Das Berliner Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die von dem Verein für Protest- und Bewegungsforschung e.V. getragen wird.

Geschichte Die Idee zur Etablierung des Instituts geht auf eine Gruppe von Sozialwissenschaftlern zurück, die im April 2012 ein Memorandum zur Gründung vorlegten.

Das Institut versteht sich als selbstorganisiertes „Netzwerkinstitut“. Es hat in der Vergangenheit unter anderem mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), der Technischen Universität Berlin dem Institut für Soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets und der Freien Universität Berlinhttps://www.lai.fu-berlin.de/en/forschung-alt/food-for-justice/Partners/Associated-Projects-and-Institutions/Institut-fuer-Protest--und-Bewegungsforschung/index.html zusammengearbeitet.

Gründungsmitglieder des Trägervereins sind: Priska Daphi, Professorin für Allgemeine Soziologie und Konfliktsoziologie an der Universität Giessen

Donatella della Porta, Professorin für Politikwissenschaft und Direktorin des „Center on Social Movement Studies“ an der Scuola Normale Superiore, Florenz Klaus Eder, emeritierter Professor für Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin Ansgar Klein, Privatdozent am Institut für Sozialwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, ehem. Geschäftsführer des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement und Herausgeber des Forschungsjournals soziale Bewegungen Jochen Roose, Konrad-Adenauer-Stiftung, Koordinator für Umfragen und Parteienforschung Roland Roth, emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal und Mitbegründer des Instituts für demokratische Entwicklung und soziale Integration Dieter Rucht, emeritierter Professor für Soziologie und ehemaliger Ko-Leiter der Forschungsgruppe „Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung Rupert Graf Strachwitz, ehem. Direktor des Maecenata-Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft Wolfgang Stuppert, Mitarbeiter bei SoCha. Empowering Social Change Simon Teune, Sonderforschungsbereich Intervenierende Künste, Freie Universität Berlin Heike Walk, Professorin für Transformation und Governance an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde Sabrina Zajak, Professorin für Soziologie an der Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Struktur Die Arbeit des Vereins wird durch den Vorstand des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung e.V. koordiniert.

Nach eigenen Angaben besteht der Verein seit der Gründung im Jahr 2012 aus über 200 Mitgliedern.

In Arbeitskreisen organisieren sich Forschende zu einzelnen Themenfeldern.

Zum Beispiel existiert der AK Poststrukturalistische Perspektiven auf Soziale Bewegungen seit 2017. Seit 2025 hat der AK Förderung für drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Die arbeitet als wissenschaftliches DFG-Netzwerk „Poststrukturalistische Protest- und Bewegungsforschung: Ein multiperspektivischer Analyseansatz“ (POPMAP) weiter.

Beteiligte Wissenschaftler des Instituts sind unter anderem: Lisa Bogerts Jannis Grimm Sebastian Haunss Damla Keşkekci Piotr Kocyba Ilse Lenz Margit Mayer Gisela Notz Jochen Roose Svenja Spyra Wolfgang Stuppert Tareq Sydiq Simon Teune Peter Ullrich Heike Walk Nina-Kathrin Wienkoop

Aktivitäten Das ipb führt Forschungsprojekte zu Protesten, sozialen Bewegungen und bürgerschaftlichem Engagement eigenständig oder in Kooperation mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen durch und macht die Ergebnisse der Forschung öffentlich verfügbar.

Demobefragungen Gemeinschaftliche Forschungsvorhaben sind unter anderem Befragungen bei Demonstrationen, die Zusammenarbeit bei der Sammlung and Analyse von Protestereignissen und kurzfristig organisierte Forschungsprojekte zu aktuellen Protesten wie beim G20-Gipfel in Hamburg. Demonstrationsbefragungen haben unter anderem bei den „Montagsmahnwache für den Frieden“ stattgefunden, bei der Stop-TTIP/CETA-Demonstration im Oktober 2015, einer Pegida-Demonstration im Januar 2015 bei mehreren Fridays for Future Demonstrationen und bei den Protesten gegen den Rechtsruck 2024.

Jahrestagungen

Jedes Jahr veranstaltet das ipb eine wissenschaftliche Tagung. Den Auftakt war die Gründungskonferenz des Instituts unter dem Titel „Viel Bewegung – wenig Forschung?“ im Juni 2013 die am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) stattfand. Seit 2013 finden jährlich ipb-Jahrestagungen an wechselnden akademischen Institutionen wie den Berliner Universitäten Technische Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Freie Universität Berlin sowie am Berliner Weizenbaum-Institut und der Universität Bremen statt.

Publikationen Der Verein gibt die Reihe ipb working papers heraus und hat eine eigene Rubrik im Forschungsjournal Soziale Bewegungen, ipb beobachtet.

Weblinks Offizielle Webseiten

Einzelnachweise

Kategorie:Forschungseinrichtung in Berlin Kategorie:Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2012