mini|hochkant=2.5| Der 400-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde am 26., 27., 28. und 29. Juli 1996 im Centennial Olympic Stadium ausgetragen. 62 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Michael Johnson. Er gewann vor Roger Black aus Großbritannien und Davis Kamoga aus Uganda.
Für die Schweiz gingen Laurent Clerc und Mathias Rusterholz an den Start. Clerc schied in der Vorrunde aus, Rusterholz im Viertelfinale. Athleten aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1992Quincy Watts ()43,50 sBarcelona 1992Weltmeister 1995Michael Johnson ()43,39 sGöteborg 1995Europameister 1994Du’aine Ladejo ()45,09 sHelsinki 1994Panamerikanischer Meister 1995Norberto Téllez ()45,38 sMar del Plata 1995Zentralamerika und Karibik-Meister 1995Eswort Coombs ()45,29 sGuatemala-Stadt 1995Südamerika-Meister 1995Sanderlei Parrela ()45,74 sManaus 1995Asienmeister 1995Ibrahim Ismail Muftah ()44,96 sJakarta 1995Afrikameister 1996Ibrahima Wade ()45,75 sYaoundé 1996Ozeanienmeister 1994Mark Wilson ()47,25 sAuckland 1994
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord43,29 sHarry Reynolds ()Zürich, Schweiz17. August 1988Olympischer Rekord43,50 sQuincy Watts ()Finale OS Barcelona, Spanien5. August 1992 Rekordverbesserung Der US-amerikanische Olympiasieger Michael Johnson verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 29. Juli um eine Hundertstelsekunde auf 43,49 s.
Vorrunde Datum: 26. Juli 1996Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 72f, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 3. Januar 2022
Die Sportler traten zu insgesamt acht Vorläufen an. Für das Viertelfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Athleten. Darüber hinaus kamen die acht Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.
Vorlauf 1 19:00 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Roger Black 45,28 s 2 Neil de Silva 45,34 s 3 Štefan Balošák 45,86 s 4 Jude Monye 46,10 s 5 Michael Joubert 46,30 s 6 Kossi Akoto 46,94 s DSQ Amar Hecini Moustafa Abdel Naser
Vorlauf 2 19:05 Uhr
Hassan Abdou war, zusammen mit seinen Mannschaftskameraden Mohamed Bakar und Ahamada Haoulata, einer der ersten Teilnehmer der Komoren bei Olympischen Spielen.
Ivan Jean-Marie und seine Teamkollegin Michelle Baptiste waren die ersten Leichtathleten aus St. Lucia, die an Olympischen Spielen teilnahmen. Platz Name Nation Zeit 1 Davian Clarke 45,54 s 2 Sanderlei Parrela 45,60 s 3 Troy Douglas 45,61 s 4 Charles Gitonga 45,62 s 5 Piotr Rysiukiewicz 46,07 s 6 Mohamed Hamed al-Bishi 46,82 s 7 Ivan Jean-Marie 47,13 s 8 Hassan Abdou 50,17 s
Vorlauf 3 19:10 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Alvin Harrison 44,69 s 2 Ibrahim Ismail Muftah 45,61 s 3 Paul Greene 46,12 s 4 Shigekazu Ōmori 46,30 s 5 Laurent Clerc 46,42 s 6 Shon Ju-il 46,74 s 7 Subul Babo 48,15 s DNS Joseph Dipeba
Vorlauf 4 19:15 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Eswort Coombs 45,84 s 2 Jean-Louis Rapnouil 45,93 s 3 Du’aine Ladejo 46,27 s 4 Troy McIntosh 46,42 s 5 Valdinei da Silva 46,61 s 6 Richard Jones 46,99 s 7 Mpho Morobe 47,54 s 8 Mohamed Amir 49,67 s
Vorlauf 5 19:20 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Sugath Thilakaratne 45,79 s 2 Michael Johnson 45,80 s 3 Alejandro Cárdenas 45,85 s 4 Bobang Phiri 45,94 s 5 Kennedy Ochieng 45,99 s 6 Evripides Demosthenous 46,76 s 7 Emmanuel Rubayiza 49,20 s DNF Francis Ogola
