Christian Falsnaes (* 1980 in Kopenhagen) ist ein dänischer Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Leben Falsnaes begann seine künstlerische Laufbahn auf den Straßen Kopenhagens als Graffitikünstler. Dort studierte er auch von 2001 bis 2003 Philosophie. Nach einem kurzen Aufenthalt in Zürich ging er nach Wien und studierte dort von 2005 bis 2011 an der Akademie der bildenden Künste bei Daniel Richter, Peter Kogler und Constanze Ruhm. Nach seinem Studium zog er nach Berlin.

Werk Noch vor seinem Kunststudium begann Christian Falsnaes in Kopenhagen mit Performances und Interaktionen im öffentlichen Raum. Seit dem Jahr 2009 entwickelt er Performances, die nach einem vorgefertigten Skript entstehen. Anfangs bezog er darin selbst eine zentrale Rolle und motivierte das Publikum, sich aktiv in die Aktion einzubringen, um sich als Mensch und als Teil eines Kunstwerkes zu erfahren. Der Zuschauer sollte durch die aktive Einbeziehung persönliche Grenzen überschreiten, sie überwinden und den Moment der Befreiung und Veränderung empfinden.Stella Plapp, "Kunst und Körper", Bachelorarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz, 2014 Falsnaes sagte dazu in einem InterviewKunstforum International 2016:

„Wenn ich den Betrachter in den Prozess der Kunstproduktion involviere, geht es mir auch darum, all dies zu teilen, statt nur das Resultat von meinem privaten künstlerischen Prozess zu zeigen.“

Die Auseinandersetzung mit Autorität, Hierarchien, sozialen und vor allem pop-kulturellen Ritualen ist ein integraler Teil seiner Kunst.

„Die Beschäftigung mit der Struktur von Macht, oder mit Gruppendynamik, ist an sich politisch. Mir geht es nicht so sehr darum, dass die Leute folgen oder auf eine bestimmte Art und Weise reagieren, sondern darum, für das Publikum spürbar zu machen, wie sich bestimmte Rituale auf sie auswirken.“ Christian Falsnaes

In seinem jüngeren Werk zieht sich Falsnaes immer mehr physisch aus den Aktionen zurück. Die Anweisungen an das Publikum erfolgen nun mittels Kopfhörern, Lautsprechern, oder durch angestellte „instructors“. Oftmals werden seine Performances nun als „weibliche Versionen“ durchgeführt, bei denen die frühere Rolle von Falsnaes von Künstlerinnen übernommen wird. Er selbst mischt sich dabei oft unter das Publikum und nimmt als Zuschauer daran teil. Durch das Zurückziehen seiner künstlerischen Person erfolgt ein zusätzlicher Autoritätstransfer, der das Publikum noch mehr in seine Kunst involviert. Viele Performances werden in Videoaufzeichnungen dokumentiert. Es gibt jedoch auch Kunstwerke, die aus den Aktionen entstehen, wie beispielsweise Leinwände, die vom Publikum nach Anweisungen des Künstlers bemalt wurden.Eva Scharrer, "Sie verlassen jetzt die Komfortzone!", artmagazine, 10/2014 Oder auch das sogenannte „Surface Memory“, bei dem eine Leinwand mit Farbe im öffentlichen Raum an Wänden oder Bushaltestellen abgezogen und fotodokumentiert wird.

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

2015: ‚Many‘, Juan & Patricia Vergez Collection, Buenos Aires; ‚The title is your name‘, Bielefelder Kunstverein; ‚Available‘, Kunstverein Braunschweig 2014: ‚Justified Beliefs‘, Art Basel Statements, Switzerland 2013: ‚Opening‘, KW Institute of Contemporary Art, Berlin 2011: ‚ELIXIR‘, PSM Gallery, Berlin 2010: ‚There and Back‘, Skånes Konstförening, Malmö, Sweden 2008: ‚Rational Animal‘, Kunstraum Niederösterreich, Vienna

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016: Manifesta 11, Zürich; ‚Stellung nehmen‘, Kestnergesellschaft, Hannover 2015: ‚Political Populism‘, Kunsthalle Wien; Preis der Nationalgalerie 2015, Hamburger Bahnhof, Berlin; ‚Expanding the field of play‘, Centre Pompidou, Paris; ‚The city is the star‘, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe 2014: ‚Public‘, Art Basel, Miami Beach; Schwindel der Wirklichkeit, Akademie der Künste, Berlin 2013: ‚Ihre Geschichten‘, Bonner Kunstverein, Bonn 2012: ‚Realness Respect‘, Kunstverein Medienturm, Graz; ‚Catch a glimpse of me‘, W139, Amsterdam

2011: ACTS, Museum of Contemporary Art, Roskilde, Denmark 2010: ‚Speak & Spell‘,curated by Spike Art Quarterly, COCO, Vienna

2008: ‚International Prize for Performance‘, Galleria Civica di Arte Contemporanea, Trento, Italy

Literatur 2015: Vertigo of Reality, Akademie der Künste, Berlin, Verlag Walther König The Lulennial: A Slight Gestuary, ex.cat, Mousse Publishing 30/30 retro/perspektiv, ex.cat. Museum für Neue Kunst Freiburg More Konzeption Conception now, ex.cat, Kettler Verlag, ISBN 978-3-86206-429-8 (Online) 2013: One, ex.cat, DREI, Cologne Søren Kierkegaard Entweder/oder, ex.cat. Haus am Waldsee, Verlag Walther König H13 Preis für Performance 2007–2012, Kunstraum Niederösterreich 2012: Increasingly colourful – Current Painting from Austria, ex.cat., Galerie im Taxis Palais, Kerber Verlag, ISBN 978-3-86678-766-7 (Online) Regionale12, ex.cat, Regionale12 Modes of Address, ex.cat., Salzburger Kunstverein A good reason is one that looks like one, Message Salon, Zürich 2011:The present author – Who speaks in Performance?, Revolver Publishing

Weblinks Website von Christian Falsnaes

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Dänemark) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Mann