Die Eisenbahnbrücke Kupferdreh ist eine ehemalige Eisenbahnbrücke der Ruhrtalbahn über die Ruhr und verbindet heute die Essener Stadtteile Kupferdreh und Heisingen mit einem Rad- und Fußweg.
Geschichte Eisenbahnbrücke Im Jahr 1865 beschloss die Generalversammlung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (BME) den Bau der Ruhrtalbahn. Nach Baubeginn der zweigleisigen, 233 Meter langen Stahlfachwerkbrücke zwischen Kupferdreh und Heisingen im Jahr 1870 wurde sie am 10. August 1872 eingeweiht. Nun war der Steinkohlentransport während des boomenden Bergbaus im Ruhrgebiet von Überruhr, Kupferdreh, Heisingen, Werden und Kettwig bis zum Rhein möglich. Ursprünglich besaß die Stahlbrücke fünf Rundbögen mit einer Spannweite von jeweils 37,66 Metern, gelagert auf vier Strom- und zwei Landpfeilern. Die Ruhr floss nur unter dem zweiten Bogen von Heisinger Seite aus gesehen hindurch.
Mit der Fertigstellung des Baldeneysees im Frühjahr 1933 war der Wasserspiegel so weit angehoben worden, dass alle fünf Brückenfelder durch das Ruhrwasser vollständig unterspült wurden. Die einstigen Rundbögen wurden vor dem Bau des Baldeneysees, Mitte bis Ende der 1920er Jahre, durch das heutige, durchgehende und kastenförmige Stahlfachwerk ersetzt.
1945 wurde die Brücke von der deutschen Wehrmacht gesprengt, um die vorrückenden amerikanischen Truppen aufzuhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute der kupferdreher Schmiedebetrieb Gewerkschaft Christine sie eingleisig wieder auf.
Die Eisenbahnbrücke wurde mit der Stilllegung der umliegenden Steinkohlenzechen überflüssig und am 1. Oktober 1978 außer Betrieb gesetzt.
Geh- und Radwegbrücke Nach Umbau zum Rad- und Fußweg durch eine aufgelegte Holzkonstruktion und Anhebung um 70 cm wurde die Brücke am 6. Dezember 1984 durch den damaligen Oberbürgermeister Peter Reuschenbach eingeweiht.
Eine Holzkonstruktion bildet die Geh- und Fahrfläche. Zudem gibt es Aussichtskanzeln mit Sitzgelegenheiten. Diese wurden nach einer Hauptprüfung der Brücke im September und Oktober 2023 wegen des schlechten Zustands aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt.Brücke zwischen Kupferdreh und Heisingen: Errichtung von Sperrpfosten zur Verhinderung der Befahrung durch Pkw. In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 15. Dezember 2023 Der Rat der Stadt Essen hat in seiner Sitzung vom 24. September 2025 beschlossen, die Brücke zu sanieren. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 1.680.300 Euro.Kostenanpassung bei der Sanierung der Fußgängerbrücke Kupferdreh-Heisingen. In: Pressemitteilung der Stadt Essen vom 25. März 2026 In diesem Zuge wird die gesamte Holzkonstruktion erneuert und die bisherigen Bohlen werden durch neue aus Eiche ersetzt. Die Anzahl der Aussichtskanzeln wird von zehn auf sechs reduziert und das Geländer auf die vorgeschriebene Höhe von 1,3 Meter für Radwege erhöht. Die Stahlkonstruktion ist von der Sanierung nicht betroffen, da ihr Zustand als gut bezeichnet wird. Im Januar 2026 wurde die Brücke aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Im August des Jahres begannen die Bauarbeiten. Die Sanierung soll im Februar 2027 abgeschlossen sein.Start der Brückenbauarbeiten an der Geh- und Radwegbrücke Heisingen-Kupferdreh. In: Pressemitteilung der Stadt Essen vom 7. August 2026
Siehe auch Liste der Ruhrbrücken
Literatur Christoph Schmitz: Die Ruhrbrücken. Ardey Verlag, Münster 2004; S. 423–424. ISBN 3-87023-311-7
Weblinks
Denkmalpfad Kupferdreh: Eisenbahnbrücke Kupferdreh; abgerufen am 18. Dezember 2023
Mehr zur Eisenbahnbrücke in Kupferdreh auf Baldeneysee.Ruhr
Einzelnachweise
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