Pokémon Go (Eigenschreibweise: Pokémon GO) ist ein Location-based Game für Smartphones und Tablets. Das von Niantic in Kooperation mit The Pokémon Company und Nintendo entwickelte Free-to-play-Spiel zur Pokémon-Marke erschien im Juli 2016 für Android und iOS. Spieler bewegen sich darin entsprechend dem Standortsignal ihres Mobilgeräts durch die Spielwelt und fangen darin die Fantasiewesen Pokémon, trainieren sie und lassen sie in Kämpfen gegeneinander antreten. Bis Ende 2018 wurde das Spiel über eine Milliarde Mal heruntergeladen. Im März 2025 gab Niantic bekannt, Teile seiner Spiele-Abteilung inkl. Pokémon Go für 3,5 Mrd. US-Dollar (etwa 3,2 Mrd. Euro) an Scopely verkauft zu haben.

Das Spiel ermittelt mithilfe von Satellitennavigation (z. B. GPS) und Echtzeit-Lokalisierung die Standortdaten des Spielers und stellt ihn virtuell auf einer Landkarte dar, die auf OpenStreetMap-Daten basiert. Das Spiel wird in der Regel im Freien gespielt und nutzt Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und auffällige Objekte der realen Welt zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt. Teilweise sind auch Elemente erweiterter Realität implementiert.

Der kostenfrei spielbare Titel finanziert sich über In-App-Käufe. Für echtes Geld erwirbt der Spieler virtuelles Spielgeld, sogenannte PokéMünzen. Diese können wiederum gegen verschiedene Gegenstände eingetauscht werden.Mit PokéMünzen Käufe im Laden tätigen. In: pokemongo.nianticlabs.com

Spielmechanik Nach der Registrierung erstellt der Spieler zunächst aus unterschiedlichen Stilen einen Avatar und weist diesem Attribute wie Geschlecht, Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie Bekleidung zu. Der Avatar ist auf der virtuellen Landkarte des Spiels stets abhängig vom realen Standort des Spielers platziert. Um den Avatar in der Spielwelt zu bewegen, muss der Spieler die entsprechende Bewegung in der realen Welt ausführen. Die Grafik bildet die nähere Umgebung des Spielers inklusive Pokémon, Pokéstops und Arenen ab. Als Kartenbasis verwendete das Spiel ursprünglich Google Maps, schwenkte aber Ende 2017 auf OpenStreetMap um, das vor allem für Fußgänger detailliertere Wegdaten enthält.

Pokémon mini|Spieler in einem Karpador-„Nest“ in Tokio; die häufige Präsenz des Pokémon ermöglichte eine rasche Entwicklung des starken Wasser-Pokémon Garados mini|Die Girardet-Brücke in Düsseldorf wurde zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt mini|Pokémon-Go-Spieler in Pau, Frankreich

Die Pokémon werden vom Spielserver per Zufallsprinzip in die virtuelle Landkarte des Spiels generiert. Spielen mehrere Spieler am selben Ort, so können alle unabhängig voneinander die dortigen Pokémon sehen und auch fangen. Ein Pokémon kann also von mehreren Spielern gleichzeitig oder nacheinander gefangen werden, jedoch kann jeder Spieler für sich ein Pokémon nur einmal fangen. Die Visualisierung der Pokémon kann entweder vor einem computergenerierten Hintergrundbild oder im Augmented-Reality-Modus (AR) als Überlagerung des Kamerabildes erfolgen. Voraussetzung für die AR-Darstellung ist ein Smartphone mit Gyroskop. Der AR-Modus nutzt das Satellitennavigationssignal sowie den Lage- und den Drehratensensor des Geräts, um das Pokémon lagegerecht im Videobild zu positionieren. Zugleich lässt sich mit der AR-Kamera in der Android-Version 0.135.0 auch ein sogenannter „Go-Schnappschuss“ erstellen, mit dem bereits gefangene Pokémon abfotografiert werden können.

Im Gegensatz zu anderen Spielen der 1996 begonnenen Pokémon-Reihe müssen „wilde“ Pokémon nicht im Kampf geschwächt werden, um sie einzufangen, sondern mit virtuellen Bällen (Pokébällen) durch Wischen auf dem Touchscreen abgeworfen werden. Das Einfangen wilder Pokémon wird mit Bonbons und Sternenstaub belohnt, die für das Entwickeln, Hochleveln und Tauschen der Pokémon erforderlich sind. Für im Spiel ausgeführte Aktionen erhält der Spieler zusätzlich Erfahrungspunkte (EP), durch die er im Rang aufsteigt und zusätzliche Funktionen freigeschaltet werden. Ab Level 5 kann der Spieler sich für eines der drei Teams „Intuition“ (gelb), „Wagemut“ (rot) und „Weisheit“ (blau) entscheiden, die als übergreifende Fraktionen in der Spielwelt auftreten und die Teilnahme an Kämpfen oder Raids ermöglichen.

