mini|Herrieden, Luftaufnahme (2016) mini|Storchenturm und Altmühlbrücke mini|Das ehemalige Schloss mini|Fachwerkbau und ehemaliges Spital mini|Fronveste mini|hochkant|Der Kasten mini|Gabrielihaus mini|hochkant|Poststall mini|Brothaus (ehemaliges Rathaus) mini|Pfarrhaus mini|Jungfernhaus (ehemaliges Amtsknechthaus)

Herrieden () ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt in der Metropolregion Nürnberg, am Oberlauf der Altmühl und im Mittelpunkt des Städtefünfecks Rothenburg ob der Tauber – Feuchtwangen – Dinkelsbühl – Gunzenhausen – Ansbach.

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Ansbach, Burgoberbach, Bechhofen, Wieseth, Feuchtwangen, Aurach und Leutershausen.

Gemeindegliederung

Herrieden hat 39 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöden Altmühle, Kugelmühle, Rösmühle und Schreinermühle sind keine Gemeindeteile.

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Elbersroth, Herrieden, Heuberg, Hohenberg, Lammelbach, Neunstetten, Oberschönbronn, Rauenzell und Stadel. Die Gemarkung Herrieden hat eine Fläche von 8,596 km². Sie ist in 2856 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3010 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mühlbruck.

Klima

In Herrieden beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 700 mm.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Im Jahre 782 gründete der fränkische Grundherr Cadolt auf dem Gebiet der heutigen Kirche Unserer Lieben Frau ein Benediktinerkloster und schenkte es dem Frankenkönig Karl. Dieser setzte seinen Vertrauten und Beichtvater Deocar als ersten Abt ein. Deocar spielte eine führende Rolle bei der Christianisierung des Landes. Das Kloster hatte jedoch nicht nur einen berühmten ersten Abt, sondern lag auch in verkehrsgünstiger Lage, da einerseits die Altmühl eine Wasserstraße bildete und andererseits die Handelsstraße Donauwörth–Fürth an dieser Stelle vorbeiführte. Dennoch bedeutete die Urbarmachung des Landes viel Arbeit. Auf diese Tatsache gehen wohl die Wurzeln des Ortsnamens zurück: „Hasareoda“ (so 797 erstmals urkundlich erwähnt) bedeutet Roden und Urbarmachen von unwirtlichem Land, die Hauptaufgabe der Mönche in der ersten Phase der Ansiedlung. Der Name wurde später zu „Hasenried“ (845) und dann zu „Harrriede“ (1122), ehe das neuzeitliche „Herrieden“ (1231) daraus entstand.Nach W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 101, ist das Bestimmungswort der weibliche Personenname Hasa, womit der Ortsname zur Rodung der Hasa bedeuten würde.

Schon 791 hatte das Kloster umfangreiche Besitztümer: Melk, die heutige Partnerstadt, Grünz und Pielach in Niederösterreich gehörten dazu. 793 besuchte Karl der Große Deocar in Herrieden. 796, als Deocar Schwierigkeiten mit einigen seiner Mönche bekam, schaltete sich Alkuin, der wichtigste Theologe unter Karl dem Großen, persönlich ein. Wenige Jahre später trat Deocar mehrfach als Sendgraf (Königsbote) Karls in Erscheinung. 802 wurde dem Kloster Herrieden das Patronatsrecht über die Salvatorkirche in Duisburg verliehen. Abt Luitpert von Herrieden wurde 863 Erzbischof von Mainz. 865 fungierte er als Bürge in einem Vertrag zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen. 870 schließlich wurde er Erzkaplan und Erzkanzler des Reiches. 887 zog er von Herrieden nach Ellwangen. 888 wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt und unterstand nunmehr einem Propst bzw. dem Bischof von Eichstätt. Die ersten Gebäude rund um die Stiftskirche, die die Chorherren errichten ließen, stammen aus dieser Zeit.

Im 10. Jahrhundert hatte Herrieden unter mehreren Ungarneinfällen zu leiden. Daraufhin wurde mit der Stadtbefestigung begonnen. Das 1122 erstmals urkundlich erwähnte Stadtschloss geht auf diese Ursprünge ebenso wie die Errichtung der Stadtmauer zurück.

