Hans Scheib (* 28. Juli 1905 in BerlinGeburtsregister StA Berlin VII b, Nr. 2959/1905; † 10. Juni 1957 in Madrid) war ein deutscher Kameramann, überwiegend tätig beim heimischen und spanischen Film.

Leben und Wirken Scheib debütierte 1922 beim Film und erhielt seine praktische Berufsausbildung bei Arpad Viragh. Schon ein Jahr später durfte er an Viraghs Seite bei dem Kostümstoff „Nanon“ von Hanns Schwarz erstmals mitverantwortlich als Kameramann arbeiten. Scheibs folgende Filme waren überwiegend einfache Unterhaltungsproduktionen, lediglich die Thérèse-Raquin-Adaption Du sollst nicht ehebrechen! unter der Regie von Jacques Feyder zeigte künstlerische Ambitionen. In jenen Jahren kooperierte Scheib auch mit erfahrenen Kollegen aus Skandinavien wie Axel Graatkjær und Frederik Fuglsang. Seit Anbruch der Tonfilm-Ära konzentrierte Hans Scheib zunächst auf den Dokumentarfilm; im Juni 1937 ist eine Reise des Berliners in die Vereinigten Staaten nachweisbar, im darauf folgenden Jahre eine nach Norwegen.

Ebenfalls 1938 traf er im zu diesem Zeitpunkt vom Bürgerkrieg schwer gezeichneten Spanien ein. Dort fand Hans Scheib die kommenden zehn Jahre vielfach Beschäftigung als Kameramann sowohl von Spiel- als auch von Dokumentarkurzfilmen. 1949 zog er sich von der Tätigkeit als Kameramann weitgehend zurückzog. Hans Scheib gründete eine eigene Firma und organisierte als Filmkaufmann den Im- und Export in- wie ausländischer Kinoproduktionen. Anfang der 50er Jahre arbeitete er auch als Berater und Kameramann bei der Herstellung von Kurzdokumentarfilmen der Innsbrucker Produktionsfirma ‘Wieser Film’.

Filmografie 1923: Nanon 1924: Ein Traum vom Glück 1924: Die Stimme des Herzens 1926: Verlorene Nächte 1927: Bilderbogen der Ehe 1927: Gott allein die Ehre 1928: Therese Raquin 1928: Revolutionshochzeit 1928: Der Herzensphotograph 1929: Z dnia na dzien 1929: Die Frau, nach der man sich sehnt 1932: Insel der Dämonen (Dokumentarfilm) 1932/41: Bali – Kleinod der Südsee (Dokumentarfilm) 1934: Palos Brautfahrt (Palo’s Brudefærd) 1936/38: Olympia, 1. Teil: Fest der Völker 1936/38: Olympia, 2. Teil: Fest der Schönheit 1937: Deutsche Rennwagen in Front (Kurz-Dokumentarfilm) 1938: Eli Sjursdotter 1938: Marietta (Mariquilla Terremoto) 1938: Hinter Haremsgittern (La canción de Aixa) 1939: Sehnsucht (Los hijos de la noche) 1939: Los cuatros Robinsones 1939: La marquesona 1940: Rápteme usted 1941: El crucero Baleares 1941: Amnesia efervescente 1941: Amores de antes 1942: Torero 1942: Danza del fuego 1942: Schottis 1943: Forja de almas 1943: La patria chica 1943: El abanderado 1944: Arribada forzosa 1945: La Santa Misa 1945: El destino se disculpa 1946: La iglesia católica 1946: Las oraciones 1946: Las Sacramentos 1946: Las Virtudes 1947: El real palacio de Aranjuez 1948: Póker de ases 1948: La calumniada 1949: Alas de juventud 1953: Spanische Romanze (Kurz-Dokumentarfilm)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 88.

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Einzelnachweise

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