Romrod ist eine Landstadt im Zentrum von Hessen im mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Geografie Durch die Stadt fließen die Antrift und der Ocherbach, im Süden liegen Ausläufer des Vogelsberges.
Nachbargemeinden Romrod grenzt im Norden an die Stadt Alsfeld, im Osten an die Gemeinde Schwalmtal, im Süden an die Gemeinde Feldatal und im Westen an die Gemeinde Gemünden und die Stadt Kirtorf.
Stadtgliederung Romrod besteht aus den Stadtteilen Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Romrod, Strebendorf und Zell. Breidenbach, heute Ober- und Niederbreidenbach, sind die ältesten Stadtteile (erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 812).
Ortsgeschichte Mittelalter Der Ort Rumerode entstand an der Kreuzung der zwei Altstraßen Diotweg (später Diebsweg, bedeutet Volksweg) und der Heerstraße durch die Kurzen Hessen. Die erste Burg wurde im 11. Jahrhundert im Antrifttal gebaut. Somit existierte möglicherweise schon eine Siedlung, da Talburgen oft an bereits bewohnten Orten gebaut wurden.
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die alte Wasserburg gebaut. Ihre Erbauer waren vermutlich die Vorfahren des Adelsgeschlechts derer von Romrod, die im Jahre 1197 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurden, als Ludwig von Romrod („... Ludewicus de Rumerot... “) als Zeuge in einer Urkunde der Abtei Fulda erscheint.StAM, R I a, Stift Fulda. 1244 wird „... Hermanni de Ruomenrod“ genannt.Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Nr. 75, S. 69. 1273 heißt es in einer anderen Urkunde „... in Rumerode ...“Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 295, S. 220 f und 1344 „... czu Rumrode ...“Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 828, S. 568. 1436 wird „... der amptman von Romrode ...“ erwähnt.Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 544, S. 151.
Der Ortsname Romrod bezeichnet die „Siedlung des Ruomo“.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 312.
In den folgenden Jahrhunderten besetzten die Herren von Romrod wichtige Ämter. Heinrich von Romrod war hessischer Marschall, und Hermann von Romrod war Komtur des Johanniterordens zu Grebenau. Weiterhin sind die Äbte Heinrich VI. von Romrod (1320–1323/1324) in Hersfeld und Friedrich I. von Romrod (1383–1395) in Fulda zu erwähnen. Im Laufe des 14. Jahrhunderts verarmte das Geschlecht und verkaufte seine Burg an die Landgrafen Otto und Heinrich von Hessen. Spätestens ab 1408 gehörte dann auch der Ort Romrod zur Landgrafschaft Hessen.
Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Romrod:
Im 19. Jahrhundert lebten und wirkten hier Mitglieder der berühmten Orgelbauerfamilie Bernhard.
Nach der Volkszählung von 1846 hatte Romrod selbst 1100 Einwohner.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Am 31. Dezember 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen die neue Großgemeinde durch den Zusammenschluss der Stadt Romrod mit den Gemeinden Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Strebendorf und Zell.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Romrod angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Romrod ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Romrod Die Zugehörigkeit des Amtes Romrod anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Oberamt Alsfeld, Amt Romrod ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt Romrod ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Romrod ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk RomrodTrennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Alsfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis
Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Romrod durch das Amt Romrod. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen(-Darmstadt) 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Romrod zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Romrod 2888 Einwohner. Darunter waren 43 (1,4 %) Ausländer, von denen 14 aus dem EU-Ausland, 15 aus anderen europäischen Ländern und 14 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 4,4 %.) Nach dem Lebensalter waren 518 Einwohner unter 18 Jahren, 1124 zwischen 18 und 49, 629 zwischen 50 und 64 und 616 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1169 Haushalten. Davon waren 291 Singlehaushalte, 335 Paare ohne Kinder und 411 Paare mit Kindern, sowie 113 Alleinerziehende und 19 Wohngemeinschaften. In 248 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 728 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1791: 862 Einwohner • 1800: 843 Einwohner • 1806: 937 Einwohner, 166 Häuser • 1829: 1089 Einwohner, 189 Häuser • 1867: 909 Einwohner, 165 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 1032 evangelische Einwohner (= 94,77 %), 47 jüdische (= 4,31 %), 10 katholische (=0,92 %) Einwohner • 1961: 963 evangelische (= 83,59 %), 183 katholische (= 15,89 %) Einwohner • 1987: 2405 evangelische (= 85,0 %), 287 katholische (= 10,1 %), 137 sonstige (= 4,9 %) Einwohner • 2011: 2146 evangelische (= 47,3 %), 368 katholische (= 13,7 %), 374 sonstige (= 13,0 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Romrod erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 CDU/FWG Christlich Demokratische Union Deutschlands / Freie Wählergemeinschaft58,9958,0956,8949,0755,113—— 41,1642,0643,2651,0844,91053,512 ——————————46,511 Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 64,9 55,4 68,6 56,4 61,4 58,4
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Romrod neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. April 2022 Hauke Schmehl (CDU), der in der Kommunalpolitik bis dahin Stadtverordnetenvorsteher war. Er wurde als Nachfolger von Birgit Richtberg (CDU/FWG), die nach drei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 28. November 2021 im ersten Wahlgang bei 65,53 Prozent Wahlbeteiligung mit 65,13 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Romrod 2021
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2022–2028 Hauke Schmehl (CDU)Oberhessen live, 15. Februar 2022: Hauke Schmehl tritt als Stavo-Vorsteher zurück: „Die Amtseinführung von Schmehl und die Verabschiedung der amtierenden Rathauschefin ist für den 29. März vorgesehen.“ 2004–2022 Birgit Richtberg (CDU/FWG)Oberhessen live, 30. März 2022: Verabschiedung von Birgit Richtberg und Amtseinführung von Hauke Schmehl: „Es ist mir nie schwergefallen, Bürgermeisterin zu sein“ 1987–2004 Rudolf Marek (SPD)Oberhessen live, 9. März 2020: 1972–1987 Max Haika (SPD)Osthessen-Zeitung, 31. Januar 2020:
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen
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Blasonierung: „In Gold in der Mitte ein gemauerter schwarzer Balken mit aufgesetztem schwarzen Zinnenturm, unten ein teilweise auf den Balken aufgelegter blauer Schild mit einem golden bewehrten, neun Mal von Silber und Rot gestreiften Löwen.“
Das Wappen wurde der Stadt Romrod zuletzt am 7. Mai 1973, nach der Gebietsreform durch den Hessischen Innenminister wieder genehmigt. Zuvor wurde es bereits am 23. Juni 1967 genehmigt.
Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Es kombiniert das goldene Schild mit schwarzen Zinnen aus dem Wappen des Rittergeschlechts derer von Romrod mit dem Wappen Hessens. Und zeigt so die früheren und heutigen Besitzer der Stadt. Vor 1967 zeigte das Stadtwappen einen goldenen Löwen in Blau. Dieser basierte auf dem Hessischen Löwen, der schon seit 1553 in den Stadtsiegeln vorkommt.Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 141.
Flagge
Die Flagge wurde der Stadt am 13. April 1984 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf schwarz/goldener Flaggenbahn in der oberen Hälfte aufgelegt das Stadtwappen.“
Städtepartnerschaft Seit 1990 besteht die Städtepartnerschaft mit La Coquille im Département Dordogne in Frankreich.
Interkommunale Zusammenarbeit Romrod ist Mitglied in dem Gemeindeverwaltungsverband Feldatal-Grebenau-Romrod-Schwalmtal. Am 1. Juli 2016 startete die Interkommunale Zusammenarbeit der Bauhöfe zwischen den Städten und Gemeinden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Schloss Romrod mit SchlossmuseumWissenswertes zu Schloss Romrod. In: www.monumente-online.de Synagoge Romrod (aus dem Jahr 1722) Stadtkirche Romrod Katholische Kirche Romrod ist eine moderne Zeltkirche aus dem Jahr 1970. Sie ist eine Filialkirche und St. Joseph geweiht
Wirtschaft und Infrastruktur Flächennutzung