Im Jahre 1230 erhielt das befestigte Herrieden das Stadtrecht. 1305 hinterließ ein Brand verheerende Schäden in der Stadt.

Im Jahre 1316 wurde die Stadt ein Opfer Ludwigs des Bayern. Er ließ große Teile Herriedens zerstören. Im Jahre 1314 war Ludwig IV. der Bayer deutscher König und mit ihm gleichzeitig Friedrich der Schöne gewählt worden. In diesem Konflikt stand Herrieden auf der Seite Friedrichs der Schönen und widersetzte sich König Ludwig. Im Laufe dieser Kämpfe wurde auch der feste Platz Herrieden von Ludwig belagert, wobei er Unterstützung durch die „Ballistikexperten“ aus Nürnberg erhielt. Die Verteidiger unter Kraft von Hohenlohe konnten sich mit einem wilden Gegenstoß aus der brennenden Stadt befreien, der Ort jedoch wurde nach langer Belagerung erstürmt, die Mauern und Türme geschleift. Am 23. und 24. März 1316 hielt sich König Ludwig im Lager vor Herrieden auf. Der Ort wurde geplündert, Ludwig ließ die Gebeine des Hl. Deokar erheben, schenkte einen Teil davon den Nürnberger Unterstützungstruppen und nahm einen Teil mit in seine Münchner Residenz (wo sie den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen). In Nürnberg wurde Deokar, neben Sebald und Lorenz der dritte Stadtheilige.Hermann Dallhammer: Herrieden, Stadt an der Altmühl. Majer, Leutershausen 1982, ISBN 3-922175-08-2, S. 135 f.

Im Jahre 1358 erhielt das Chorherrenstift Herrieden von Kaiser Karl IV. eine vergoldete Monstranz, eine Reliquie des heiligen Veit sowie einen Schutzbrief für das Stift. Die Gaben des Kaisers befinden sich noch heute im Besitz der Kirche.

Im Jahre 1470 gehörte Jakob Fugger zu den Studenten der Stiftsschule. Im Jahre 1490 richtete ein zweiter Stadtbrand großflächige Zerstörungen an. Ab 1500 lag Herrieden im Fränkischen Reichskreis.

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens sieben Frauen aus Herrieden wegen Hexerei hingerichtet. Vier der Hinrichtungen fanden 1590 statt (Margaretha Christin, Anna Schmiedtin, Barbara Scharpfin, Ursula Freiin) und drei 1617 (Alte Wirtin von Großenried, NN, Alte Becken Bärbel). Maria Magdalena Windeisin, alias die Alt Schmidin von Leibelbach wurde aus demselben Grund am 24. November 1617 ca. 70-jährig verhaftet und blieb über Monate standhaft trotz mehrfacher Folter. Ihr Ehemann Abraham Windeisen setzte sich immer wieder mit juristischen Mitteln beim Kastner und Fürstbischof für ihre Freilassung ein und erreichte diese am 31. Oktober 1619 nach knapp zwei Jahren, allerdings trieben ihn die Haftkosten in den Ruin.Stürzl, Heinrich: Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu: Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München. 2016, S. 133 f. Spätestens 1617 wurde in Herrieden unter Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten ein eigenes Hexengefängnis eingerichtet („Gefengnuß, so den bößen Weibern unnd Hexen uferbauet“). Dieses befand sich in einem Stadel der Armenstiftung (sog. Armenhaus, 1956 abgebrochen) neben dem Amtsknechthaus und späteren Jungfernhaus. Es ist das älteste nachweisbare Hexengefängnis in Franken.Thoma, Hermann: Zur Hexenverfolgung in den oberstiftischen Ämtern des Hochstifts Eichstätt und ihren Randgebieten – Teil II. In: Alt-Gunzenhausen. Hrsg. Verein für Heimatkunde Gunzenhausen. Gunzenhausen. 2006, S. 63 ff.

Im Jahre 1633 forderte der Einfall der Schweden viele Opfer.

