mini|hochkant=0.8|Steffen Krach, 2022 Steffen Krach (* 7. August 1979 in Hannover) ist ein deutscher Politiker der SPD. Von 2016 bis 2021 war er Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung in der Berliner Senatskanzlei. Seit 2021 ist er Regionspräsident der Region Hannover. Seit 2026 ist er Co-Vorsitzender der SPD Berlin und Co-Vorsitzender SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Er war Spitzenkandidat der SPD für die Abgeordnetenhauswahl 2026.
Leben Krach ist seit 1998 Mitglied der SPD. Nach seinem Abitur in Hannover im Jahr 1999 und dem Ableisten des Zivildienstes in Hameln von 1999 bis 2000 studierte Krach Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen (2000–2002) und Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (2002–2005). Sein Studium schloss er als Diplom-Politologe ab. Von 2002 bis 2005 war Steffen Krach Mitglied des Vorstands und Vizepräsident des Deutschen Studentenwerks sowie Mitglied des Bundesvorstandes der Juso-Hochschulgruppen und beratendes Mitglied im SPD-Parteivorstand.
Nach seinem Studium war Krach im Jahr 2006 als Referent für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europäischen Union für die Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin tätig. 2007 wurde er persönlicher Referent des Berliner Senators Jürgen Zöllner in der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Im Anschluss daran war Krach von 2008 bis 2010 im Referat für Planungs- und Parlamentsangelegenheiten der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung beschäftigt. Im Jahr 2010 übernahm Krach die Leitung des Büros von Senator Zöllner. Diese Aufgabe nahm er auch von 2011 bis 2012 unter Senatorin Sandra Scheeres wahr. Im Anschluss wechselte Krach auf die Bundesebene und leitete von 2012 bis 2014 die Bund-Länder-Koordinierungsstelle bei der SPD-Bundestagsfraktion.
Am 13. Dezember 2014 wurde Steffen Krach von Senatorin Sandra Scheeres (Senat Müller I) zum Staatssekretär für Wissenschaft im Ressort für Bildung, Jugend und Wissenschaft der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft berufen. Er wurde Nachfolger von Knut Nevermann. Nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 gingen die Ressortbereiche Wissenschaft und Forschung in den Verantwortungsbereich des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und der Senatskanzlei über, der Regierende Bürgermeister Michael Müller fungierte zugleich als Senator für Wissenschaft und Forschung. Am 8. Dezember 2016 wurde Steffen Krach von Müller zum Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung berufen.
2021 wurde Steffen Krach bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen in einer Stichwahl zum Regionspräsidenten der Region Hannover gewählt. Das Amt trat er in Nachfolge von Hauke Jagau am 1. November 2021 an. Zudem ist er 1. stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Hannover.Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse Hannover
2022 wurde Krach in einer Doppelspitze mit Leyla Hatami zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Hannover (Region Hannover) gewählt, im April 2024 wurden beide bestätigt.
Im August 2025 nominierte der Vorstand der SPD Berlin Krach als Spitzenkandidaten für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2026.
Am 8. Mai 2026 wurde Krach gemeinsam mit Bettina König zum Vorsitzenden der SPD Berlin gewählt. Nach der Abgeordnetenhauswahl 2026, bei der er über die Bezirksliste Steglitz-Zehlendorf ins Parlament einzog, wurde er am 30. September 2026 gemeinsam mit Derya Çağlar zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus gewählt.
Steffen Krach ist verheiratet und hat drei Söhne.
Politische Positionen Steffen Krach gehört neben Hubertus Heil, Eva Quante-Brandt, Svenja Schulze und Edelgard Bulmahn zu den Autoren des sogenannten „Zukunftsvertrags für Wissenschaft und Forschung“. In dem Papier von 2017 machen die sozialdemokratischen Autoren Vorschläge für die Gestaltung der Wissenschafts- und Forschungspolitik bis zum Jahr 2030. Seine im Juni 2026 geäußerte Idee, Berliner Lehrer künftig an einer eigens geschaffenen „School of Education“ auszubilden, fand nur wenig Unterstützung.https://taz.de/Lehrkraefteausbildung-in-Berlin/!6188934/
Krach lehnt die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen großer Immobilienkonzerne entgegen dem Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co. enteignen und früheren Beschlüssen der SPD Berlin ab. Ebenso lehnt Krach einen bundesweiten Mietendeckel ab und wirbt für die Überführung der entsprechenden Gesetzgebungskompetenz auf Länderebene.
Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsnahme Am 9. September 2026 durchsuchte die Polizei in Berlin die Wohnung von Krach im Stadtteil Schöneberg sowie die SPD-Landesgeschäftsstelle im Wedding. In Hannover wurde zudem Krachs früherer Arbeitsplatz durchsucht. Hintergrund der Maßnahmen ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in zwei Fällen sowie dem Vorwurf wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und der Verletzung der Geheimhaltungspflicht nach dem GmbH-Gesetz. Unter anderem geht es um einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Spende und einem Vergabeverfahren im Gesundheitswesen während Krachs Zeit als Präsident der Region Hannover.
Die SPD soll am 29. Dezember 2025 von einem an dem Vergabeverfahren beteiligten Unternehmen eine Spende in Höhe von 9.900 Euro erhalten haben (namentlich öffentlich gemacht werden müssen Parteispenden ab einer Summe von 10.000 Euro). Darüber hinaus sollen dem Unternehmen vertrauliche Informationen aus dem Bieterverfahren mitgeteilt worden sein, die es diesem ermöglicht hätten, ein Angebot knapp über dem der Konkurrenz abzugeben. Unter anderem weil dies bekannt wurde, kam das Unternehmen letztlich nicht zum Zuge. Krach gibt an, von der Spende am 7. Januar 2026 erfahren und einen Tag später deren Rücküberweisung angeordnet zu haben.
Mitgliedschaften (Auswahl) Sozialdemokratische Partei Deutschlands Hannover 96 Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft EC Hannover Indians
Schriften (Auswahl) Grundbildungsförderung in Entwicklungsländern: Erfolgreiches Instrument der internationalen Entwicklungsstrategie? Eine Analyse am Beispiel von Mosambik (=Berliner Arbeiten zur Erziehungs- und Kulturwissenschaft, Nr. 26). Logos-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-8325-1161-6.
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