mini|Eugen von Knilling (1915) Eugen Knilling, seit 1910 Ritter von Knilling (* 1. August 1865 in München; † 20. Oktober 1927 ebenda), war ein deutscher Politiker (BVP).
Leben Nach dem Abitur 1884 am Wilhelmsgymnasium MünchenJahresbericht vom K. Wilhelms-Gymnasium zu München. , 1883/84. studierte er bis 1890 Rechtswissenschaften in München. Dabei war er Stipendiat der Stiftung Maximilianeum. Während seines Studiums wurde er Mitglied des AGV München im Sondershäuser Verband.Otto Grübel, Sondershäuser Verband Deutscher Studenten-Gesangvereine (SV): Kartelladreßbuch. Stand vom 1. März 1914. München 1914, S. 95.
Knilling war während der Monarchie Mitglied der Bayerischen Zentrumspartei. Er war vom 10. Februar 1912 bis 8. November 1918 Kultusminister des Königreichs Bayern. Als solcher zählte er zum Kabinett Hertling und anschließend zum Kabinett Dandl.
Knilling war danach während der Zeit der Weimarer Republik von November 1922 bis Juli 1924 bayerischer Ministerpräsident und Außenminister im Kabinett Knilling.
In seine Regierungszeit fallen die deutsche Inflation und die Hyperinflation 1923 während der Ruhrbesetzung. Im Herbst 1923 rief die Reichsregierung unter Kanzler Stresemann das Ende des passiven Widerstandes gegen die Ruhrbesetzung aus. Dies nahm die bayerische Staatsregierung unter Knillings Führung zum Anlass, den Ausnahmezustand auszurufen und Gustav Ritter von Kahr zum Generalstaatskommissar mit diktatorischen Vollmachten zu ernennen, was einen offenen Bruch mit dem Deutschen Reich bedeutete. In Folge dieser Krise kam es im November 1923 zum gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch.
Die Regierung Knilling legte im Januar 1924 die erste der vier bayerischen Regierungsdenkschriften zur Reichs- und Verfassungsreform vor, in denen föderalistische Prinzipien eingefordert wurden. Anfang 1924 schloss der Freistaat Bayern ein Konkordat mit dem Heiligen Stuhl.
Knilling trat nach der Landtagswahl im Mai 1924 zurück, weil die BVP nur 32,8 % (nach 39,4 % im Juni 1920) der Stimmen erhalten hatte. Sein Nachfolger wurde Heinrich Held, ebenfalls von der BVP.
Ehrungen Für seine Leistungen wurde er 1910 durch Prinzregent Luitpold mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone ausgezeichnet.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern für das Jahr 1914. München 1914. S. 26. Mit der Verleihung war die Erhebung in den persönlichen Adelsstand verbunden und er durfte sich nach der Eintragung in die Adelsmatrikel Ritter von Knilling nennen. 1913 hatte Knilling außerdem den Verdienstorden vom Heiligen Michael I. Klasse erhalten.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern für das Jahr 1914. München 1914. S. 33.
Literatur Nikola Becker: Eugen Ritter von Knilling - nur ein „Beamtenministerpräsident“ in Krisenzeit? In: Reinald Becker/Christof Botzenhart (Hg.), Die Bayerischen Ministerpräsidenten 1918–2018, Regensburg 2024, S. 130–152. Hans Hinterberger: Unpolitische Politiker? Die bayerischen „Beamtenministerpräsidenten“ 1920-1924 und ihre Mitverantwortung am Hitlerputsch. Universitätsbibliothek Regensburg, 2017.
Radiobeitrag Hans Hinterberger: Eugen von Knilling - Ein Ministerpräsident und der Hitlerputsch, Bayerischer Rundfunk 2015
Siehe auch Liste bayerischer Staatsregierungen Geschichte Bayerns
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ministerpräsident (Bayern) Kategorie:Außenminister (Bayern) Kategorie:Kultusminister (Bayern) Kategorie:Mitglied des Bayerischen Landtags in der Weimarer Republik Kategorie:Ehrenbürger der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Ritter) Kategorie:Ritter I. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:BVP-Mitglied Kategorie:Politiker (München) Kategorie:Nobilitierter (Bayern) Kategorie:Maximilianeer Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Korporierter im SV Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1865 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann