Rudolf Donath (* 27. Oktober 1932; † 3. Juli 2016 in Dresden) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Hörspielsprecher.
Werdegang Donath stammte aus der Oberlausitz. Er arbeitete zunächst als Porzellanmaler bei der Porzellanmanufaktur Meißen.Ein Fest für zwei Meißner Originale in: Meißner Amtsblatt, Jahrgang 18, 24. September 2010 Nr. 9 Seit 1951 spielte Donath in der Laienspielgruppe in Meißen. Nach einer erfolglosen Schauspielereignungsprüfung bei Hans Finohr vom Staatsschauspiel Dresden begann er in Weimar Schauspiel zu studieren, brach aber kurz nach Studienbeginn ab, um bei seiner Frau und der Tochter in Meißen sein zu können. Er war als Pressezeichner und Rundfunksprecher tätig und spielte weiterhin Amateurtheater und am Theater Meißen.160 Jahre Theater Meißen in: Meißner Amtsblatt, Jahrgang 19, 28. Oktober 2011 Nr. 10, S. 1.
Nach einem Vorstellungsgespräch bei Ottofritz Gaillard war Donath von 1960 bis 1996 am Staatsschauspiel Dresden engagiert, wo u. a. der Melchior in Jutta oder Die Kinder vom Damutz, der Hagen in Die Nibelungen, der Adam in Der Zerbrochene Krug, der König Lear, der Artus in Die Ritter der Tafelrunde zu seinen Paraderollen gehörte. Der Charakterdarsteller wirkte in mehr als 100 Premieren mit. Außerdem führte er dort auch Regie.Theater der Zeit: Rudolf Donath von 2012. Abgerufen am 5. Juli 2016.Theaterhaus Rudi: Abgerufen am 5. Juli 2016. Gastauftritte führten ihn an das Bayerische Staatstheater München und 1989 für ein vierjähriges Engagement nach Frankfurt am Main. Seine letzte Gastrolle am Staatsschauspiel Dresden gab er 2001 als Firs in Der Kirschgarten. Letztmals trat Donath auf dem Theaterkahn Dresden in Der Panther von Felix Mitterer auf. Des Weiteren war er in mehreren Filmen, darunter den Fernsehreihen Polizeiruf 110, Tatort und Der Staatsanwalt hat das Wort zu sehen.Staatsschauspiel Dresden – 100 Jahre Schauspielhaus. Wilfried Schulz, Harald Müller, Felicitas Zürcher (Hrsg.), S. 238–241.
In den 1960er Jahren leitete Donath das Arbeitertheater der Plattenwerke „Max Dietel“ in Meißen, mit dem er 1966 Die Mutter von Brecht am Theater Meißen aufführte.Arbeitertheater spielt Brechts „Mutter“. In: Neues Deutschland, 17. November 1966 1976 gründete Donath den Dramatischen Zirkel des Grafischen Großbetriebes Völkerfreundschaft, der später den Namen Arbeitertheater „Hans Otto“ trug und 1989 zum H.O.Theater wurde. Donath war bis 1992 alleiniger Regisseur der Laienspielgruppe, bei der u. a. auch Jan Josef Liefers seine schauspielerische Ausbildung erhielt, sowie bis 2003 deren künstlerischer Leiter.Theater der Zeit: Der Verein. Abgerufen am 6. Juli 2016.
Im Jahre 2003 gab Donath aus Altersgründen auch die künstlerische Leitung des H.O.Theaters auf. Zuletzt lebte er, fast erblindet, in einem Pflegeheim. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Dölzschen.Sächsische Zeitung: Rudolf Donath: Traueranzeige. Abgerufen am 30. August 2022.Freundeskreis Friedhof Dölzschen: Persönlichkeiten. Abgerufen am 30. August 2022.
