Hermann Philipp von OerAnnette von Boetticher: Grabsteine, Epithaphe und Gedenktafeln der ev.-luth. Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover, Broschüre DIN A5 (20 Seiten, teilweise mit Abbildungen), hrsg. vom Kirchenvorstand der ev.-luth. Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, Hannover: 2002, S. 6, v. a. S. 17 (auch: Herman Philip von Ohr;Vergleiche die Inschrift auf dem Grabstein v. Ohrs * 27. August 1644 in Bruche; † 4. Februar 1703 in Hannover) war ein Herzoglich Braunschweig-Lüneburgischer und später Kurfürstlich Hannoverscher Generalleutnant der Kavallerie, Militärgouverneur und Drost, StadtkommandantOer, Hermann Philipp von in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Bearbeitung vom 15. Januar 2006; abgerufen am 1. Juli 2016 sowie in einer Linie einer der Ahnherren des heutigen Königshauses der Niederlande.The Pedigree of Hermann Philipp von Oer … HRH Catharina-Amalia’s 9-Great Grandfather auf der Seite fabpedigree.com; abgerufen am 1. Juli 2016

Leben Familie mini|links|1644 Geburtsstätte von Oers: Gut Bruche, heute in Eicken-Bruche mini|Grabstein des „Hermann Philipp von Ohr“ an der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover; mit den sechs Wappen der Adelsgeschlechter von Oer, von der Oye, von Ketter, von Loë, des Geschlechts (Rabe) von Kanstein sowie des Hauses von Merode

Hermann Philipp von Oer war ein Abkömmling des Adelsgeschlechtes von Oer. Er war der Sohn von Eberhard Georg von Oer († 1662) und der Anna Sophia von der Oye (* 1615; † 1690). Seine Ehefrau war Anna Margaretha von Lunnick, die Tochter von Nicolaus Heinrich von Lunnick († 1668) und der Christina von Kettler (? – 1690?). Seine Tochter war die Clara Maria von Oer (1695–1758), die mit ihrem Ehemann Wilhelm von Hammerstein-Gesmold (1683–1730) die Dorothea von Hammerstein (1730–1758) zeugte. Die weiteren Nachkommen führen über die Familien von Munster und von Platen-Hallermund über von Malortie und von dem Bussche-Haddenhausen und weiter über van Amsberg und Willem-Alexander (den König der Niederlande) und seiner Ehefrau Königin Máxima der Niederlande bis zu der am 7. Dezember 2003 geborenen Catharina-Amalia Beatrix Carmen Victoria, Prinzessin von Oranje-Nassau.

Werdegang Hermann Philipp von Oer wurde in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges 1644 auf dem Rittergut Bruche geboren. 1667 wurde er Oberst in einem osnabrückschen Infanterie-Regiment, 1677 stand er mit dem Regiment in Brabant. Da deren bisheriger Kommandeur Jobst Moritz von Uffeln Kommandant von Hamburg wurde, erhielt Oer das Regiment. 1679 starb Herzog Johann Friedrich und das Regiment ging in hannoverische Dienste. Der Herzog Ernst August vermietete es in venzianische Dienste und so nahm es 1685 bis 1687 an den Kämpfen in Griechenland teil. 1686 wurde Oer Generalmajor und nahm noch 1688 an der vergeblichen Belagerung von Negroponte teil. Nach seiner Rückkehr erhielt er 1690 die neuerrichte Garde zu Fuß.Friedrich von Wissel, Geschichte der Errichtung sämmtlicher Chur-Braunschweig-Lüneburgischen Truppen, S.305 1693 wurde er zum Generalleutnant befördert und erhielt 1694 das Dragoner-Regiment des 1694 ermordeten Königsmarck.

Von 1693 bis 1697 (Frieden von Rijswijk) stand er mit der hannoverischen Armee in Brabant. Er galt als Rachsüchtig und sein verhältnis zu den anderen Offizieren war gespant. Dennoch kommandierte er zum Schluss die Truppen aus Hannover, Zelle und Holstein-Gottorf. Nach dem Krieg wurde sein Regiment aufgelöst und er erhielt auch kein neues.

Zeitweilig war von Oer in der Position des Gouverneurs der Festung Hameln sowie des Drosts zu Iburg im Hochstift Osnabrück. Er war zudem Stadtkommandant von Osnabrück und wirkte von dem Gut Langelage aus.

Wie zahlreiche andere hochgestellte Beamte des Hofes der Residenzstadt Hannover besaß auch Hermann Philipp von Oer das Privileg, innerhalb der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis beigesetzt zu werden. Von Oers Grabplatte findet sich heute – gleichsam als Epitaph – an der südlichen Außenwand der Kirche im hannoverschen Stadtteil Calenberger Neustadt.

Literatur Stephanie von Bar: Erläuterungen zur Biographie des Generals Hermann Philipp v. Oer. In: Der Grönegau: Meller Jahrbuch, hrsg. in Zusammenarbeit mit der Stadt Melle. Knoth, Melle, . Vaterländisches Archiv, S. 7 ff. Urkundliche Nachrichten von der Hannoverischen Garde zu Fuß Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 249f Nr. 19

Weblinks

Einzelnachweise

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