938 in Berlin-Wilhelmsruh. 1937 bis 1945 (letzter Eintrag im Kinoadressbuch 1941) führt Clara Michalski mit Geschäftsführer August Michalski das Kino mit 275 Plätzen. Der Kinobetrieb wurde im Sommer 1945 zunächst an sechs Tagen in den unbeschädigten „Urania-Lichtspielen (Wilhelmsruh)“ fortgesetzt. In der Nachkriegszeit waren unzerstörte Einrichtungen in den Außenbezirken gefragt, so fanden im Kinosaal auch Versammlungen und Kundgebungen statt. Das Kino gehörte (wohl) bis 1950 noch Frau Michalski.. Internetadresse besteht nicht mehr. Der letzte Eintrag im Kino-Adressbuch ist von 1950: Inhaber Fred Oldenburg aus Spandau, 276 Plätze, täglich zwei Vorstellungen, Dia, zwei Projektionsapparate: Ernemann VII B, Verstärker: ERA 20 Watt und die Bühne von 6 m × 4 m × 5 m.
Das ursprüngliche Gebäude mit dem Kinosaal wurde nach 1990 abgerissen und Mitte der 2000er Jahre durch einen viergeschossigen Stadtmietshausblock zwischen den Garibaldi- und Hertzstraße ersetzt. Der (1933 freigewordene) Name „Ro-Li“ (Lichtspiel-Theater Rosenthal) wurde in der Nachkriegszeit von Franz Sobotka kurzzeitig für die Film-Spielstätte im Tanzsaal von Brusebergs Gaststätte am Rosenthaler Anger genutzt. Lunik () Hauptstraße 40 1961-1992140px|right|15. Juli 1961 – Zentralbild KrischBildtext nach Bundesarchiv: Das Kino wurde in den Jahren 1958-1961 nach Plänen des Architekten Josef Kaiser im Auftrag des „VEB Berliner Filmtheater“ erbaut. Zunächst als „Filmtheater Wilhelmsruh“ geplant wurde es nach den sowjetischen Mondsonden als werbewirksam Lunik benannt. Zur Eröffnung am 24. August 1961 wurde der DEFA-Film Der Fall Gleiwitz gespielt. Das Kino hatte eine Besucherkapazizät von 510 Sitzplätzen und war das einzige in den 1960er Jahren in den Außenbezirken Ostberlins errichtete Großkino mit Breitwandtechnik.Vergleiche : Mit der von den Ostbezirken abgesetzten Lage und dem guten verkehrstechnischen Zugang nach Reinickendorf war es naheliegend, dass Rosenthaler und Wilhelmsruher ihren Filmbedarf in den Westsektoren deckten. Somit wurde nach Mitte der 1950er Jahre geplante Kinobau ideologisch begründet notwendig, zumal mit VEB Bergmann-Borsig ein wichtiger DDR-Großbetrieb hier bestand. Der Kinosaal wurde auch für andere Kulturveranstaltungen genutzt. Mit der Umgestaltung der DDR-Wirtschaft wurden die Ostberliner Kinos Ende der 1970er Jahre als „Kulturbetriebe“ zur Bezirksfilmdirektion Berlin zusammengefasst. Bei der politischen Wende 1991 wurde diese zur „BFD Berlin“ (O-1058 Berlin, Gleimstraße 32-35) privatisiert und ging an die „Cine GmbH - BFD Berlin“ weiter. Der Kinobetrieb wurde wohl 1991 eingestellt. 1992 hatte die Wilmersdorfer Grundstücksfirma Dekagrund das Lunik-Eckgrundstück von der Treuhand gekauft. Nach Berliner Kurier 1995. An der (Nord-)Ecke Schiller-/ Hauptstraße wurde ein fünfgeschossiges Wohnhaus mit Ladengeschäften im Erdgeschoss errichtet.
Literatur Astrid Bähr: Alhambra-Lichtspiele. In: Sylvaine Hänsel, Angelika Schmitt (Hrsg.): Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Berlin 1995.
Weblinks
andreas-praefcke.de: Berliner Kinos der 50er
Anmerkungen
Einzelnachweise
Wilhelmsruh !Kinos Kategorie:Kinogeschichte