Die Kirche Mutter Gottes vom Berge Karmel in Świętajno (Powiat Olecki) () ist ein Bauwerk aus dem zu Ende gehenden 18. Jahrhundert. Bis 1945 war sie evangelisches Gotteshaus für das ostpreußische Kirchspiel Schwentainen im Kreis Oletzko (1933–1945 Kreis Treuburg); heute ist sie Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrei Świętajno in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage Świętajno liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Olecko (Marggrabowa, 1928–1945 Treuburg) und ist über die Woiwodschaftsstraße DW 655 im Abzweig Dunajek (Duneyken, 1938–1945 Duneiken) zu erreichen.

Das Gotteshaus steht im Südosten der Ortsmitte auf der östlichen Seite der Durchgangsstraße.

Kirchengebäude Eine 1577 in Schwentainen gegründete KircheWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 116, Abb. 519. wurde 1787 durch Brand zerstört. Bis 1790 wurde sie wieder aufgebaut, zunächst allerdings ohne Turm, der erst 1909 errichtet wurde.Szleyken, Schwentainen und Duneyken – mit historischen Foto der Kirche Schwentainen

Eine gewölbte Holzdecke überspannte den Innenraum. Die bis zur Ostwand reichenden Seitenemporen ruhten auf Holzsäulen. Altar und Kanzel bildeten ein Ganzes.

Das Geläut der Kirche bestand aus zwei Glocken, die aus den Jahren 1803 und 1850 stammten.

Kirchengemeinde Evangelisch Kirchengeschichte Im Jahre 1577 wurde in Schwentainen ein evangelisches Kirchspiel errichtet,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 484. das bis 1945 bestand und zum Kirchenkreis Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Die beiden Pfarrstellen waren bis 1727 bzw. 1945 ununterbrochen besetzt.Friedwald Moeller: Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 137–138. Zwischen 1889 und 1925 waren zusätzliche Hilfsprediger eingesetzt. Im Jahr 1925 zählte das Kirchspiel Schwentainen 4770 Gemeindeglieder, die in 19 Dörfern, Ortschaften bzw. Wohnplätzen lebten.

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung machten nach dem Zweiten Weltkrieg evangelisches Gemeindeleben nicht mehr möglich. Das Gotteshaus wurde der katholischen Kirche übereignet. Hier heute lebende evangelische Kirchenglieder orientieren sich zur Kirche in Wydminy (Widminnen), einer Filialkirche der Giżycko (Lötzen), oder zu den Kirchen in Ełk (Lyck) und Węgorzewo (Angerburg), die alle zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gehören.

Kirchspielorte Bis 1945 waren mit dem Pfarrort 19 Dörfer, Ortschaften und Wohnplätze in das Kirchspiel Schwentainen eingepfarrt:Der * kennzeichnet einen Schulort

Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Chelchen Kelchen Chełchy *Polommen Herzogsmühle Połom *Doliwen Teichwalde Doliwy Röbel Kije *Duneyken Duneiken Dunajek *Salleschen Tannau Zalesie *Duttken Sargensee Dudki Schlick Połomek *Dworatzken (ab 1934)Herrendorf Dworackie Schwidrowken Świdrówko *Giesen Giże Suleyken Suleiken Sulejki Konradsfelde(bis 1911 Rogowszisna) Rogowszczyzna Theerbude Smolnik *Krzywen (ab 1934)Bergenau Krzywe *Wessolowen Kleinfronicken Wesołowo *Orzechowken (ab 1925)Nußdorf Orzechówko *Wronken Fronicken Wronki

Pfarrer Bis 1727 taten in Schwentainen zwei Pfarrer gleichzeitig Dienst, zwischen 1889 und 1925 waren Hilfsprediger ergänzend eingesetzt. Es amtierten an der Pfarrkirche die Geistlichen:

Adam Prostka, vor 1600 Hieronymus Orzechowski, 1601–1623 Bartholomäus Prostka, 1601–1625 Stanislaus Kalenzinski, 1623–1625 Gregorius Reimer, bis 1653 Jacob Zielinski, 1625–1668 Georg Zielinski. 1654–1703 Friedrich Mietzkowius, 1670–1677 Caspar Hartkoch, 1678–1684 Friedrich Zielinski, 1684–1699 Jacob Nicolai, 1699–1727 Matthäus Paulini, 1705–1710 Friedrich Flöß, 1711–1760 Jacob Matiszik, 1757–1770 Bernhard Flöß, 1770–1802 Michael Salkowski, 1802–1837 Friedrich Johswich, 1837–1858 Gottlieb Treskatis, 1858–1868 Alexander Rudolf Albert Gerß, 1868–1873 Franz August Unterberger, 1874–1890 Gustav Eberhard, 1889–1890 Hermann Adolf Niklas, 1891–1908 Otto Kowalzick, 1908 Georg Paul Brehm, 1909–1911 Georg Alfred Weinberger, 1911–1934 Max Mehlfeld, 1920–1921 Johann Samuel B.K. Ehmer, 1921–1923 Hermann Fahnenführer, 1922 Egon Bellmann, 1923–1925 Ewald Weidemann, 1934–1935 Herbert Behrendt, 1936–1945

Kirchenbücher Von den Kirchenbuchunterlagen der Kirche Schwentainen haben sich erhalten und werden bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig aufbewahrt: Taufen, Trauungen und Begräbnisse von 1861 bis 1874.

Im Staatsarchiv () in Ełk (Lyck) befinden sich die Schwentainer Begräbnis-Kirchenbücher von 1800 bis 1839.

Römisch-katholisch Pfarrei Seit 1946 gibt es in der einst evangelischen Kirche Schwentainens römisch-katholische Gottesdienste. Vorher waren die Katholiken nach Marggrabowa (1928–1945 Treuburg) im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Die Kirche im jetzigen Świętajno erhielt den Namen „Kościół Matki Bożej Szkaplerznej“ ().

Im Jahr 1962 wurde hier eine eigene Pfarrei errichtet und die Kirche damit zur Pfarrkirche erhoben. Sie gehört zum Dekanat Niepokalanego Poczęcia NMP Olecko im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Seit 1982 gibt es zusätzlich eine Filialkirche in Wronki (Wronken, 1938–1945 Fronicken).

Pfarreiorte Zur römisch-katholischen Parafia (Pfarrei) Świętajno gehören heute 14 Orte:

Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Chełchy Chelchen1938–45 Kelchen Orzechówko Orzechowken1925–45 Nußdorf Dunajek Duneyken1938–45 Duneiken Połom Polommen1938–45 Herzogsmühle Giże Giesen Rogowszczyzna Konradsfelde bis 1911 Rogowszisna Giże (PGR) Sulejki Suleyken1938–45 Suleiken Jurkowo Świętajno Schwentainen Kije Röbel Wronki Wronken1938–45 Fronicken Krzywe Krzywen1938–45 Bergenau Zalesie Salleschen1938–45 Tannau

Verweise Literatur Carl Walther Rathke: Zur Geschichte der evangelischen Kirche Schwentainen, Kreis Treuburg. In: Aus Treuburgs Okelkammer 1, 1937, S. 25–29.

Einzelnachweise

Kategorie:Erbaut in den 1790er Jahren Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Maria-vom-Berg-Karmel-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Mutter Gottes vom Berge Karmel