mini|Japanischer Garten
Der Garten der Glückseligkeit (jap. , Kōfuku no niwa) in Bad Langensalza, einer Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen, ist ein Japanischer Wandelgarten in moderner Gestaltung.
Vorgeschichte In Bad Langensalza war man auf der Suche nach einem besonderen Gartenthema, um dem Kurgast den Aufenthalt so vielgestaltig wie möglich zu machen. So entstand im Jahr 1999 die Idee, einen japanischen Garten anzulegen. Nachdem ein Grundstück in Ortsmitte gefunden werden konnte, wurde im Herbst 2001 mit dem Bau des Gebäudekomplexes begonnen. Im Herbst 2002 begann die Gartengestaltung durch die Gartenarchitektin Silke Hasskerl-Schilling mit Japan-Erfahrung. Im August 2002 konnte der Garten unter dem Namen Kōfuku no niwa – „Garten der Glückseligkeit“ eröffnet werden.
Der Garten Für den Garten stand ein ungefähr rechteckiges Grundstück mit einer Größe von 120 m × 60 m zur Verfügung. Der Garten ist in Form eines japanischen WandelgartensIm Unterschied zu einem Tempelgarten, der nicht betreten, sondern nur vom Tempelumgang aus betrachtet wird. angelegt. In der Mitte der nördlichen Hälfte wurde ein Garten vom Karesansui-Typ, also ein „trockener Garten“ mit hellem, in Linien geharktem Splitt angelegt. Im Kiesbett befinden sich zwei kleine Inseln in Form der in der Japanischen Mythologie Glück bringenden Tiere Kranich und Schildkröte. mini|hochkant|Name des Gartens auf Japanisch () In der südlichen Hälfte umschließt der Garten einen Teich, an dessen Nordende eine Steinlaterne mit flachem Schirm, eine „Schneebetrachtungs-Laterne“ (, yukimi-dōrō) steht. Das untere westliche Drittel des Teiches wird von einem Steg in Zickzackform (, yatsubashiYatsubashi heißt wörtlich Acht-Brücke, wobei „acht“ – – sich nicht auf die Zahl der Brückenbalken bezieht, sondern vielmehr auf die Art, wie die Balken aufeinander folgen, nämlich gewinkelt.) überquert wird, an dessen Seiten Schwertlilien wachsen. An der Ostseite des Teiches befindet sich der Kirschgarten, an der Südwestseite, dort, wo sich auch der Eingang befindet, ein Bambushain.
Neben vielen anderen Details ist noch der sitzende Buddha aus Stein im Azaleengarten zu erwähnen. Eigentlich nicht typisch für japanische Gärten, hat er – von Bad Langensalza bei einem Städtewettbewerb gewonnen – hier einen angemessenen Platz gefunden.
Ein Stück rechts neben dem Buddha stehen drei alte und gut gewachsene Bonsai aus der Sammlung der Stadt (siehe Bildergalerie).
Die Gebäude Das Hauptgebäude ist der mit viel Glas (japanische papierbespannte Türen, Shōji, wären in unserem Klima nicht geeignet) gebaute zweistöckige Pflanzenpavillon. In dessen oberen Stockwerk befindet sich ein Teehaus, in dem man an der regelmäßig durchgeführten Teezeremonie teilnehmen kann. Sowohl das Erd- aus auch das Obergeschoss dienen zudem für regelmäßige Kunstausstellungen, die Bilder werden rundum gehängt und die Künstler kurz vorgestellt.
Der Pflanzenpavillon ist über einen überdachten Zickzack-Gang mit dem „Pavillon des Teetrinkens“ verbunden, wo ohne Zeremonie grüner Tee gereicht wird.
Auf der Ostseite befindet sich der kleine Kiesgarten mit Bonsai, der – untertreibend – Tsubo-niwaTsubo ist ein japanisches Flächenmaß, etwa 3,3 m². heißt.
Hinter den beiden Pavillons liegt ein für Besucher nicht (mehr) zugängliches (Schau-)Gewächshaus, in dem u. a. die empfindlichen Pflanzen des in der Nähe gelegenen Botanischen Gartens überwintern. Es ist noch auf dem Lageplan am Eingang des Gartens eingezeichnet, die Schrift aber fast unleserlich gemacht.
Veranstaltungen Während der Öffnungszeit von März bis Oktober finden diverse Veranstaltungen statt: Hanami Kirschblütenfest (April, aktuell 25. April 2026), Kodomo NoHi Kinderfest (Mai/Juni — 2026 versuchsweise ersetzt durch das Märchenfest), Märchenfest (Juni, aktuell 6. Juni 2026), Tanabata Sternenfest (Juli, aktuell 10. Juli 2026)Faltblatt zum Garten.
Im Dezember 2025 wurde zudem erstmalig (innerhalb der eigentlich üblichen Schließzeit November bis Februar) eine Fernöstliche Lichter-Poesie im Japanischen Garten veranstaltet. Bei dieser wurde der Garten mit wechselnden Lichtfarben beleuchtet, es gab zwei Videoprojektionen u.a. mit Videos und Bildern über den Garten sowie Musikuntermalung.
2021 war der Garten Außenstelle der BUGA Erfurt.
Bilder
Literatur
Ausführliches Faltblatt der Stadt Bad Langensalza zum Japanischen Garten
Weblinks
Japanischer Garten Japanischer Garten, Seite der Stadt
Anmerkungen
Kategorie:Bad Langensalza Kategorie:Parkanlage in Thüringen Japanischer Garten Bad Langensalza