Von 1703 bis 1704 war Herrieden der Regierungssitz des Eichstätter Fürstbischofs Johann Martin von Eyb, der im Spanischen Erbfolgekrieg hierher geflüchtet war. Er starb hier am 6. Dezember 1704; seine Eingeweide wurden in der Stiftskirche bestattet.

Mit der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das eichstättische Oberamt Wahrberg-Herrieden aufgelöst und die Orte dem Ansbacher bzw. Crailsheimer Kreis zugeordnet, die beide von Preußen verwaltet wurden.

1806 kam Herrieden an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Herrieden gebildet. Zu diesem gehörten Mühlbruck, Regmannsdorf und Schernberg. Wenig später wurde mit Mühlbruck die Munizipalgemeinde Herrieden formiert. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden zugeordnet (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt). Ab 1862 gehörte Herrieden zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und seit 1929 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Herrieden zuständig (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,911 km².

20. und 21. Jahrhundert Im Jahre 1903 wurde Herrieden ans Eisenbahnnetz angeschlossen, 1918 der Marktplatz gepflastert. 1933 wurde in der ehemaligen Zigarrenfabrik ein SA-Lager eingerichtet. 1944 wurde die Heupresse, in der Futter für die Pferde der Wehrmacht abgeliefert werden musste, von einem Flugzeugpiloten in Brand geschossen. Es blieb unklar, ob es sich dabei um den Sabotageakt eines deutschen Fliegers gehandelt hatte.

In den 1960er Jahren wurde zunächst der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Ansbach–Bechhofen, dann der gesamte Eisenbahnverkehr auf dieser Strecke eingestellt. Die Strecke, die sich nie rentiert hat, wurde später zurückgebaut.

2010 wurde das Museum auf dem Weg eröffnet; acht Stationen und der Laufsteg der Geschichte erzählen seither die Stadtgeschichte innerhalb und unmittelbar vor der Stadtmauer.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1971 die Gemeinden Elbersroth, Heuberg, Hohenberg, Lammelbach, Rauenzell, Roth und Stadel eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Neunstetten und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Aichau und Oberschönbronn hinzu.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 6321 auf 7999 Einwohner bzw. um 26,6 %.

Gemeinde Herrieden Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950Einwohner 997 1093 1117 1068 1077 1041 991 1072 1027 991 969 935 1011 1041 1071 1102 1108 1182 1851 2085HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 316 231 234 274 213 205 218 262Quelle Für die Gemeinde Herrieden zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Mühlbruck (S. 61). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 1049 Einwohner. Jahr 1961 1970 1987 1995 2005 2015 2017 Einwohner 2251 2510 6250 7187 7718 7830 7953 Häuser 394 1636 2338 2395 Quelle

Ort Herrieden Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 975 1067 1047 1009 1003 909 1077 2041 2213 2486 3011Häuser 312 226 271 202 214 258 390 806Quelle

Politik Stadtrat Der Stadtrat Herrieden besteht aus 20 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Bei der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 kam es zu folgendem Ergebnis:Stadtratswahl 8. März 2026, Herrieden, Endergebnis Parteien und Listen Stimmenanteil +/− %p Sitze +/− Christlich-Soziale Union 33,0 % + 7,7 6 + 1 Grüne 20,9 % + 1,6 4 ± 0 Freie Wähler 7,7 % − 8,5 2 − 1 AfD 9,4 % + 9,4 2 + 2 Bürgerforum Herrieden 8,4 % − 13,3 2 − 2 Fortschrittliche Bürger 20,7 % + 3,2 4 ± 0 Gesamt 100 % 20 Wahlbeteiligung: 72,5 % (+ 14,5)

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Patrick Peters (CSU). Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 wurde er mit 79,4 % der gültigen Stimmen gewählt. Er löste Dorina Jechnerer (BFH) ab, die bei der Stichwahl am 29. März 2020 mit 59,7 % der gültigen Stimmen gewählt worden war.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.

Städtepartnerschaften Partnerstädte sind: : Bockau in Sachsen : Melk in Österreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Profanbauten