Lloyd Reese (* um 1900; † nach 1939) war ein US-amerikanischer Jazztrompeter (zunächst auch Altsaxophon, Klarinette), Bandleader und Musikpädagoge. Als Lehrer und teilweise auch Mentor von kalifornischen Musikern wie Buddy Collette, Charles Mingus oder Dexter Gordon Ted Gioia: West Coast Jazz: Modern Jazz in California, 1945-1960, 1998, S. 40John Kruth: Eric Dolphy Turns EightyPorträt von Horace Tapscott zählte er zu den einflussreichsten Gestalten der Jazzszene von Los AngelesKenny Mathieson: Cookin': Hard Bop and Soul Jazz 1954-65. 2012 und mit Samuel R. Browne (1906–1991) zu den Pionieren der Jazzpädagogik in der Stadt.Eric Porter: What Is This Thing Called Jazz?: African American Musicians as Artists. 2002, S. 62
Leben und Wirken Reese, dessen Vater Architekt war und aus New Orleans stammte, hatte Unterricht am Whittier College, bevor er bis zum Abschluss am Musikkonservatorium der University of Southern California studierte. In Los Angeles arbeitete er bei Red Nichols und (als einer der wenigen Afroamerikaner zu dieser Zeit) in den Filmstudios der Warner Brothers. 1929/30 nahm er als Holzbläser mit Paul Howards Quality Serenaders auf („Harlem“/„Cuttin' Off“, Victor)Paul Howard's Quality Serenaders bei Red Hot Jazz, The Syncopated Times und spielte in den frühen 1930er-Jahren Altsaxophon bei Les Hite,Ian Carr, Digby Fairweather, Brian Priestley: The Rough Guide to Jazz, 2004 bevor die Trompete zu seinem Hauptinstrument wurde. 1937 spielte er bei Art Tatum and His Swingsters (u. a. mit Marshall Royal, Bill Perkins, Joe Bailey und Oscar Lee Bradley), mit dem er mehrere Titel für Decca Records aufnahm (u. a. „Body and Soul“ und „Whit Plenty of Money and You“). Im November 1937 spielte er in einem Paramount-Studioorchester mit Louis Armstrong und George Orendorff (Doctor Rhythm);Jos Willems: All of Me: The Complete Discography of Louis Armstrong, 2006. S. 108. 1939 wirkte er bei einer von Claude Thornhill arrangierten Session für Victor Records der Sängerin Maxine Sullivan mit.Tom Lord: The Jazz Discography (online, abgerufen am 17. Juli 2016)
Die Wohnung von Reese in der Jefferson Avenue (nahe der Central Avenue) war eine Mischung aus Salon und Musikschule; zu spontanen Sessions kamen u. a. Ben Webster und Rex Stewart. In den 1940er-Jahren leitete er unter dem Dach der Musikergewerkschaft Black Musician's Union in Los Angeles eine eigene Band, in der u. a. die jungen Musiker Bill Douglass und Dexter Gordon, ferner Jackie Kelso, James Nelson, Jack Trainor und Jake Porter spielten.Clora Bryant, William Green, Steven Isoardi: Central Avenue Sounds: Jazz in Los Angeles, 1999, S. 172 Zu seinen Schülern gehörten u. a. auch Bill HolmanMarc Myers Why Jazz Happened, 2013, S. 64 und Eric Dolphy.John Kruth: God bless the Child - Eric Dolphy Turns 80 (2008) In seiner Probenband, die sich regelmäßig sonntags traf, lernte der junge Mingus Piano, Harmonielehre und TranspositionJohn Goldsby: The Jazz Bass Book: Technique and Tradition, 2002, S. 47. Mit seinen profunden Kenntnissen sowohl über Jazz, die europäische Moderne als auch Musiktheorie hatte Reese eine ganz individuelle, eher informelle Arbeitsweise; für seinen Schüler Buddy Collette war Reese „more like a professor or doctor. He wanted to make sure you had the right sound, were tuned, make sure you knew the right chords. I don't think he was so much into saying what you should play. He was just trying to make you have the best knowledge and then allow you to have your own style“.Gene Santoro: Myself When I am Real: The Life and Music of Charles Mingus. S. 36
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Einzelnachweise
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