Die fröhliche Wissenschaft ist ein 1968 von Jean-Luc Godard inszeniertes, alle bislang gängigen Gestaltungsformen des Filmes brechendes Kinoexperiment.

Handlung Der Film ist ein gedankliches wie gestalterisches Experiment, das konsequent mit sämtlichen Erzählformen des klassischen Unterhaltungskinos bricht. Émile Rousseau, ein Nachfahre Jean-Jacques Rousseaus, und Patricia Lumumba, die Tochter des 1961 ermordeten, kongolesischen Antikolonialisten, Freiheitskämpfers und ersten unabhängigen Ministerpräsidenten seines Landes, Patrice Lumumba, treffen sich eines Nachts im Niemandsland und beginnen eine umfassende Diskussion über den Sinn von Bildern und Worten. Émile ist im Unruhejahr 1968 von der Universität verwiesen worden, die entlassene Arbeiterin Patricia kämpft für die Weltrevolution. Beide beleuchten die Aspekte dringend benötigter Veränderungen, hören Radio, lesen Zeitungen und Bücher und konstatieren schließlich eine allgegenwärtige und fortschreitende Unterdrückung der Massen wie des Einzelnen.

Produktionsnotizen und Wissenswertes Die fröhliche Wissenschaft wurde in minimalistischster Weise hergestellt und läutete Godards Phase der totalen Abkehr gängiger Gestaltungsformen bezüglich Erzählstrukturen und Bildkompositionen seiner Spielfilme ein. Kurz vor und nach dem Mai 1968 in von den Studentenunruhen geprägten Frankreich gedreht, spiegelt Le gai savoir zugleich auch die politisch-soziale Grundstimmung des Landes, vor allem in der linksrevolutionären Studentenschaft, wider. Die erste nachweisbare Aufführung fand am 28. Juni 1969 auf der Berlinale statt, dort wurde der Film auch für den Goldenen Bären nominiert. Massenstart in Deutschland war am 16. Juli 1969.

Der Filmtitel bezieht sich auf Friedrich Nietzsches 1882 veröffentlichtes gleichnamiges Buch. Zahlreiche Texte wurden Schriften Jean-Jacques Rousseaus entnommen.

Die in den Münchner Bavaria-Studios entstandene Produktion wurde vom staatlich-französischen Fernsehsender ORTF in Auftrag gegeben und koproduziert, jedoch nicht ausgestrahlt.

Regisseur Godard trat im französischen Original auch als (nicht sichtbarer) Erzähler in Erscheinung.

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