Vorlauf 6 19:25 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Harry Reynolds 45,42 s 2 Arnaud Malherbe 45,75 s 3 Tawanda Chiwira 45,89 s 4 Mathias Rusterholz 45,92 s 5 Dawda Jallow 46,73 s 6 Eugene Farrell 47,18 s 7 Casimiro Asumu Nze 50,14 s DNF Ibrahim Hassan
Vorlauf 7 19:30 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Clement Chukwu 45,18 s 2 Samson Kitur 45,39 s 3 Michael McDonald 45,50 s 4 Hendrick Mokganyetsi 45,89 s 5 Osmar dos Santos 46,16 s 6 Robert Guy 46,80 s 7 Martial Biguet 48,92 s 8 Anwar Mohamed Ali 50,81 s
Vorlauf 8 19:35 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Sunday Bada 45,19 s 2 Iwan Thomas 45,22 s 3 Davis Kamoga 45,56 s 4 Roxbert Martin 46,01 s 5 Mark Ladbrook 46,28 s 6 Carl Oliver 47,41 s 7 Kimitene Biyago 48,88 s DNS Ibrahim Ouédraogo
Viertelfinale Datum: 27. Juli 1996Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 73, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 3. Januar 2022
Aus den vier Viertelfinalläufen qualifizierten sich pro Lauf die ersten vier Athleten für das Halbfinale (hellblau unterlegt).
Lauf 1
19:55 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Sunday Bada 44,88 s 2 Davian Clarke 44,98 s 3 Samson Kitur 45,03 s 4 Troy Douglas 45,26 s 5 Arnaud Malherbe 45,26 s 6 Tawanda Chiwira 45,38 s 7 Mathias Rusterholz 45,72 s 8 Piotr Rysiukiewicz 46,19 s
Lauf 2 20:00 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Roger Black 44,72 s 2 Ibrahim Ismail Muftah 44,96 s 3 Harry Reynolds 45,21 s 4 Štefan Balošák 45,32 s 5 Alejandro Cárdenas 45,33 s 6 Bobang Phiri 45,51 s 7 Sanderlei Parrela 45,72 s 8 Kennedy Ochieng 45,72 s
Lauf 3 20:05 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Michael Johnson 44,62 s 2 Roxbert Martin 44,74 s 3 Davis Kamoga 44,82 s 4 Neil de Silva 45,02 s 5 Clement Chukwu 45,24 s 6 Du’aine Ladejo 45,62 s 7 Sugath Thilakaratne 45,78 s 8 Paul Greene 46,22 s
Lauf 4 20:10 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Alvin Harrison 44,79 s 2 Iwan Thomas 45,04 s 3 Michael McDonald 45,26 s 4 Eswort Coombs 45,43 s 5 Jean-Louis Rapnouil 45,74 s 6 Hendrick Mokganyetsi 46,48 s DNF Jude Monye DNS Charles Gitonga
Halbfinale Datum: 28. Juli 1996
Aus den beiden Halbfinals qualifizierten sich die jeweils ersten vier Läufer für das Finale (hellblau unterlegt).
Lauf 1 mini|hochkant=1| 20:26 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Roger Black 44,69 s 2 Davian Clarke 44,87 s 3 Ibrahim Ismail Muftah 45,02 s 4 Alvin Harrison 45,04 s 5 Samson Kitur 45,17 s 6 Štefan Balošák 45,59 s 7 Troy Douglas 46,33 s DNF Harry Reynolds
Lauf 2 20:32 Uhr Platz Name Nation Zeit 1 Michael Johnson 44,59 s 2 Roxbert Martin 44,81 s 3 Davis Kamoga 44,85 s 4 Iwan Thomas 45,01 s 5 Sunday Bada 45,30 s 6 Eswort Coombs 45,36 s 7 Michael McDonald 45,48 s 8 Neil de Silva 45,56 s
Finale mini|hochkant=1.1| Datum: 29. Juli 1996, 21:10 Uhr Platz Name Nation Zeit Anmerkung 1 Michael Johnson 43,49 s OR 2 Roger Black 44,41 s 3 Davis Kamoga 44,53 s 4 Alvin Harrison 44,62 s 5 Iwan Thomas 44,70 s 6 Roxbert Martin 44,83 s 7 Davian Clarke 44,99 s DNF Ibrahim Ismail Muftah Für das Finale hatten sich jeweils zwei Jamaikaner, US-Amerikaner und Briten qualifiziert. Komplettiert wurde das Finalfeld durch je einen Starter aus Katar und Uganda.