Filmografie (Auswahl) 1961: Der Fremde als Franz 1962: Meine Mutter ist Lucy Lane (Fernsehspiel) 1963: Negative (Fernsehfilm) 1963: Der goldene Schützen (Animationsfilm), Sprecher 1964: Zucker im Tee (Fernsehfilm) 1964: Geliebte weiße Maus als Volkspolizist 1968: Rote Bergsteiger (Fernsehserie) Folgen: Die Falle, Suche nach Brünhilde, Treffpunkt Kaufhaus, Großfahndung, Der Gefangene im Forst, Abfahrt 18:01 Uhr, Bergfahrt mit Risiko, als Helmut Löser 1970: Der Streit um den Sergeanten Grischa (Fernsehfilm) als Kolja 1970: Die Nächte des Zorns (Fernsehfilm) als Lecoq 1976: Hänsel und Gretel (Animationsfilm), Sprecher 1976: Fürs ganze Leben (Fernsehfilm) als Hermann Böhme 1973–1982: Polizeiruf 110 (Fernsehserie) Folgen: Der Rettungsschwimmer (1982) als Vater Lingler, Trickbetrügerin gesucht (1977) als Hauptmann Bechler, Der Fensterstecher (1976) als Hauptmann Bechler, Nachttaxi (1974) als Kurt Großmann, Eine Madonna zuviel (1973) als Dr. Schneider 1981: Jockei Monika (Fernsehserie) Folgen: Glück kommt nicht allein, Guten Tag, Borkenbrunn, Immer wieder Abschied, Erfinder lieben praktisch, Jahreswechsel, Aufgalopp, Jeder Tag soll Mittwoch sein, Der Pferdefloh, als Pieslack 1985: Geschichten übern Gartenzaun (Fernsehserie) Folgen: Späte Begegnung, Brautleute, Konsequenzen, Licht und Schatten, Später Frühling, Aprilwetter, als Herr Müller 1987: Sachsens Glanz und Preußens Gloria Gräfin Cosel (Fernsehfilm) als Rat Pauli 1988: Der Staatsanwalt hat das Wort Folge: Alles umsonst als Netzingenieur 1990: Bismarck (Fernsehfilm, Dreiteiler) als Prinz Wilhelm von Preußen 1992: Go Trabi Go 2 – Das war der wilde Osten als Bauer 1995: Rosemarie Nitribitt – Tod einer Edelhure (Fernsehfilm) als Polizeipräsident Schubert 1995–1996: Tatort Folgen Ein ehrenwertes Haus (1995), Wer nicht schweigt, muß sterben (1996) als Spurensicherer 1996: Wolffs Revier Folge Blutspur als Eisenthal 1998: Stubbe – Von Fall zu Fall Folge Stubbe und der Tote an Loch Neun 2000: Ein Fall für zwei Folge Gott ist mein Zeuge 2000: Die Stille nach dem Schuss als Tatjanas Vater 2003: Der Job seines Lebens als Skatspieler
Theatertätigkeit (Auswahl) H.O.Theater 1976–2004 Regie 2003: Nachtasyl & Abendrot – Szenen aus der Tiefe unter Verwendung von Maxim Gorkis NachtasylSächsische Zeitung online: Szenen aus der Tiefe vom 26. März 2003. Abgerufen am 6. Juli 2016. 2000: Der Besuch der alten Dame (Friedrich Dürrenmatt) Das Schaf (Stanislaw Stratiew) Auf dem Grunde (nach Maxim Gorkis Nachtasyl) Die 55 Minutenoper, ein musikalischer Seelenbalsam mit kriminellen und anderen Hintergrundinformationen für Dreigroschenopernfans zum Gedenken an den Grossen Raucher (Eigenproduktion nach Bertolt Brecht/Kurt Weill Die Dreigroschenoper) 1983–1984: und bin so klug als wie zuvor ... (Eine Begegnung mit Goethes Urfaust) 1981–1982: Kater Lampe (Emil Rosenow) 1980–1981: Geschichten vom Bau(ch) (Eigenfassung nach Kurt Bartsch) 1978–1979: Aus Niemals Wird Heute noch! (Szenenfolge aus Bertolt Brechts Stück Die Mutter)Theater der Zeit: Inszenierungen. Abgerufen am 5. Juli 2016.
Staatsschauspiel Dresden 1960–2001 als Schauspieler 2001: Firs in Der Kirschgarten (Anton Pawlowitsch Tschechow), Regie Klaus Dieter Kirst 1996: Adam in Der zerbrochne Krug (Heinrich von Kleist), Regie Klaus Dieter Kirst 1992: König Lear (William Shakespeare), Regie Horst Schönemann 1989: König Artus in Die Ritter der Tafelrunde (Christoph Hein), Regie Klaus Dieter Kirst 1987: Sommergäste (Maxim Gorki), Regie Horst Schönemann 1985: Der Kaufmann von Venedig (William Shakespeare), Regie Klaus Dieter Kirst 1985: Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande (Heiner Müller), Regie B. K. Tragelehn 1984: Hagen in Nibelungen (Friedrich Hebbel), Regie Wolfgang Engel 1981: Melchior in Jutta oder Die Kinder von Damutz (Helmut Bez) mit Dagmar Manzel. Die Inszenierung wurde für das Fernsehen der DDR aufgezeichnet.Fernsehen der DDR: Jutta oder Die Kinder von Damutz (1982). Abgerufen am 6. Juli 2016. 1981: Balke in Der Lohndrücker (Heiner Müller), Regie Wolfgang Engel 1979: Mutter Courage und ihre Kinder (Bertolt Brecht), Regie Hannes Fischer 1960: Nebeneinander (Georg Kaiser), Regie: Ottofritz GaillardDresdner Neueste Nachrichten: Der Dresdner Schauspieler Rudolf Donath wird 80 vom 27. Oktober 2012. Abgerufen am 5. Juli 2016.
Staatsschauspiel Dresden – Regie Der zerbrochne Krug, Heinrich von Kleist Caligula, Albert Camus
Sonstige 1974: Hildegard Schöbel: 2 x Katharina (Kleine Komödie im Kulturpalast Dresden)
Sprecher 2003: Edgar Wallace – Ein Leben wie im Film, Media & Communication Systems GmbH Sachsen (Hörbuch)
Literatur
Weblinks
Dresdner Neueste Nachrichten: Dresdner Schauspieler Rudolf Donath ist tot vom 6. Juli 2016 Sächsische Zeitung: Charakterdarsteller Rudolph[sic] Donath gestorben vom 6. Juli 2016
Einzelnachweise
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