Der FEI Nations Cup 2016 im Dressurreiten (2016 FEI Nations Cup™ Dressage) war die vierte Saison des Nations Cups der Dressurreiter.

Ablauf der Turnierserie Wie im Vorjahr umfasste die Nationenpreisserie sechs Etappen. Nur drei Turniere, die Teil des Nations Cup 2015 waren, fanden sich auch im Kalender der Saison 2016 wieder: Wellington, Rotterdam und Falsterbo. In Frankreich wurde Compiègne als neuer Austragungsort ausgewählt, in Deutschland kehrte der Nationenpreis nach einem Jahr Pause wieder nach Aachen zurück. Das britische Turnier Dressage at Hickstead wurde abgesagt, ganz neu im Programm ist eine dänische Etappe.

Ausgeschrieben waren die Turniere erneut als CDIO 3* oder CDIO 5*. Für die Nationenpreisveranstalter standen drei unterschiedliche Modi für die Nationenpreise zur Auswahl: Das Ergebnis des Grand Prix de Dressage (drei oder vier Reiter pro Mannschaft) wird mit den Ergebnissen aus Grand Prix Spécial (zwei Reiter pro Mannschaft) und Grand Prix Kür (ein oder zwei Reiter pro Mannschaft, nur ein Kürergebnis pro Mannschaft zählt für die Gesamtwertung) addiert, Der olympische Mannschaftswettbewerbsmodus: Grand Prix de Dressage und Grand Prix Spécial zählen für den Nationenpreis (nur für CDIO 5* zulässig) oder abweichende Ausschreibung (nur außerhalb Europas, Genehmigung durch die FEI erforderlich)

Die Turniere wurden im Zeitraum vom 29. März bis 17. Juli 2016 durchgeführt. Die Punktevergabe erfolgte anhand der Platzierung, bei CDIO 5*-Turnieren wurden mehr Wertungspunkte vergeben als bei 3*-Turnieren.

Die Prüfungen 1. Prüfung: Vereinigte Staaten Der Auftakt zur Saison 2016 fand bei der einzigen nicht-europäischen Etappe des Nations Cup statt: Austragungsort des amerikanischen Nationenpreisturniers war Wellington in Florida. Das Turnier wurde als 12. Woche der hiesigen Dressurturnierserie Global Dressage Festival vom 29. März bis 3. April 2016 ausgetragen und war als CDIO 3* ausgeschrieben.

Die Wellington kam für den Nationenpreis ein besonderes Reglement zum Einsatz, dass mehr Nationen eine Teilnahme ermöglichen sollte: Dabei traten die Mannschaftsmitglieder nicht nur auf Grand Prix-Niveau an den Start, um den Sieger des Nationenpreises zu ermitteln. Stattdessen konnten die Reiter entweder im Grand Prix de Dressage und im Grand Prix Spécial oder im Prix St. Georges und in der Intermediaire I antreten. Um den Schwierigkeitsunterschied zu berücksichtigen, wurden die Ergebnisse der Grand Prix-Tour jeweils um einen Faktor von 1,5 Prozent pro Reiter erhöht.

Im Unterschied zu den Vorjahren traten für die meisten Mannschaften einheitlich in einer Tour an, also entweder ritten alle Reiter in den Grand Prix-Prüfungen (Equipen Australiens, Kanadas und der Vereinigten Staaten) oder traten in der kleinen Tour an (Spanien, Dänemark und Costa Rica). Der deutsche Verband wurde dafür kritisiert, dass er seine Mannschaft wenige Wochen vor dem Nationenpreis zurückzog. Es war eine Mannschaft mit vier Reitern in der kleinen Tour geplant gewesen, hiervon nahm man laut Presseberichten aufgrund „gewisser Standards“ jedoch Abstand.Germany Pulls Nations Cup Team from Wellington CDIO3*, Citing Requirement for “Certain Standards”, Kenneth J. Braddick / dressage-news.com, 18. März 2016 (englisch)

