mini|hochkant=0.8|Selbstbildnis (um 1930) David Eduard Einschlag (* 28. Februar 1879 in Leipzig; † 8. Mai 1945 im Vernichtungslager Treblinka) war ein deutscher Maler und Radierer. Er gilt als einer der Hauptvertreter der Leipziger Impressionisten.

Leben Einschlag wurde in der Messestadt Leipzig als zweitältester Sohn des jüdischen Buchhalters Joseph Einschlag (1849–1934) im Wohnhaus Nürnberger Straße 30 geboren. Sein Vater war Ehrenmitglied der Leipziger Sing-Akademie und Mitbegründer des Schubertbundes in Leipzig.

Eduard Einschlag besuchte in seiner Geburtsstadt die Bürger- und anschließend die Handelsschule. Zunächst war er kurzzeitig in der Firma des Vaters auf kaufmännischem Gebiet tätig, bevor er an die Königliche Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig zu Ludwig Nieper (1826–1906) zur Ausbildung ging. Nach der Jahrhundertwende wechselte Eduard Einschlag an die Kunstakademie nach München und studierte dort bei Peter Halm (1854–1923) die Radierkunst. Anschließend schrieb er sich an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ein und wurde dort Meisterschüler von Karl Köpping (1848–1914).

Bereits 1908 wurde auf der Berliner Kunstausstellung ein Stillleben von Eduard Einschlag zum Kauf angeboten. Zu diesem Zeitpunkt war Einschlag bereits nach Charlottenburg übergesiedelt, wo er eine Wohnung in der Hardenbergstraße 33 fand. mini|hochkant|Das Märchenhaus in Leipzig (um 1910). Wohnort von 1912 bis 1938 1909 ging Einschlag zur Weiterbildung nach Paris. Im darauffolgenden Jahr kehrte er nach Leipzig zurück, wo er fortan wirkte. Hier wohnte er zunächst in der Weststraße 29 (seit 1945 Friedrich-Ebert-Straße). Nachdem er seine Frau Louise geborene Croner (1883–1945) geheiratet hatte, bezog das Paar 1912 im Märchenhaus, Thomasiusstraße 28, im Dachgeschoss eine Wohnung mit Atelier. Nachbar war hier für über 25 Jahre der Maler Rüdiger Berlit. Zum Freundeskreis Einschlags gehörte auch Avraham Yaskil. In Leipzig wurde Einschlag Mitglied der Leipziger Sezession, des Deutschen Künstlerbundes (abgerufen am 13. Juni 2020). sowie Mitbegründer des Vereins Leipziger Jahresausstellung (LIA), für den er mehrere Ausstellungen organisierte.

1914 erhielt er auf der Bugra die Goldene Staatsmedaille. 1926 nahm er an der Biennale in Venedig teil.

mini|hochkant|Stolperstein für Eduard Einschlag Während der Zeit des Nationalsozialismus war Eduard Einschlag als Jude Repressalien ausgesetzt. Per Gesetz war er wegen der Herkunft der Familie nun polnischer Staatsbürger. 1937 wurde in der deutschlandweiten konzertierten Aktion Entartete Kunst aus dem Museum der bildenden Künste Leipzig seine Lithografie Weiblicher Kopf (1924) beschlagnahmt und vernichtet.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion "Entartete Kunst", Forschungsstelle "Entartete Kunst", FU Berlin

Einschlag wurde mit seiner Frau im November 1938 gemeinsam mit anderen 5000 Leipziger Bürgern in Eisenbahnwaggons an die polnische Grenze abgeschoben und lebte bis zur Deportation im Warschauer Ghetto. Der weitere Lebensweg verliert sich nun, wahrscheinlich wurden sie schon in Warschau oder im KZ Treblinka ermordet. 1966 wurden beide für den 8. Mai 1945 für tot erklärt.Hubert Lang: Der Maler Eduard Einschlag. In: Sächsische Heimatblätter. 36, Nr. 5, 1990, S. 273. Vor dem ehemaligen Wohnhaus wurden Stolpersteine für beide gesetzt.

2008 wurden von der Stadt Leipzig neun grafische Blätter aus dem Leipziger Stadtgeschichtlichen Museum seinen in Israel lebenden Großnichten übergeben.

Der Maler Max Schwimmer schätzte 1959 Eduard Einschlag wie folgt ein: „Eduard Einschlag war eine führende Persönlichkeit des Leipziger, ja des deutschen Kunstlebens. Er hat als Maler und Graphiker großen Erfolg gehabt und galt unter den Künstlern als eine anregende und bedeutende Persönlichkeit. Die künstlerische Jugend verehrte und bewunderte ihn. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und im Vorstand der von Max Klinger begründeten LIA (Leipziger Jahresausstellung). Der Generaldirektor der Berliner Galerien Geheimrat Dr. Bode schätzte sein hohes Können und ließ verschiedene Meisterwerke holländischer Kunst des 17. Jahrhunderts von ihm in graphischen Techniken herstellen. Einschlag studierte in München, Berlin und Paris. Seine Ermordung durch die Nazis hat alle anständigen Künstler Leipzigs tief bewegt und erschreckt.“Juden in Leipzig

1965 wurden in der Leipziger Ausstellung „500 Jahre Kunst in Leipzig“ drei Arbeiten Einschlags aus der Sammlung des Museums der Bildenden Künste gezeigt.

Werke (Auswahl) Zwei Pferde, Kohle über Bleistift (1891) Sitzender Knabe, Bleistiftzeichnung (1898) Junge Frau mit Cape, Radierung (1901) Russischer Bauer, Radierung (1903) Weiblicher Akt, Öl auf Leinwand (1909) Bildnis des Bildhauers Schlosser, Kohlezeichnung (1909) Porträt Barnet Licht, Pastellmalerei (1909) Weiblicher Rückenakt, Feder in Braun, laviert über Bleistift (1911) Akt am Sessel, Radierung (1913) Kinderporträt, Kohle/Pastell (1917) Am Fenster, Holzschnitt (1918) Stillleben mit Krügen und Früchten, Öl auf Leinwand (1924) Früchte, Öl auf Leinwand (1925) Porträt Karl Sudhoff, Öl auf Leinwand (1928) Blumen-Stillleben, Öl auf Leinwand (1928) Selbstporträt, Öl auf Leinwand (um 1930) Stillleben mit Früchten, Noten und barockem Engel, Öl auf Leinwand (1934) Porträt Hans Driesch, Radierung Männerbildnis (nach Rembrandt), Radierung Bildnis einer Dame, Deckfarben auf Leinwand Bildnis einer alten Frau, Kreide, Bleistift, weiß gehöht

Bildbeispiele

Literatur

Hubert Lang: Der Maler Eduard Einschlag. In: Sächsische Heimatblätter 36, Nr. 5, 1990, S. 271–273.

Nora Pester: Eduard Einschlag. In: Dies.: Jüdisches Leipzig. Menschen – Orte – Geschichte. Hentrich & Hentrich, Berlin u. a. 2023, ISBN 978-3-95565-562-4, S. 57f.

Weblinks

Eduard Einschlag (1879-1945) :: museum-digital:sachsen Suche | Lost Art-Datenbank Eduard Einschlag bei Bildindex der Kunst & Architektur

Einzelnachweise

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