Dimitrowo (, ) ist ein Ortsteil der Stadt Kaliningrad in der russischen Oblast Kaliningrad.

Der Ortsteil befindet sich am nordwestlichen Stadtrand von Kaliningrad in dessen Zentralrajon.

Geschichte Historie des Gutes Goldschmiede war eines der ältesten Herrensitze des Samlands. Der Name stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 1608 wurde er von dem Hofgerichtspräsidenten Aurifaber als Sommersitz käuflich erworben, dann übernahm die Familie von Auer die Begüterung. Der Amtshauptmann Ludwig von Auer hatte den großen Besitz 1652 gekauft. 1715 richtete die Adelsfamilie zur Festlegung der Erbfolge einen Familienfideikommiss ein. Zu ihm gehörten 600 Morgen Wald der Großen Wilkie und 13 Krüge und Krugländereien. Bekanntester GutsbesitzerGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Dreiunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 13 f. Siehe: FamilySearch. war der Generalmajor Kuno von Auer.

Der 9. und letzte Majoratsherr auf Goldschmiede war Christoph sen.von Auer (1887–nach 1958).Vgl. u. a. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1, S. 106. Ab 1929 war Gut Goldschmiede ein Allodgut. Anfang der 1930er Jahre war seine Ehefrau Marie Luise von Auer, geb. Freiin von der Goltz, als Gutsbesitzerin vom Rittergut Goldschmiede und Vorwerk Altkehnen eingetragen. Verwalter war damals Hr. Goeldel. Gesamtfläche beider Besitzungen, 493 ha. Christoph sen. von Auer war zuletzt Oberst i. G. und Ehrenritter des Johanniterordens. Als Erbe war bestimmt sein Sohn, der Wirtschaftsjurist Christoph jun. von Auer (* 1920), Oberleutnant a. D. Nach dem Krieg lebten die Mitglieder der Familie von Auer aus Goldschmiede in Erlangen und in Walsrode.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1959. Band IV, Band 20 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1959, S. 18–19.

Weitere landwirtschaftliche Betriebe Um 1930 gab es am Ort weitere landwirtschaftliche Betriebe, das 163 ha-Gut Dammhof von Kurt Hübner; das 540 ha-Gut Fuchsberg des Anton von Wittich. In der Gemarkung von Goldschmiede waren auch die Familie Schneege mit Gut Gallhöfen, Rittmeister Gerhard Reichel mit Rittergut Ober-Altkehnen und Friedrich von Weyhe mit den Rittergütern Prowehren uns Strittkeim als Landwirte aktiv.Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe in der Provinz Ostpreußen. 1932. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band III, 5. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1932, S. 267. PDF

Politische Geschichte Am 13. Juni 1874 wurde das Gut Goldschmiede Sitz und namensgebender Ort eines neu errichteten Amtsbezirks,Rolf Jehke (Hrsg.): Amtsbezirk Goldschmiede. Stand: 3. Januar 2013. der zum Landkreis Fischhausen (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 lebten im Gutsbezirk Goldschmiede 175 Einwohner. Im Jahr 1928 wurde der Gutsbezirk Goldschmiede mit sieben benachbarten Gutsbezirken zur Landgemeinde Goldschmiede zusammengefasst. Die Einwohnerzahl dieser Landgemeinde war 799 im Jahr 1933 und 696 im Jahr 1939.

Nach 1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort im Jahr 1950 nach dem bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitrow in Dimitrowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Matrossowski im Rajon Gurjewsk eingeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später gelangte der Ort in den Dorfsowjet Pereslawski im Rajon Selenogradsk.Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976. Vermutlich Ende der 1970er Jahre wurde Dimitrowo in die Stadt Kaliningrad eingemeindet.

Amtsbezirk Goldschmiede (1874–1945) 1874–1928 In diesem Zeitraum gehörten zum Amtsbezirk Goldschmiede die folgenden neun Gutsbezirke: Deutscher Name Russischer Name(nach 1945) Bemerkungen Amalienhof seit 1895, war vorher ein einfaches Gut Dammhof seit 1895, war vorher ein einfaches Gut, einschl. des Vorwerks Dammkrug Fuchsberg Cholmogorowka Gallhöfen seit 1895, war vorher eine Besitzung Goldschmiede Dimitrowo Ober Alkehnen Morosowka Prowehren Strittkeim seit 1895, war vorher ein einfaches Gut Tannenwalde Tschkalowsk seit spätestens 1883

1928–1945 Im Jahr 1928 wurden die Gutsbezirke Amalienhof, Dammhof, Fuchsberg, Gallhöfen, Goldschmiede, Ober Alkehnen, Prowehren und Strittkeim zur Landgemeinde Goldschmiede zusammengeschlossen. Am fiskalischen, kirchlichen oder privat-rechtlichen Besitz änderte sich dadurch nichts. Lediglich waren die Gutsbezirke juristisch keine eigenständigen Ortschaften mehr. Gleichzeitig wurde der Gutsbezirk Tannenwalde in die Landgemeinde Tannenwalde umgewandelt. Im Jahr 1939 wurde die Landgemeinde Tannenwalde in die Stadt Königsberg eingemeindet.

Einzelnachweise

Kategorie:Samland Kategorie:Ortsteil in der Oblast Kaliningrad