MannschaftReiterPferdeProzentErgebnisliste Nationenpreis Wellington 2016Team USA wins opening leg of first official FEI Nations Cup™ Dressage season, Louise Parkes / FEI, 1. April 2016 (englisch)Wertungs-punktePrix St. GeorgesGrand Prix1. Tag (GrandPrix: + 1,5 %)Inter-mediaire IGP Spécial2. Tag(GPS: + 1,5 %)Endergebnis 1 Laura Graves Verdades — 76,860 78,360 — 78,294 79,794 Shelly Francis Doktor — 71,740 73,240 — (69,588) (71,088) Kasey Perry-Glass Dublet — 73,000 74,500 — 74,882 76,382 Arlène Page Woodstock — (69,762) (71,262) — 70,922 72,422 226,100 228,598 454,698 10 2 Megan Lane Caravella — 68,360 69,860 — 69,667 71,167 Jacqueline Brooks D Niro — (67,720) (69,220) — (69,078) (70,578) Karen Pavicic Don Daiquiri — 68,820 70,320 — 69,529 71,029 Belinda Trussell Anton — 70,920 72,420 — 72,412 73,912 212,600 216,108 428,708 8 3 Juan Matute Guimon Dhannie Ymas 71,868 — 71,868 74,526 — 74,526 Pablo Gomez Molina Lanzado de Ymas (62,684) — (62,684) 67,211 — 67,211 Alfonso Ramirez Cosmico 64,895 — 64,895 (62,947) — (62,947) Juan Antonio Jiménez Cobo Elevado 67,000 — 67,000 68,921 — 68,921 203,763 210,658 414,421 7 4 Mikala Münter Gundersen My Lady — 72,240 73,740 — 74,647 76,147 Rikke Poulsen Pikk Elena 66,184 — 66,184 64,605 — 64,605 Lars Petersen Quascai Nexen (N.GES.) — (0,000) (N.GES.) — (0,000) Signe Kirk Kristiansen Roberto 63,026 — 63,026 64,763 — 64,763 202,950 205,515 408,465 6 5 Anne Marie Egerstrom Amorino 64,789 — 64,789 64,895 — 64,895 Christer Egerstrom Bello Oriente 66,526 — 66,526 67,316 — 67,316 Michelle Batalla Vivi Light 63,634 — 63,634 63,868 — 63,868 194,949 196,079 391,028 5 6 Kelly Layne Von Primaire — 66,420 67,920 — 69,157 70,657 Kim Gentry Leonardo — 55,280 56,780 — N.Q. 1,500 Ilse Schwarz Cadenza — 59,640 61,140 — N.Q. 1,500 185,840 211,599 259,497 4 (Ausgeklammerte Prozentpunkte zählen als Streichergebnis nicht für das Mannschaftsergebnis)

2. Prüfung: Dänemark Mitte Mai wurde der Nations Cup fortgesetzt, vom 13. bis 16. Mai 2016 fand in Odense die erste Woche des Odense Horse Festivals statt (eine Woche später wurde hier das Nationenpreisturnier der Springreiter ausgetragen). Bei diesem CDIO 3* mussten alle Nationenpreisreiter im Grand Prix antreten, als zweite Wertungsprüfung stand wahlweise der Grand Prix Spécial (zwei Reiter pro Equipe) und die Grand Prix Kür auf dem Programm.

Während nach dem Grand Prix de Dressage noch Schweden in Führung lag, sicherte sich Dänemark mit besseren Ergebnissen in den zweiten Teilprüfungen äußerst knapp den Gesamtsieg. Bereits mit deutlichem Abstand folgte die deutsche Mannschaft auf dem dritten Rang.

MannschaftReiterPferdeProzentWertungs-punkteGrand PrixGP SpécialGP Kür 1 Cathrine Dufour Cassidy 73,400 75,961 — Agnete Kirk Thinggaard Jojo 72,960 — 73,975 Daniel Bachmann Andersen Hotline 69,500 70,725 — Lisbeth Seierskilde Raneur (66,920) — (65,275) 436,521 10 2 Therese Milshagen Dante Weltino OLD 72,940 — 75,425 Rose Mathisen Zuidenwind 71,920 71,922 — Juliette Ramel Buriel 71,860 72,137 — Paulinda Frieberg Di Lapponia T (66,680) — (71,500) 436,204 8 3 Kathleen Keller Daintree 68,780 — 71,600 Brigitte Wittig Bodega W 68,540 67,471 — Marcus Hermes Cabanas 67,800 67,922 — Svenja Peper Disneyworld (66,900) — (68,925) 412,113 7 4 Kristy Oatly Du Soleil 69,520 70,569 — Mary Hanna Umbro 66,920 — 68,000 Maree Tomkinson Diamantina 66,100 65,020 — 406,129 6 5 Katherine Bateson-Chandler Alcazar 69,000 — (66,000) Beatrice Marienau Stafano 67,160 67,294 — Jennifer Hoffmann Rubino NRW 65,780 — 67,800 Susan Dutta Currency (63,220) 66,490 — 403,524 5 6 Richard Davison Bubblingh 66,180 67,392 — Gillian Davison Alfranco 65,840 66,745 — Emily Kate Cousins Solo Bachelorette 65,200 — 68,650 Bobby Hayler Aldborough Rubinhall (AUFG) — — 400,007 4 7 Anna von Wendt Denzel 65,640 — 65,450 Mikaela Lindh Gamin G 64,780 66,510 — Stella Hagelstam Julitrea 64,660 66,431 — 393,471 3 (Ausgeklammerte Prozentpunkte zählen als Streichergebnis nicht für das Mannschaftsergebnis)

3. Prüfung: Frankreich Bereits ein Wochenende nach Odense fand die dritte Station des Nations Cups statt. Nach drei Jahren in Vidauban fand das französische Nationenpreisturnier in Compiègne statt. Das CDIO 5*-Turnier wurde vom 19. bis 22. Mai 2016 ausgetragen.