Weltmeister Michael Johnson aus den USA war eindeutiger Favorit. Seit 1989 war er auf dieser Distanz mit einer Ausnahme ungeschlagen. Ausgerechnet bei den Spielen von Barcelona 1992 hatte er wegen einer Lebensmittelvergiftung das Finale verpasst. Sein vermutlich größter Widersacher, Weltrekordler und Vizeweltmeister Harry Reynolds, hatte seinen Halbfinallauf hier in Atlanta verletzungsbedingt abbrechen müssen. Der jamaikanische WM-Dritte Gregory Haughton war hier nicht am Start. Weitere Konkurrenten waren der WM-Vierte Samson Kitur aus Kenia, der allerdings wie Reynolds das Finale nicht erreichte, sowie der britische Europameister Roger Black.
Michael Johnson lief das Finale völlig unangefochten und verbesserte den Olympiarekord, aufgestellt in 1992 in Barcelona von seinem Landsmann Quincy Watts, um eine Hundertstelsekunde. Als es in die Zielgerade ging, lagen drei Läufer ziemlich gleichauf hinter dem deutlich führenden Johnson. Der US-Amerikaner Alvin Harrison sowie die beiden Briten Roger Black und Iwan Thomas kämpften um Silber und Bronze, während Johnsons Vorsprung immer mehr anwuchs. Roger Black hatte das größte Stehvermögen von den drei Verfolgern und gewann 92 Hundertstelsekunden hinter dem Olympiasieger die Silbermedaille. Davis Kamoga aus Uganda erlief sich auf den letzten Metern mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf Johnson noch Bronze vor Alvin Harrison und Iwan Thomas. Michael Johnson hatte den größten Vorsprung eines Olympiasiegers auf dieser Strecke seit 1896 herausgelaufen.
Drei Tage später holte sich Michael Johnson auch die Goldmedaille über 200 Meter. Er wurde damit nach seiner Landsfrau Valerie Brisco-Hooks (1984) und der Französin Marie-José Pérec (1996, wenige Minuten vor Johnson) der dritte Athlet, der das Double 200 und 400 Meter gewinnen konnte.
Im 23. olympischen Finale errang Michael Johnson die sechzehnte Goldmedaille der USA. Es war der vierte US-Sieg in Folge.
Davis Kamoga war der erste Medaillengewinner aus Uganda in dieser Disziplin.
Videolinks Men's 400m Final Atlanta Olympics 1996, youtube.com, abgerufen am 26. Februar 2018 Michael Johnson Atlanta 1996 Gold 400m/200m, youtube.com, abgerufen am 3. Januar 2022 Michael Johnson Breaks 200m & 400m Olympic Records - Atlanta 1996 Olympics, youtube.com, abgerufen am 3. Januar 2022
Literatur Gerd Rubenbauer (Hrsg.), Olympische Sommerspiele Atlanta 1996 mit Berichten von Britta Kruse, Johannes Ebert, Andreas Schmidt und Ernst Christian Schütt, Kommentare: Gerd Rubenbauer und Hans Schwarz, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh / München 1996, S. 30f
Weblinks Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 72f, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 3. Januar 2022 Olympedia, Athletics at the 1996 Summer Olympics, 400 metres, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 3. Januar 2022 Atlanta 1996, Athletics 400m men Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 3. Januar 2022 Athletics at the 1996 Atlanta Summer Games: Men's 400 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 3. Januar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1996