Walter Leblanc (* 26. Dezember 1932 in Antwerpen; † 14. Januar 1986 in Silly) war ein belgischer Maler, Grafiker und Objektkünstler. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der kinetischen und optischen Kunst.

Leben Leblanc studierte von 1949 bis 1954 an der Königlichen Akademie für Schöne Künste in Antwerpen bei Antoine Marstboom und 1955/56 am Hoger Institut voor Schone Kunsten. Nach seiner Heirat im Jahr 1956 arbeitete er als Werbegrafiker, zeitgleich trat er aber auch als freier Künstler in Erscheinung. Ab 1977 lehrte er am Nationalen Hoger Instituut voor Bouwkunst en Stedebouw in seiner Heimatstadt.

Leblanc starb 1986 bei einem Autounfall.

Werk Ab 1951 arbeitete Leblanc mit geometrisch-abstrakten Monochromen. In den 1950er Jahren schuf er auf Licht basierte Reliefreihen aus Sand. 1959 wurde Torsion zum wichtigsten Gestaltungselement. Durch Windungen und Verdrehungen von Papier, Karton oder Fäden auf oder in Flächen werden dreidimensionale Strukturen und Skulpturen geschaffen. Dabei arbeitete Leblanc oftmals seriell.

1958 war er Gründungsmitglied der Künstlergruppe G58, in der sich junge belgische Künstler zusammenfanden, um gegen die Ausstellung „50 Jahre Kunst der Moderne“ im Rahmen der Weltausstellung zu protestieren, die sie nicht beachtet hatte. Gemeinsam erwarb man ein altes Lagerhaus und zeigte dort Ausstellungen. Ab 1962 gehört er der Nouvelles Tendances an. Ab 1962 war er an Ausstellungen der Gruppe ZERO beteiligt. Ab 1964 integriert er seine Arbeiten in Architektur, z. B. in der Aula der Universität Antwerpen (1978) und die Metrostation Simonis in Brüssel (1986), Kunst in der Métro, Verkehrsbetriebe Brüssel. 1970 wurde Leblanc als Teilnehmer der Biennale von Venedig ausgewählt. Ab 1975 entstand die Werkgruppe „Archétypes“. Leblanc ordnete hier geometrische Grundformen durch systematische Überlagerung, Staffelung und Reihung zu streng konstruktiven, rhythmischen Kompositionen.

Preise 1956, 1958, 1959, 1962: Preis für Junge belgische Malerei 1966: Prix Europe

Ausstellungen 1960: Städtisches Museum, Schloss Morsbroich, Leverkusen 1961: Walter Leblanc, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles 1962: Anti-Peinture, G58 Hessenhuis, Antwerpen 1964: Propositions visuelles du mouvement international Nouvelle Tendance, Musée des arts décoratifs, Paris 1965: The Responsive Eye, Museum of Modern Art, New York City 1965: Musée Rath, Genf 1965: Licht und Bewegung/Kinetische Kunst, Kunsthalle Bern 1965: Lumière, mouvement et optique, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles 1965: Licht und Bewegung/Kinetische Kunst, Kunsthalle Baden-Baden und Kunsthalle Düsseldorf 1966: Weiss auf Weiss, Kunsthalle Bern 1968: Walter Leblanc: Torsions, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles 1970: 35. Biennale von Venedig 1979: Zero Internationaal, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen 1985: Eine Europaïsche Bewegung Bilder und Objekte aus der Sammlung Lenz Schönberg, Museum Carolino Augusteum, Salzburg 1986: Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel 1986: Museum Abteiberg, Mönchengladbach 1989: Walter Leblanc Retrospektive, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 1990: 40 ans de Jeune Peinture Belge Regard contemporain sur un choix historique, Palais des Beaux-Arts de Bruxelles 1998: Kunst im Aufbruch Abstraktionzwischen 1945 und 1959, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 2001: Walter Leblanc, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent 2003: Kröller-Müller Museum, Otterlo 2004: Die Europäische Vision 1958 bis heute, Sammlung Lenz Schönberg, Museum für Zeitgenössische Kunst, Zero, Zagreb 2006: ZERO. Künstler einer europäischen Bewegung. Sammlung Lenz Schönberg 1956–2006, Museum der Moderne Salzburg 2006: ZERO – Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre, museum kunst palast, Düsseldorf 2011: Walter Leblanc, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 2014: Zero: Countdown to tomorrow, Solomon R. Guggenheim Museum, New York City 2015: Zero: The international art movement of the 1950s and 1960s, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2015: Zero: let us explore the stars, Stedelijk Museum, Amsterdam

Literatur

Anne Adriaens-Pannier: Walter Leblanc, 1932–1986. (=Cahiers des Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Band 9) Snoeck Ducaju & Zoon, gent 2011, ISBN 978-94-6161-014-0 Nicole Leblanc, Walter Leblanc, Willy van den Busssche: Walter Leblanc: Catalogue Raisonné. Ludion, Brüssel 1997, ISBN 90-5544-112-0

Weblinks Website der Fondation Walter & Nicole Leblanc

Einzelnachweise

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