Morschen ist eine Gemeinde im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographie Geographische Lage Morschen liegt im Fuldatal südlich von Kassel und nördlich von Rotenburg an der Fulda und Bebra.
Nachbargemeinden Morschen grenzt im Norden an die Städte Melsungen und Spangenberg (beide im Schwalm-Eder-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Südwesten an die Gemeinde Knüllwald sowie im Westen an die Gemeinde Malsfeld (beide im Schwalm-Eder-Kreis).
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus sieben Ortsteilen, die vor dem 1. Januar 1974 zum aufgelösten Landkreis Melsungen gehörten.
Stadtteil Eingemeindung Einwohner Altmorschen 1. Juli 1971 1.430 Binsförth 1. April 1972 262 Eubach 1. Juli 1971 161 Heina 1. Januar 1974 224 Konnefeld 1. Januar 1974 370 Neumorschen 1. Januar 1974 694 Wichte 31. Dezember 1971 245
Geschichte Gemeindebildung
Die Gemeinde Morschen wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Altmorschen, Heina, Konnefeld und Neumorschen gebildet. Zuvor waren bereits die Gemeinden Binsförth (am 1. April 1972), Eubach (am 1. Juli 1971) und Wichte (am 31. Dezember 1971) auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Altmorschen eingemeindet worden. Altmorschen wurde Sitz der Gemeindeverwaltung. Gleichzeitig mit dem Zusammenschluss zur Gemeinde Morschen wechselte diese in den neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis. Für alle ehemaligen Gemeinden von Morschen wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Elternmord in Morschen
Die Gemeinde erlangte durch den medial stark rezipierten Elternmord von Morschen von 1997 deutschlandweite Bekanntheit.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Morschen 3509 Einwohner. Darunter waren 61 (1,7 %) Ausländer, von denen 43 aus dem EU-Ausland, 6 aus anderen europäischen Ländern und 12 aus anderen Staaten kamen. Die Einwohner lebten in 1518 Haushalten. Davon waren 404 Singlehaushalte, 407 Paare ohne Kinder und 528 Paare mit Kindern, sowie 154 Alleinerziehende und 25 Wohngemeinschaften. 2677 Einwohner gehörten der evangelischen (67,3 %) und 218 Einwohner der katholischen (6,2 %) Konfession an.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1987: 3314 evangelische (= 88,8 %), 275 katholische (= 7,4 %), 142 sonstige (= 3,8 %) Einwohner • 2011: 2669 evangelische (= 76,1 %), 221 katholische (= 6,3 %), 619 sonstige (= 17,6 %) Einwohner
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Morschen erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Morschen 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 28,9536,0641,61060,11462,11457,813 OLM Offene Liste Morschen28,25—————————— 21,2416,2316,7419,0416,9418,44 7,015,4111,1220,9521,0519,85 14,72————————4,01 ——42,4730,67—————— Gesamt 100,0 17 100,0 17 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 65,3 58,9 69,7 57,2 56,0 67,4
Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 1. November 2022 Roland Zobel (FDP). Bei der Wahl am 25. September 2022 erhielt Roland Zobel bei 63,05 Prozent Wahlbeteiligung 56,16 Prozent der Stimmen.Votemanager: Gemeinde Morschen Bürgermeisterwahl September 2022
Amtszeiten der Bürgermeister 2022–2028 Roland Zobel (FDP)HNA, 18. Oktober 2022: Morschens neuer Bürgermeister Roland Zobel wird vereidigt 2016–2022 Ingo Böhm (SPD) abgerufen am 28. Juli 2016 1998–2016 Herbert Wohlgemuth 1974–1998 Joachim Kohlhaas
Ortsbeiräte Für die Ortsteile Altmorschen, Binsförth, Eubach, Heina, Konnefeld, Neumorschen und Wichte bestehen Ortsbezirke nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Die Ortsbeiräte bestehen aus fünf Mitgliedern. Der Ortsbeirat des Ortsbezirks wird im Rahmen der Kommunalwahlen gewählt und bestimmt aus seiner Mitte den/die Ortsvorsteher/in. Die Ortsbezirksgrenzen entsprechen den Gemarkungen der eingegliederten ehemaligen Gemeinden.
Wappen Das Wappen wurde am 25. Mai 1981 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Gesamtgemeinde Morschen weist ein breites Spektrum historischer und kultureller Sehenswürdigkeiten auf. Besonders das Kloster Haydau, die historische Marktstrasse in Neumorschen, das spätbarocke Herrenhaus „Altes Forstamt“ und der jüdische Friedhof von Binsförth ragen überregional heraus. Zur Regionalgeschichte informieren das Feuerwehrmuseum in Altmorschen und das Heimatmuseum Wichte. Auch im Ortsarchiv und im Kloster Haydau befinden sich lokalgeschichtliche Ausstellungen.
Altmorschen Bahnhof Altmorschen Bei dem in den 1860er Jahren eröffneten Gebäude handelt es sich um eines der wenigen restaurierten Beispiele eines Bahnhofs der Gründerzeit aus rotem Backstein (fast 80 Jahre lang war er, wie fast alle ähnlichen Bahnhöfe in Deutschland, im Stil der Neuen Sachlichkeit weiß getüncht).
Altes Forstamt Das Gebäude, welches aufgrund seiner früheren Funktion auch als „Poststation“ bezeichnet wird, ist ein herrschaftliches spätbarockes Fachwerkhaus des 17. Jahrhunderts. Die erhaltenen Keller gehen jedoch bis in das 13. Jahrhundert zurück. Heute befindet sich dort ein Hotel und öffentlich zugängliche Gastronomie.
Rathaus Morschen Das Rathaus ist im ehemaligen Hof Raabe im Zentrum des historischen Ortskerns von Altmorschen untergebracht. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts mit modernen Anbauten.
Alte Schule Das älteste Schulhaus Morschens und eines der ältesten Nordhessens entstand im frühen 18. Jahrhundert in Fachwerkbauweise. Das Gebäude diente bis in die 1960er Jahre als Grundschule. Im 19. Jahrhundert beherbergte es auch die Forst-Schule.
Alte Dorfkirche Im Oberdorf von Altmorschen gelegen blieb von der Kirche aus der Zeit um 1200 nur der Turm erhalten, der bis in die jüngste Vergangenheit noch zu Gottesdiensten genutzt wurde. Die Ruine ist von einem Friedhof mit historischen Grabsteinen umgeben.
Feuerwehrmuseum Das Museum außerhalb der Altstadt beherbergt Exponate der regionalen Feuerwehrgeschichte seit dem 19. Jahrhundert.Morschen auf Feuerwehr-Museen.de
Kloster Haydau mini|80px|Kloster Haydau 2005
Kloster Haydau, ein ehemaliges Zisterzienser Nonnenkloster, Mitte des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und Mitte des 16. und im 17. Jahrhundert umgebaut zum landgräflichen Schloss. Von 1985 bis 2001 wurde das Kloster in einem Modellprojekt gesichert und saniert.
Unter dem Motto Leben • Begegnungen • Perspektiven wird Kloster Haydau heute für Tagungen, Kongresse, Kunst, Kultur, Hochzeiten und Familienfeiern genutzt. Jährlich besuchen viele Gäste Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Theater, Lesungen, Symposien, ebenso wie viele Familien und junge Paare ihre persönlichen Feiern in den Räumen des Klosters begehen.
Waltari-Bergmann-Platz Der im Ortskern von Altmorschen gelegene Platz wurde 2018 zum hundertsten Geburtstag des Historikers und Ehrenbürgers von Morschen, Waltari Bergmann, eingeweiht. Auf dem Platz befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Namensgebers.
Kapellberg Auf der durch ein hohes Holzkreuz gekennzeichneten Anhöhe, dem Kapellberg, südlich von Altmorschen befand sich um 1500 eine inzwischen verschwundene Wallfahrtskapelle des Klosters Haydau. Laut einer Legende soll Bonifatius dort schon um 725 eine erste Kapelle erbaut haben, wozu wissenschaftliche Beweise allerdings fehlen.
Ortsarchiv Im ehemaligen Haus Schröder, Teil der Domäne Haydau, sind Räumlichkeiten zur Unterbringung des Ortsarchivs, ferner Ausstellungs- und Sitzungsräume entstanden. Das Archiv ist auf Voranmeldung öffentlich zugänglich. Die Ausstellung widmet sich u. a. dem Rührfix als für Morschen wichtigem zeitgeschichtlichen Erzeugnis.