Die Veranstaltung war von starken Regenfällen betroffen. Während der Grand Prix noch ausgerichtet werden konnte, waren die Bedingungen am Turniersonntag zu schlecht für eine weitere Durchführung des Nationenpreises. Der Grand Prix Spécial entfiel ganz, in der Grand Prix Kür gingen nur drei Reiter an den Start. Für die Nationenpreiswertung zählte daher nur der Grand Prix. Hier dominierte die Mannschaft der Vereinigten Staaten von Amerika.

MannschaftReiterPferde ProzentFEI Nations Cup™ Dressage: USA on top again in rainy Compiegne, Louise Parkes / FEI, 22. Mai 2016 (englisch)Wertungs-punkte 1 Laura Graves Verdades 75,440 Shelly Francis Doktor (71,120) Allison Brock Roosevelt 73,920 Kasey Perry-Glass Dublet 77,440 226,800 15 2 Emilie Nyreröd Miata 70,060 Jennie Larsson Zircon Spring Flower (70,020) Patrik Kittel Deja 74,640 Mads Hendeliowitz Jimmie Choo SEQ 70,340 215,040 13 3 Stephanie Brieussel Amorak (66,060) Ludovic Henry After You 71,440 Karen Tebar Don Luis 75,060 Pierre Volla Badina Altena 67,160 213,660 11 4 Jenny Lang-Nobbe Loverboy 70,400 Bernadette Brune Spirit of the Age OLD 69,360 Annabel Frenzen Cristobal (65,600) Kathleen Keller Daintree 68,740 208,500 9 5 Jeroen Devroe Eres 69,820 Jorinde Verwimp Tiamo 71,360 Mario van Orshaegen Wilco V 66,940 208,120 7 6 Hayley Watson-Greaves Rubins Nite 68,780 Laura Tomlinson Rosalie B 69,500 Anna Louise Ross Die Callas (68,220) Lara Griffith Rubin Al Asad 69,240 207,520 6 7 Kim Schmid Theodoor 63,320 Margo Timmermans Catch Me 68,260 Adelinde Cornelissen Parzival 75,400 206,980 5 8 Caroline Häcki Rigoletto Royal CH 69,760 Antonella Joannou Dandy de la Roche 69,280 Birgit Wientzek Pläge For Compliment 67,340 206,380 4 (Ausgeklammerte Prozentpunkte zählen als Streichergebnis nicht für das Mannschaftsergebnis)

3. Prüfung: Niederlande Im Rahmen des CHIO Rotterdam fand der niederländische Dressur-Nationenpreis statt. Das Turnier fand vom 23. bis zum 26. Juni 2016 statt, die Dressurprüfungen waren als CDIO 5* ausgeschrieben.

Auch in Rotterdam wurde die Nationenpreisvariante ausgewählt, bei der sich das Endklassement aus den Ergebnissen des Grand Prix (alle Reiter), Grand Prix Spécial (zwei Reiter pro Mannschaft) und Grand Prix Kür (übrige Mannschaftsreiter) zusammensetzt. Besonderheit in Rotterdam war, dass nur die Reiter der besten fünf Mannschaften aus dem Grand Prix für die zweiten Teilprüfungen startberechtigt waren. Die Reiter der sechst- und siebentplatzierten Equipen hingegen waren nur in einer Trostprüfung startberechtigt, die nicht für die Nationenpreiswertung zählte.

Der Nationenpreis von Rotterdam war sehr stark besetzt: Keine Mannschaft blieb im Durchschnitt ihrer Reiter im Grand Prix unter 70 Prozent. Die Niederlande, die Vereinigten Staaten, Schweden und Frankreich waren mit ihren stärksten Paaren am Start., dressursport-deutschland.de, 24. Juni 2016 Mit einem Durchschnitt von über 75 Prozent sowohl im Grand Prix als auch in den zweiten Teilprüfungen (Gesamtergebnis nach Abzug der Streichergebnisse: 460,167) siegte die Mannschaft der Gastgeber.

Für die zweiten Teilprüfungen legte das Reglement fest, dass beide Ergebnisse des Grand Prix Spécial sowie das beste Ergebnis aus der Grand Prix Kür in die Wertung eingeht, also das schlechtere Kürergebnis stets das Streichergebnis ist. Hiervon waren die drittplatzierten Schweden besonders betroffen: Ihr zweitbestes Kürergebnis von 78,675 Prozent wurde gestrichen, stattdessen ging auch das schwächere Ergebnis aus dem Spécial (67,412 %, damit über 10 Prozent Differenz) in das Endergebnis ein. Aufgrund der hohen Ergebnisse der Reiter der Vereinigten Staaten hätte es für die Schweden jedoch auch bei anderem Reglement nicht zum zweiten Platz gereicht.