mini|hochkant|Olena Ptschilka, 1896 miniatur|Gruppenbild bei Eröffnung eines Denkmals für Iwan Kotljarewskyj in Poltawa, 1903. Von links nach rechts: Mychajlo Kozjubynskyj, Wassyl Stefanyk, Olena Ptschilka, Lessja Ukrajinka, Mychajlo Staryzkyj, Hnat Chotkewytsch, Wolodymyr Samijlenko Olena Ptschilka (; * in Hadjatsch, Gouvernement Poltawa, Russisches Kaiserreich; † 4. Oktober 1930 in Kiew, Ukrainische SSR) war eine ukrainische Schriftstellerin, Journalistin und Ethnologin.

Ihr bürgerlicher Name lautete Olha Petriwna Kossatsch (ukrainisch ).

Familie Olena Ptschilka war die Tochter von Petro Drahomanow und die Schwester von Mychajlo Drahomanow. Sie war seit 1868 mit dem Staatsrat, Anwalt, Pädagogen und Philanthropen Petro Kossatsch verheiratet. Gemeinsam hatten sie die folgenden Kinder: den Physiker, Meteorologe, Schriftsteller und Übersetzer Mychajlo Kossatsch (; 1869–1903), die berühmte ukrainische Dichterin Lessja Ukrajinka (1871–1913), die Schriftstellerin, Literaturkritikerin, und Bibliografin Olha Kossatsch-Krywynjuk (1877–1945), die Musikerin und Übersetzerin Oksana Kossatsch-Schymanowska (; 1882–1975), die Persönlichkeit des öffentlichen Lebens Mykola Kossatsch (; 1884–1937) sowie die Übersetzerin und Kulturaktivistin Isydora Kossatsch-Boryssowa (; 1888–1980).

Leben Olena Ptschilka war von 1925 an korrespondierendes Mitglied der All-Ukrainischen Akademie der Wissenschaften. Sie erforschte ukrainische Volkslieder, Volksbräuche und Riten, welche sie 1876 veröffentlichte.

Außerdem sammelte sie volkstümliche Stickerei in Wolhynien, finanzierte die Herausgabe von Stepan Rudanskyjs Werk Spivomovky und veröffentlichte ab 1883 ihre eigenen Gedichte in der Lemberger Zeitschrift Zoria. Als Frauenrechtlerin gab sie 1887 gemeinsam mit Natalija Kobrynska den ersten feministischen Almanach Pershyi vinok heraus. Ab den 1890er Jahren lebte sie in Kiew, wo sie zwischen 1906 und 1914 Chefredakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift Ridnyj Krai () und deren monatlicher Beilage, der Kinderzeitschrift Moloda Ukrajina () (1908–1914) war. Ptschilka übersetzte viele Werke unter anderem von Nikolai Gogol, Adam Mickiewicz und Alexander Puschkin ins Ukrainische.Eintrag zu Pchilka, Olena in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 2. Juli 2016 (englisch)

In ihren letzten Lebensjahren war sie Repressionen durch den GPU ausgesetzt. Ptschilka starb in Kiew und wurde auf dem Baikowe-Friedhof beigesetzt.Biografie Olena Ptschilka auf "Ukrainische Literatur"; abgerufen am 2. Juli 2016 (ukrainisch)

Literatur

Tatjana Kuschtewskaja: Olena Ptschilka. 1849–1930. In: Dies.: Stark – Stolz – Streitbar. Berühmte Ukrainerinnen. Edition Noack & Block, Berlin 2024, ISBN 978-3-86813-193-2, S. 47–57.

Weblinks

Artikel zu Olena Ptschilka in Mutter Ukraine (ukrainisch)

Einzelnachweise

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