Gemeinde- und Schulbücherei Die Bücherei ist an drei Tagen die Woche öffentlich zugänglich. Sie befindet sich im Gebäude der Georg-August-Zinn-Schule.
Neumorschen Dorfaue Neumorschen An der historisch bedeutsamen Marktstraße stehen vorwiegend giebelständige Fachwerkhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei besonders der historische Ratskeller aus dem 17. Jahrhundert mit dem Dachreiter hervorsticht. Ein anderes markantes Fachwerkhaus aus dem späten 18. Jahrhundert ist das Gasthaus Horn, in welchem sowohl der örtliche Heimatverein (1908) wie der Schützenverein (1928) gegründet wurde. Es steht nach dem Tod des letzten Betreibers Josef Priller 2010 nach mehreren Eigentümerwechseln seit Jahren leer.http://www.morschen-kloster-haydau.de/neumorschen/wein.html Entlang der Marktstraße verläuft eine offene Wasserrinne. Im Jahre 2012 wurde der in der Mitte der Straße stehende Pavillon des 20. Jahrhunderts restauriert.
Wehrkirche Neumorschen Das in Neumorschen befindliche Feldsteinbauwerk, die Wehrkirche, aus dem frühen 13. Jahrhundert ist die älteste Kirche Morschens, gründet auf einer spätromanischen Chorturmanlage und ist von einem Wehrkirchhof des 15. Jahrhunderts umgeben. Davon zeugen noch heute die Schießscharten in der Ringmauer. 1730 wurde eine romantische Orgel mit kunstvollen Schnitzereien am Prospekt eingebaut.
Heckenmühle Die „Heckenmühle“ in Neumorschen ist ein Fachwerkbau aus dem frühen 17. Jahrhundert, der 1618 erstmals erwähnt wird. Sie stellt ein bedeutendes Zeugnis regionaler Wirtschaftsgeschichte dar.
Obermühle Neumorschen Die Obermühle Neumorschen ist eine bis 1958 betriebene Wassermühle am Ufer der Fulda. Das Gebäude ist ein Fachwerkhaus, dessen Kern bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht und ebenso lange als Mühle dokumentiert ist.
Fährhafen Auf der Fulda fahren (nach Absprache) Flöße von Morschen bis nach Melsungen.
Ruhlengut Denkmalgeschützter Bauernhof, dessen Name aus der Neumorscher Chronik sich bis ins 15. Jahrhundert urkundlich nachweisen lässt. Ursprünglich war der Hof ein Vorwerk des Klosters Haydau in Altmorschen, das diesen Namen trug. Ab dem 16. Jahrhundert war der Hof im Besitz der Familie Hartung, bis er 1904 den Besitzer wechselte. Dessen Nachfahren betreiben ihn als Biohof auf 45 ha Ackerfläche und 12 ha Wald.
Heina Historischer Ortskern Heina Um eine mittelalterliche Wehrkirche aus Feldsteinen gruppieren sich Fachwerkhäuser des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Dem ländlichen Charakter der Ortschaft entsprechend schließen sich an die Gebäude zum Teil bis heute betriebene Bauernhöfe an. Nahe der Kirche hat sich ein steinerner Gerichtstisch erhalten. An der Umfassungsmauer der Kirche befindet sich ein Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege.
Gipfelkreuz Nach einer regionalen Überlieferung soll Bonifatius 723 n. Chr. südlich von Heina auf einer exponierten Anhöhe hoch über dem Fuldatal gepredigt haben. Aufgrund des Andrangs bei seiner Predigt wird diese Flur „Gedränge“ genannt. Eine Eiche, die an dieser Stelle wuchs, soll von Bonifatius gefällt worden sein. In Erinnerung daran wurde 2001 ein neuer Eichbaum gepflanzt und ein Gedenkstein mit Erinnerungstafel aufgestellt. Ostern 2012 wurde ein neues Gipfelkreuz aus Holz für Andachten errichtet. An dem Kreuz vorbei führt der Jakobsweg.
Wildsberghütte Das als Grillplatz und Ausflugsziel frequentierte Blockhaus steht auf einer Anhöhe auf halbem Weg zwischen Heina und Beiseförth (Malsfeld). Von dort öffnet sich ein guter Blick auf das am Fuße des Wildsbergs gelegene Fulda-Tal.
Konnefeld Gerichtsplatz und Wehrkirche