mini|hochkant|Alfons Tracki Alfons Tracki (* 2. Dezember 1896 in Bleischwitz, Kreis Leobschütz, Provinz Schlesien; † 18. Juli 1946 in Shkodra) war ein deutscher katholischer Priester, der in Albanien wirkte und dort während der Religionenverfolgung des kommunistischen Regimes ermordet wurde. Er ist einer der Achtunddreißig Märtyrer von Albanien der Römisch-katholischen Kirche.
Leben Alfons Tracki, Sohn von Josef Tracki und Martha geb. Schramm, wuchs mit drei Geschwistern in seinem oberschlesischen Geburtsort auf. Als Schüler kam er in Kontakt mit den Christlichen Schulbrüdern. Erst 14-jährig bat er beim zuständigen Provinzial in Wien um Aufnahme in die Gemeinschaft. Nach der Noviziatszeit wurde er am 16. August 1913 eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Gebhard, nach dem hl. Gebhard von Konstanz.Helmut Moll: Zwei selige Missionspriester aus Deutschland. In: Kirche heute. Heft Februar/März 2019, S. 18–20, hier S. 18. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er nach Albanien entsandt und unterrichtete u. a. Sport am Franz-Xaver-Kolleg in Shkodra.
Während des Kriegs kehrte er in seine Heimat zurück und leistete den zweijährigen Wehrdienst. Ebenfalls in den Kriegsjahren legte er in mehreren Stufen die Ordensgelübde ab. Nach Kriegsende kehrte er nach Shkodra zurück und nahm das Philosophie- und Theologiestudium auf, um Priester zu werden. Die Priesterweihe empfing er am 14. Juni 1925 durch den Erzbischof von Shkodra Lazër Mjeda.
Tracki wurde Kaplan an der Kathedrale St. Stefan in Shkodra. Er gründete die katholische Jugendorganisation Viribus unitis („Mit vereinten Kräften“). Nach der Kaplanszeit wurde er Pfarrer in Velipoja.
Den Widerstand gegen die italienische und deutsche Besatzungsmacht führten in Albanien kommunistische Partisanen unter Enver Hoxha, die gegen vermeintliche Kollaborateure unnachsichtig vorgingen. Katholiken standen von vornherein unter diesem Verdacht. Viele versteckten sich vor den neuen Machthabern in den Bergen.Pjetër Arbnori schreibt (S. 171), dass Tracki sich einer Gruppe antikommunistischer Freischärler in den Bergen angeschlossen habe. Als Tracki einem tödlich verwundeten jungen Mann die Sterbesakramente spendete, wurde er festgenommen und am 13. Februar 1946Gemäß Arbnori bereits am 13. Januar 1946. in Shkodra inhaftiert. Am 17. Juli wurde er wegen der verbotenen priesterlichen AmtshandlungArbnori listet als Anklagepunkte auf: Vorbereitung einer österreichischen Besatzung Albaniens, Gründung eines profaschistischen Vereins, Anwerbung einer Person für die Gestapo. zum Tod verurteilt und am folgenden Tag erschossen.
Erinnerungen Als Lehrer kam er mit vielen Menschen und mit einer Reihe der späteren Märtyrer von Albanien in Kontakt. Der Verfasser eines der wichtigsten Werke über die Verfolgung der Katholiken im kommunistischen Albanien, Konrrad Gjolaj OFM („Çinaret“), gibt als erste Erläuterung zur eigenen Person – nach dem Geburtsdatum – an, dass er ein Schüler Trackis war.Konrrad Gjolaj, Çinaret. Shkodra 2006, 2. Auflage, Klappentext. ISBN 99943-696-8-7.
Der spätere Parlamentspräsident Pjetër Arbnori schrieb: Tracki habe sich nie mit Politik beschäftigt und so fließend Albanisch gesprochen, dass ihn jeder für einen Albaner hielt. Es sei ein gewesen von , hinter der er ein habe.
Die katholische Kirche hat Alfons Tracki als Glaubenszeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.
Seligsprechungsverfahren Die Seligsprechung von Alfons Tracki und 37 weiteren Märtyrern, darunter als zweiter Deutscher Josef Marxen, fand am 5. November 2016 in Shkodra statt. Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, Kardinal Angelo Amato, leitete im Auftrag von Papst Franziskus die Feierlichkeiten.
Literatur
Helmut Moll, Art.: Seliger Pfarrer Alfons Tracki, in: Helmut Moll (Hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Paderborn u. a. 1999, 8. erweiterte und aktualisierte Auflage 2024, Band II, S. 1186–1189. Helmut Moll: Märtyrer-Pfarrer Alfons Tracki aus Oberschlesien (1896–1946) wird seliggesprochen, in: Schlesische Nachrichten 20/2008, S. 7 Cäcilia Giebermann, Art.: Der Selige Alfons Tracki in den Erinnerungen seiner Schüler, in: Reimund Haas und Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin (Hrsg.): Zeugnis für Christus. Die Martyrerkirche des 20. Jahrhunderts. Festschrift für Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Weilheim-Bierbronnen 2019, ISBN 3-928273-64-7, S. 65–86.
Weblinks Porträt Trackis auf der Website des Erzbistums Shkodër-Pult (albanisch)
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Schulbruder Kategorie:Märtyrer (Achtunddreißig Märtyrer von Albanien) Alfons, Tracki Kategorie:Hingerichtete Person (Albanien) Kategorie:Hingerichtete Person (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann