mini|Illustration, 1890 Das Natterkrönlein ist ein Märchen (AaTh 672 C). Es steht in Ludwig Bechsteins Neues deutsches Märchenbuch an Stelle 2 und stammt aus Ignaz und Josef Zingerles Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland von 1854 (Noch ein Mährchen von der Krönlnatter). Siehe auch Paul Zaunert übernahm es ebenfalls von Zingerle im zweiten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1923 an Stelle 56.

Inhalt mini|links|Illustration von Carl Fahringer, 1900 Eine Magd versorgt treu die Kühe. Da ist auch ein weißes Schlängchen, das kriegt Milch, und die Kühe gedeihen. Doch der Herr tobt, es sei ein giftiger Wurm, und jagt sie fort. Weinend nimmt sie Abschied von den Kühen. Da kommt die Schlange und lässt ihr Krönchen in ihre Hände fallen. Die Magd heiratet den Schulzensohn. Der Bauer verarmt. Zuletzt gehören seine Kühe ihr. Sie gibt der Schlange das Krönchen wieder.

Herkunft mini|Illustration von Freddie Langeler Bechstein nennt die Quelle bei Zingerle, der Schluss fehle dort.Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 287. Vgl. Nr. 26 Die Schlange mit dem goldnen Schlüssel, Nr. 46 Schlange Hausfreund, Grimms Märchen von der Unke, Jean de La Fontaines Der Mensch und die Natter.

In Märchen wie diesem ist die Krone ein Geschenk dankbarer Schlangen an arme Mädchen. Wo sie Wünsche erfüllt, könnte man sie mit einem Wunschring vergleichen. In Sagen muss der Schlangenstein oder die Krone des Schlangen- (Otter-)königs unter Gefahr geraubt, etwa ein weißes Tuch ausgebreitet werden, worauf ihn die Schlange zum Baden oder Essen ablegt.Siehe zum Beispiel:

Es gibt Versuche, diese Vorstellung mit der hellen Zeichnung am Kopf der Ringelnatter zu erklären. Nach Plinius’ Naturalis historia 8,78 hat der Basilisk einen solchen Fleck wie ein Diadem.Sigrid Schmidt: Schlangenkrone, -stein. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 56–63.

Literatur Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 19–23, 287. Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Band 2. Diederichs, Jena 1923, S. 182–184 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 23).

Weblinks

Zeno.org: Zingerles Noch ein Märchen von der Krönlnatter Bechsteins Natterkrönlein (ProjektGutenberg–DE) Analyse zum Text zum Motiv (Internet Archive) Märchenatlas.de zu Das Natternkrönlein (Internet Archive) Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum: Märchenpostkarte Das Natterkrönlein gelesen (6:49) (LibriVox)

Einzelnachweise

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