Für Kämpfe sind die Wettkampfpunkte (WP) und Kraftpunkte (KP) entscheidend. Die Wettkampfpunkte stehen für die individuelle Stärke eines Pokémon. Je höher, desto stärker das Pokémon. Die Kraftpunkte stehen für die Energie des Pokémon. Sinken diese im Kampf auf null, ist das Pokémon kampfunfähig. Durch Beleber und Tränke können die KP wieder aufgefrischt werden. Daneben gibt es die sogenannten IVs (), die die Basiswerte für Angriff, Verteidigung und Ausdauer darstellen und meistens nur über Drittanbieter exakt bestimmt werden können. Eine grobe Näherung liefern die Bewertungen der Teamleiter. Hohe IVs ermöglichen höhere maximale WP und KP des jeweiligen Pokémon.

Die verschiedenen Pokémon leben abhängig von ihrem bevorzugten Lebensraum in unterschiedlichen Regionen der Welt. So halten sich Wasserpokémon zumeist in der Nähe von Gewässern auf. Bei einigen Pokémon spielt auch die Uhrzeit eine Rolle, so treten etwa Geist-Pokémon bevorzugt nachts in Erscheinung. Seit dem Dezember 2017 nimmt außerdem das lokale Wetter Einfluss auf die erscheinenden Pokémon: Je nach Wettersituation tauchen Pokémon bestimmter Typen häufiger auf; diese sind außerdem stärker. Zudem gibt es seit Spielbeginn sogenannte Nester, die sich zumeist in realen Parks befinden und in denen ein bestimmtes Pokémon in einem zweiwöchigen Zeitraum verstärkt erscheint.

Während die meisten Pokémon auf die oben beschriebene Weise in der „Wildnis“ gefangen werden können, gibt es auch Ausnahmen: Einige können nur durch Entwicklung aus einer anderen Art erhalten werden, einige können nur aus Eiern ausgebrütet werden, und andere wiederum nur als Belohnung bei Forschungsaufgaben oder als Raid-Bosse bei Raids gefangen werden.

Regionale Pokémon Bestimmte Pokémon oder Pokémon-Formen sind nur in ausgewählten Regionen der Erde verfügbar. Während das nach Veröffentlichung zunächst ein Pokémon je Erdteil war (Kangama in Australien, Pantimos in Europa, Porenta in Ostasien und Tauros in Nordamerika), wurden mit jeder Generation neue regionale Pokémon ergänzt. Zu offiziellen Events sind einige regionale Pokémon vereinzelt auch in anderen Regionen oder in Eiern und Raids verfügbar.

Lunastein und Sonnfel können zwar weltweit gefangen werden, nach Aussage von The Pokémon Company werden aber beide nie zeitgleich in einer Region auftauchen. Anlässlich der Sonnenwenden wechseln beide Pokémon jährlich die Regionen zwischen nördlicher und südlicher Hemisphäre. Während einigen temporären Events sind beide Pokémon auch zeitgleich erhältlich. Plusle und Minun waren bei Einführung der 3. Generation zunächst getrennt: Plusle konnte nur in Amerika und Afrika gefangen werden, Minun nur im Rest der Welt. Am 9. Februar 2018 wurde diese Trennung aufgehoben, so dass beide nun weltweit gefangen werden können.

Coiffwaff erscheint weltweit ausschließlich in seiner „Zottelform“. Mit Hilfe eines Formwandels kann er in einen von neun Schnitten umgewandelt werden. Hierbei sind der Damenschnitt und der Kavalierschnitt weltweit verfügbar, sechs weitere Schnitte sind regional begrenzt, und der Herzchenschnitt war weltweit während des Valentinstags-Event 2022 verfügbar. Bei Flabébé, das mit dem Valentinstags-Event am 10. Februar 2022 eingeführt wurde, gibt es die Besonderheit, dass neben den drei regionalen Formen (Rotblütler, Gelbblütler und Blaublütler) zwei weitere Formen weltweit verfügbar sind (Weißblütler und Orangeblütler), wobei diese allerdings deutlich seltener auftauchen. Seit Dezember 2022 ist Purmel über gespeicherte Postkarten erhältlich. Die Entwicklung Vivillon kann eins von 18 möglichen Mustern haben, abhängig von der Region, aus der die Postkarte erhalten wurde.

