Die Burg Ōno (, Ōno-jō, auch Echizen-Ōno () oder Kameyama-jō () genannt) ist eine japanische Burg in der Stadt Ōno in der Präfektur Fukui. In der Edo-Zeit residierten dort zuletzt die Doi als kleinere Fudai-Daimyō.

Burgherren in der Edo-Zeit Ab 1624 ein Zweig der Matsudaira mit 50.000 Koku, ab 1635 ein Zweig der Matsudaira mit 50.000 Koku, ab 1682 ein Zweig der Doi mit 40.000 Koku.

Geschichte Im Jahr 1575 Kanamori Nagachika (; 1524–1608) erbaute im westlichen Teil der Ōno-Ebene auf dem Kameyama () eine Hügelburg. Nagachika war ein Vasall des Hausältesten Oda Nobunagas, nämlich Shibata Katsuie. Er gehörte, zusammen mit Maeda Toshiie (, 1539–1599) und Sassa Narimasa (; 1839–1588) zu den „Drei Großen von Fuchū“ () und hatte von Nobunaga das Gebiet um Ōno in der Provinz Echizen erhalten. Zunächst hatte er die alte Burg Inuyama () der Asakura genutzt, die aber nicht verkehrsgünstig lag. So zog er bald an die Kreuzung der Hokuriku- () und Mino-Überlandstraßen () und baute dort eine moderne Burg.

Nach der Schlacht von Shizugatake im Jahr 1583 musste Nagachika die Burg an Toyotomi Hideyoshi übergeben und wurde 1586 nach Takayama in der Provinz Hida versetzt. Es folgte der Vasall des Yūki Hideyasu (), Doi Masaaki (), der aber anlässlich des Todes Hideyoshis sich das Leben nahm. Sein Sohn Tadatsugu wurde dann versetzt. Ab 1624 kamen die Matsudaira, bis dann 1682 die Doi wieder die Burg übernahmen und dann Burgherren bis zur Meiji-Restauration 1868 blieben. 1871 wurde die Burg aufgrund der Meiji-Restauration abgerissen und der Rest 1872 an mehrere Personen, unter anderem Händler, verkauft.

Die Burganlage mini|Rekonstruierter Tenshu mit Shō-tenshu (links hinten) von Osten Oben auf der Anhöhe wurde der innerste Burgbereich, der Hommaru (; 1), mit einem zweistöckigen, dreigeschossigen Burgturm (Tenshu) () des Typs Bōrōgata (), welcher mit einem kleineren, zweistöckigen, zweigeschossigen Ko-Tenshu () und dem Tukezukuri (付櫓), der sogenannte Tengu-yagura Wachturm (天狗櫓), verbunden war, angelegt. Es handelte sich somit um eine Sonderform des Tenshu-Komplexes, einen „kombinierten und verbundenen Tenshu“ () in Form eines „L“. Am Nordostende der Anhöhe stand der Asagi-yagura Wachturm (; T).mini|links|Plan der Burg Ōno (siehe Text): 1: Hommaru, 2: Ni-no-maru, 3: San-no-maru, Rot: Tenshu-Komplex, W: Hangweg, R: Residenz, S: Soto-maru, H: Ōte-mon, T: Asagi-yagura 1775 brach ein Feuer () in der Burgstadt (Jōkamachi), auch bekannt als „kleines Kyōto in Hokuriku“, aus, bei dem ca. 1.600 Wohnhäuser, Tempel und andere Gebäude zerstört wurden. Dabei wurde auch der Hommaru mit Tenshu-Komplex und seinen Gebäuden vernichtet. 1795 war die Burg wieder hergestellt, wobei man auf den Wiederaufbau des Tenshu verzichtete.

Am Fuße des Berges wurde im zweiten Bereich, dem Ni-no-maru (; 2), die durch Wassergräben geschützte Residenz (R) angelegt. Wasser dafür wurde aus dem Fluss Akane (; A) abgeleitet. Vorgelagert war der dritte Bereich, der San-no-maru (; 3). Diesem war ein Außenbereich, das Soto-maru (; S) vorgelagert, an dem sich das Haupttor (Mon), das Ōte-mon (; H) der Burg befand. Dieser untere Bereich war mit der Burg oben auf dem Kameyama über den „Hundert-Klafter-Hangweg“ (; W) verbunden.

Im Osten des Burgbergs ist noch ein Teil der historischen Jōkamachi erhalten.

Rekonstruktion 1968 wurde der Tenshu-Komplex auf Grundlage einer Spende auf dem Kameyama in Stahlbeton wiederhergestellt. Hierfür wurden historische Zeichnungen und Baupläne ähnlicher Tenshu anderer Burgen aus derselben Zeit wie der ursprüngliche Bau verwendet; es handelt sich nicht um eine historische Rekonstruktion. Der heutige Ko-Tenshu steht z. B. am Standort des ursprünglichen Tengu-yagura.

Der rekonstruierte Tenshu ist viergeschossig; im ersten bis dritten Geschoss befindet sich ein Museum und im vierten, obersten Geschoss eine Aussichtsplattform. Das Gebäude bleibt von Dezember bis März des Folgejahres geschlossen. In dem Tenshu kann gegen eine hohe Gebühr genächtigt werden.

Bilder

Literatur Koichi Ikeda: Ōno-jo. In: Masayuki Miura (Hrsg.): Zusetsu edo sanbyakuhan „Shiro to jin’ya“ soran: Ketteiban. Togokuhen. () Gakushu Kenkyusha (), Tokio 2006, ISBN 4-05-604378-7, S. 100 (japanisch). Junrō Aoki: Echizen Ōno-jo. In: Nihon no meijō. (). Hekisuisha (), Tokio 1995 (japanisch). Yasuhiro Nishigaya: Echizen Ōno-jo. In: Nihon meijo zukan (). Rikogakusha (), Tokio 1993, ISBN 4-8445-3017-8 (japanisch).

Weblinks

Offizielle Website der Burg (englisch)

Einzelnachweise

Ono Echizen Kategorie:Bauwerk in der Präfektur Fukui Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Japan Kategorie:Erbaut in den 1570er Jahren Ono #Echizen Kategorie:Ōno (Fukui)