Maria Schutz ist ein Wallfahrtsort im Semmeringgebiet in Niederösterreich und gehört als Ortsteil zur Ortschaft Göstritz in der Marktgemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen.
Geographie Lage Das Dorf liegt im südlichen Niederösterreich etwa drei Kilometer vor dem Semmering-Pass auf am Fuß des Sonnwendstein ().
Der Ort ist über eine Landesstraße, die alte Semmeringstraße (Landesstraße L 4168, ehem. B 306 Semmering Ersatzstraße), erreichbar, die von der Semmering Schnellstraße S 6 abzweigt, und von Schottwien über Göstritz und Maria Schutz wieder an die S 6 bei Greis führt.
Nachbarorte
Geschichte Maria Schutz ist der größte Marien-Wallfahrtsort im südlichen Niederösterreich.
Die erste Kapelle wurde 1721 erbaut und bekam ihren Namen von dem Franziskaner Benignus Seyfried aus Mürzzuschlag.Seyfried hielt sich während der Bauzeit dort auf und schätzte besonders die Lage des Ortes. Als er unter einer Birke einschlief und später wieder erwachte, rief er, wenn er den Ort zu taufen hätte, würde er ihn „Maria Schutz“ nennen.
Der Legende nach sollen Pestkranke aus Schottwien sie nach ihrer Heilung durch das heilig Bründl errichtet haben. Diese Quelle entspringt heute noch hinter dem Hauptaltar der Wallfahrtskirche.
Ein Neubau der Wallfahrtskirche erfolgte 1728. Die Grundsteinlegung erfolgte durch den Reichsgrafen Joseph Leopold Julius von Walsegg-Stuppach. 1783 erhob Joseph II. sie zur Pfarrkirche.
Ein Brand zerstörte 1826 Glocken und Zwiebeltürme der Kirche. Ein Erdbeben im Semmeringgebiet 1837 beschädigte Kirche und Pfarrhof stark. Im Jahr 1840 übernahm Fürst Alois von Liechtenstein das Patronat über den Wallfahrtsort.
1925 gründeten die Passionisten ein Kloster und übernahmen die Wallfahrtskirche.
Am Nachmittag des 7. April 1945, ein Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde Maria Schutz von der Roten Armee besetzt. Die in der Gegend stationierten Alarmeinheiten der deutschen Wehrmacht, die später Teil der deutschen 9. Gebirgs-Division wurden, vertrieben die Sowjet-Soldaten in einem Gegenangriff am 8. April wieder. Das Gebiet rund um Kirche und Kloster wurde bis zu Kriegsende von der sowjetischen Infanterie nicht mehr angegriffen und von den Wehrmachtssoldaten stützpunktartig verteidigt.Friedrich Brettner: Die letzten Kämpfe des II. Weltkrieges im Grenzgebiet Niederösterreich – Steiermark – Burgenland, KRAL-Verlag, 2013, ISBN 978-3-99024-171-4, S. 102 und 103.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Zentrum von Maria Schutz mit der Kloster- und Wallfahrtskirche Wallfahrtskirche Maria Schutz Kloster Maria Schutz
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes Adrienne Gessner (eigentlich Adrienne Geiringer) (1896–1987), Schauspielerin Charlotte Seidl (* 1948) Bildhauerin und Keramikkünstlerin
Personen mit Bezug zum Ort Franz von Rziha (1831–1897) in Maria Schutz verstorben, Eisenbahn- und Tunnelbauer, u. a. Semmeringbahn Achilles Thommen (1832–1893) in Maria Schutz verstorben, Ingenieur für Eisenbahnen
Literatur
Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Wien 1955.
Weblinks
Website Wallfahrtskirche Maria Schutz Pfarre Semmering Private Seite über Maria Schutz MARIA SCHUTZ, Heilig Bründl auf sagen.at
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Bezirk Neunkirchen Kategorie:Katholischer Wallfahrtsort in Niederösterreich Kategorie:Schottwien Kategorie:Randgebirge östlich der Mur Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Schwarza (Leitha) Kategorie:Passionisten Kategorie:Disposition einer Orgel