Schillernde Pokémon 2017 wurden mit dem schillernden Pikachu und schillernden Karpador erstmals schillernde Pokémon () aus den Hauptserien in Pokémon Go eingeführt. Diese sind in der Wildnis nur selten anzutreffen, im Gegensatz zu anderen Werten wie der WP ist die schillernde Eigenschaft jedoch von Trainer zu Trainer individuell. Im Zuge der Feierlichkeiten zum zweijährigen Jubiläum wurden vor allem seit Januar 2018 sehr viele Events veranstaltet, in deren Zuge neue schillernde Formen verfügbar waren. Bis April 2020 wurden 369 schillernde Formen in 175 Entwicklungsreihen sowie einige Sonderformen wie etwa Pikachu mit Hut oder Evoli mit Blumenkranz veröffentlicht.

Glücks-Pokémon Ende Juli 2018 wurden Glücks-Pokémon () eingeführt. Diese haben die Besonderheit, dass sie nur halb soviel Sternenstaub benötigen, um stärker zu werden und sowohl im Pokédex als auch in der Pokémon-Aufbewahrung besonders gekennzeichnet werden. Pokémon können lediglich über die Tauschfunktion zu Glücks-Pokémon werden. Je länger sich ein Pokémon im Besitz eines Trainers befand, desto größer ist die Chance, dass die Tauschpartner Glücks-Pokémon erhalten. Zudem können befreundete Trainer durch eine tägliche Interaktion miteinander (bspw. gemeinsame Kämpfe oder Öffnen eines Geschenks) zu „Glücks-Freunden“ werden, wodurch der nächste Tausch zweier Pokémon ein garantierter Glückstausch ist.

Crypto-Pokémon Im Juli 2019 veröffentlichte Niantic eine weitere Funktion. Fortan können Rüpel des sogenannten „Team GO Rocket“ temporär an Pokéstops erscheinen und deren Pokémon dort ähnlich wie in Trainerkämpfen bekämpft werden. Gewinnt man alle drei Kämpfe, hat man die Möglichkeit, das Pokémon als sogenanntes Crypto-Pokémon zu fangen. Sobald man es gefangen hat, kann man es „erlösen“, wodurch sich seine Statuswerte um jeweils 2 Punkte verbessern. Während Crypto-Pokémon auf Level 1 bis 5 gefangen werden, steigen sie durch die Erlösung auf Level 25 auf. Ein weiteres Hochleveln kostet in etwa 10 % mehr Sternenstaub und Bonbons verglichen mit normalen Pokémon.

Mega-Entwicklungen Ende August 2020 wurden die bereits aus der Hauptreihe bekannten Mega-Entwicklungen hinzugefügt, zunächst bei den Starter-Entwicklungen der ersten Generation (Bisaflor, Glurak und Turtok). Nach und nach wurde bei weiteren Pokémon die Mega-Entwicklung freigeschaltet. Man benötigt „Mega-Energie“, die man bei Siegen in speziellen Mega-Raid-Kämpfen erhält, teilweise auch als Belohnung für den Abschluss von Feldforschungsaufgaben. Eine Mega-Entwicklung erhöht die Stärke eines Pokémon beträchtlich und hält acht Stunden an; in dieser Zeit kann es für Raids oder Arenakämpfe eingesetzt werden, nicht jedoch für Trainerkämpfe. Die erstmalige Mega-Entwicklung eines Pokémon kostet eine höhere Menge Mega-Energie; danach benötigt man deutlich weniger.

Eier Eier können mit Hilfe von Brutmaschinen durch das Zurücklegen einer bestimmten Distanz ausgebrütet werden. Hierfür zählt die App nur Bewegungen, die vergleichsweise langsam sind (Gehtempo), um etwa Auto- oder Bahnfahrten nicht für die Wegstrecke zu werten. Aus den Eiern schlüpfen Pokémon, die im Vergleich zu wilden Fängen meist recht gute Basiswerte haben. Sie haben beim Schlüpfen den gleichen Level wie der Spieler, höchstens aber Level 20. Die Laufdistanzen der Eier betragen 2 km, 5 km, 7 km, 10 km und 12 km. Je größer die Laufdistanz, desto seltener (und tendenziell wertvoller) sind die daraus schlüpfenden Pokémon. 7-km-Eier können lediglich aus Geschenken von Freunden erhalten werden, 12-km-Eier – auch Kurios-Eier () genannt – erhält man nach Siegen über einen der drei Team-GO-Rocket-Bosse. Die anderen Eier (2, 5 und 10 km) sind von Pokéstops und Arenen erhältlich. Außerdem kann man im Rahmen der Wochenbelohnung, die jeden Montag vergeben wird, ein 5-km- und/oder 10-km-Ei erhalten, je nachdem, welche Strecke man in der Vorwoche zurückgelegt hat.